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Alma von Stockhausen

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Alma von Stockhausen (* 30. September 1927 in Münster in Westfalen; † 3. Mai 2020) war eine deutsche Philosophin und Gründerin der Gustav-Siewerth-Akademie.

Leben

Alma von Stockhausen studierte Philosophie, Katholische Theologie und Geschichte an den Universitäten in Münster, Göttingen und Freiburg. 1954 wurde sie bei Max Müller mit einer Arbeit zur Analogia entis bei Thomas von Aquin[1] an der Philosophischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg promoviert. Sie war eine Schülerin des Philosophen Gustav Siewerth und betrachtete auch Martin Heidegger und Nicolai Hartmann als ihre Lehrer.

Ab 1962 lehrte Alma von Stockhausen als Professorin für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Später gründete sie die Gustav-Siewerth-Akademie.

Sie starb im Mai 2020 im Alter von 92 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.[2]

Wirken

Die Gustav-Siewerth-Akademie sollte nach ihrer Aussage Marxismus und Kirchenfeindlichkeit der 68-er Bewegung entgegenwirken. Der christliche Glaube sollte mit Philosophie, aber auch mit Naturwissenschaften verteidigt werden, denn „wenn man die Evolutionstheorie annimmt, kann man diese nicht mit dem Schöpfungsglauben vereinbaren. Es fehlt die Grundlage für den Glauben überhaupt“. Der Schwerpunkt der Gustav-Siewerth-Akademie sind Philosophie und Theologie. Dabei wird ein Gegensatz zwischen „logischer“ katholischer Scholastik und „protestantischer Scholastik“ vermittelt. Letztere sei dialektisch und könne Gut und Böse nicht unterscheiden. Als ihr Urheber gilt Martin Luther, der deshalb besonders kritisch behandelt wird: „Wenn der Lutherische Gottesbegriff die schrecklichste Dialektik ausdrückt, also den fürchterlichsten Widerspruch, dann muss ich diesen Protestantismus überwinden. Und das, was wir heute machen, dass die katholische Kirche sich der evangelischen anpasst, ist in meinen Augen der Untergang für die katholische Kirche, der schlimmste Trick des Teufels. Wir müssen den Protestantismus überwinden – dann haben wir die Wurzel der Dialektik überwunden.“[3]

Die Gustav-Siewerth-Akademie wurde 1988 als wissenschaftliche Hochschule in privater Trägerschaft trotz mangelnder finanzieller Mittel staatlich anerkannt (ihre Professoren arbeiteten unentgeltlich). 2013 wurde die staatliche Anerkennung durch das Wissenschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg widerrufen, da die Akademie keinen Hochschulcharakter nachweisen konnte. Dagegen wurde seitens der Akademie geklagt, ein Entscheid des Verwaltungsgerichtes steht noch aus. Stockhausen war fortdauernd Prorektorin der Gustav-Siewerth-Akademie.

Alma von Stockhausen war Herausgeberin von Tagungsbänden und Festschriften über die Forschung zum Reformator Martin Luther, etwa von Theobald Beer.[4][5]

Ehrung

Schriften (Auswahl)

  • Die analogia entis bei Thomas von Aquin, Freiburg i. B. 1954
  • Mythos – Logos – Evolution: dialektische Verknüpfung von Geist und Materie, Neuhausen-Stuttgart 1981, ISBN 3-7751-0585-9
  • Der Geist im Widerspruch. Von Luther zu Hegel, Gustav-Siewerth-Akad., Weilheim-Bierbronnen 1990, ISBN 978-3-928273-03-9
  • Philosophische Anmerkungen zur jungfräulichen Gottesmutterschaft Mariens. Schriftenreihe, Band 2, Weilheim-Bierbronnen 1990, ISBN 3-928273-02-7
  • Die Inkarnation des Logos – der Angelpunkt der Denkgeschichte. Schriftenreihe, Band 1, Weilheim-Bierbronnen 2007, ISBN 3-928273-01-9

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Verzeichnis der bei Max Müller in Freiburg angefertigten Dissertationen. Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, abgerufen am 12. Oktober 2012.
  2. Philosophin Alma von Stockhausen gestorben. Die Tagespost, abgerufen am 4. Mai 2020.
  3. Heidegger oder 'Die Abschaffung der Moral'. Abgerufen am 26. Oktober 2019.
  4. Tagungsbände. Gustav-Siewerth-Akademie, abgerufen am 12. Oktober 2012.
  5. Festschriften. Gustav-Siewerth-Akademie, abgerufen am 12. Oktober 2012.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Alma von Stockhausen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.