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Aloys Wobben

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Aloys Wobben (2008)

Bernhard Aloys Wobben (* 22. Januar 1952 in Rastdorf, Niedersachsen; † vor dem oder am 3. August 2021[1]) war ein deutscher Elektroingenieur und Unternehmer. Er gilt als Pionier der Windenergiewirtschaft und war der Gründer des Windenergieanlagenherstellers Enercon. Aloys Wobben war eine der 50 reichsten Einzelpersonen in Deutschland und verfügte über ein Vermögen von geschätzt 4,78 Milliarden Euro.[2]

Leben

Wobben machte zunächst eine Ausbildung zum Elektromaschinenbauer, studierte Elektrotechnik an der Fachhochschule Osnabrück und später an der Technischen Universität Braunschweig. Bereits während seiner wissenschaftlichen Assistenz an der Technischen Universität Braunschweig beschäftigte er sich mit erneuerbaren Energien. Sein Augenmerk lag besonders auf der Wechselrichtertechnik. Mit seinem Studienfreund Meinhard Remmers entstand 1975 die erste Windenergieanlage mit 22 kW Nennleistung.

Im Jahr 1984 gründete er in Aurich den Windenergieanlagenhersteller Enercon. Er begann mit drei Mitarbeitern mit der Entwicklung und Produktion von Windenergieanlagen. Enercon entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem der erfolgreichsten Unternehmen der deutschen Windenergiebranche. 1993 stellte Aloys Wobben die Produktion auf die von ihm entwickelte getriebelose Windenergieanlage mit Vollumrichter um. Die Anlage Enercon E-40 erfüllte die Erwartungen und sicherte den weltweiten Erfolg des Unternehmens. Das Unternehmen wurde deutscher Markt- und Technologieführer und behauptete sich über Jahre erfolgreich auf einem der ersten vier Plätze des Weltmarktes.

Auch wenn seine primären Aufgaben in der Führung des Unternehmens lagen, beteiligte sich Wobben nach wie vor persönlich an der Verbesserung und Entwicklung der Produkte. Kleinere Geschäfts- und Forschungsbereiche waren Solarwechselrichter, Ausrüstung für Inselnetzsysteme (z. B. Schwungradspeicher), Blockheizkraftwerke, Wasserkraftwerke und Meerwasserentsalzungsanlagen. Wie Financial Times Deutschland berichtete, beabsichtigte Wobben, sich verstärkt im Bereich Elektroantriebe zu engagieren.[3] Durch Investitionen in neue Produktionsanlagen sowie Forschung und Entwicklung beschäftigte Enercon 10.000 Menschen weltweit, mehr als 20.000 Windenergieanlagen wurden errichtet (31. Dezember 2012). Das entspricht einer Gesamtnennleistung von über 28.000 MW weltweit.

Aus gesundheitlichen Gründen zog sich Wobben 2012 aus dem operativen Geschäft zurück und übertrug mit Wirkung zum 1. Oktober 2012 seine Firmenanteile auf die Aloys-Wobben-Stiftung. Die Stiftung wurde damit zum alleinigen Gesellschafter der Enercon-Gruppe. Mit diesem Schritt wollte Wobben die Unabhängigkeit des Unternehmens sicherstellen.

Verhältnis zu Gewerkschaften

Wobben war für seine negative Haltung gegenüber Gewerkschaften bekannt.[4][5][6] Enercon, und vor allem Wobben selbst, wurde vorgeworfen, gewerkschaftliche Organisationen seiner Mitarbeiter zu verhindern.[4][5][7] Es wurde von massiven Einschüchterungen und Entlassungen von Enercon-Mitarbeitern berichtet, die einer Gewerkschaft beitraten oder sich für die Gründung von Betriebsräten eingesetzt haben.[4][5] Gewerkschafter kritisierten zudem den hohen Anteil von Leiharbeitern an der Gesamtzahl der Beschäftigten in der Enercon-Gruppe; ebenso die Tatsache, dass Enercon den Flächentarifvertrag nicht anwende und daher unterdurchschnittlich bezahle.[7]

Vermögen

Wobben zählte laut manager magazin seit 2006 zu den 100 reichsten Deutschen und war zudem der reichste Niedersachse.[8] Er war 2006 auf Platz 82; im Jahr 2007 teilte er sich mit Johanna Quandt und der Familie Flick den 24. Platz mit einem Vermögen von 4,8 Milliarden Euro. Für das Jahr 2009 wurde das Vermögen laut Manager-Magazin auf 3,8 Milliarden Euro geschätzt, Platz 24. 2010 sank laut Schätzung des Manager-Magazins Wobbens Vermögen auf 2,9 Milliarden Euro, Platz 29.[9] 2013 schaffte es Wobben mit einem geschätzten Vermögen von 5,6 Mrd. Euro auf Platz 16 des Rankings im Manager-Magazin.[10] Das Magazin Bilanz ermittelte 2015 ein geschätztes Vermögen von 7,5 Mrd. Euro. Wobben erreichte somit Platz 14 der reichsten Deutschen.[11]

Auszeichnungen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Windkraft-Pionier: Enercon-Gründer Aloys Wobben ist tot. Artikel vom 3. August 2021 auf spiegel.de
  2. Die reichsten Deutschen 2020 | Die aktuelle Liste der Milliardäre. 31. Dezember 2018, abgerufen am 9. November 2020 (deutsch).
  3. Kreative Zerstörer: Aloys Wobben – Glücksrad, Financial Times Deutschland, 27. Januar 2009
  4. 4,0 4,1 4,2 Ökologisch und unsozial, taz, 24. August 2006, abgerufen am 25. Februar 2012
  5. 5,0 5,1 5,2 Betriebsräte bei Enercon unerwünscht, taz, 24. Juni 2006, abgerufen am 25. Februar 2012
  6. Aloys Wobben - der ungeliebte Mr. Wind (Memento vom 14. Dezember 2009 im Internet Archive), Financial Times Deutschland, 11. Dezember 2009
  7. 7,0 7,1 Rede des IG-Metall-Bezirksleiters Hartmut Meine in Magdeburg am 1. Mai 2011, www.igmetall-nieder-sachsen-anhalt.de, PDF-Datei, 14 S., S. 5/6, abgerufen am 23. März 2012.
  8. Enercon-Chef Wobben bleibt an Spitze: Der reichste Niedersachse, NOZ vom 15. Oktober 2010
  9. Gemäß der Forbes-Liste 2015 beträgt sein Vermögen ca. 4,2 Milliarden US-Dollar. Damit belegt Aloys Wobben Platz 393 auf der Forbes-Liste 2015 der reichsten Menschen der Welt. (Quelle) Heiko Abbas: Wobben verliert 900 Mio. Euro, in: NWZ Online vom 13. Oktober 2010. Abgerufen am 29. Juli 2016.
  10. Reichste Deutsche: Wobben auf Platz 16, in: Ostfriesen-Zeitung vom 8. Oktober 2013
  11. Die 55 reichsten Deutschen: Milliarden mit Lebensmitteln und Autos, in: Bild.de vom 3. September 2015
  12. Jens Heitmann: Wobben macht längst mehr als in Wind, in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 8. Dezember 2009, Seite 5
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Aloys Wobben aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.