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Ali Wjatscheslaw Sergejewitsch Polossin

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Ali Wjatscheslaw Polossin

Ali Wjatscheslaw Sergejewitsch Polossin (russisch Али Вячеслав Сергеевич Полосин, englisch Vyacheslav Polosin; geb. 1956 in Moskau) ist ein russischer Wissenschaftler und Politiker sowie eine prominente Persönlichkeit des Islams in Russland, der als Experte des muslimisch-christlichen Dialogs gilt. Er ist ein ehemaliger russisch-orthodoxer Priester, der von 1990 bis 1993 Abgeordneter der Duma war.

Leben

Wjatscheslaw Polossin ist ein ehemaliger Erzpriester (protoiereus) der Russisch-Orthodoxen Kirche (Kaluga), der 1999 zum Islam übertrat und den Namen Ali annahm. Er ist ein Mitglied des Expertenrates beim Russischen Muftirat[1] und Mitglied des Stiftungsrates des russischen Islam-Fonds.[2]

Er zählt zu den Unterstützern des durch Scheich Yusuf al-Qaradawi – den Präsidenten der Internationalen Union Muslimischer Gelehrter und Mitgründer und Vorsitzenden des Europäischen Rates für Fatwa und Forschung (ECFR) – bekannten Wasaṭīya[3]-Konzeptes,[4] eines "Islams der Mitte", angeblich jenseits von Extremismus und Fanatismus[5], und ist seit 2011 Direktor[6] des Moskauer al-Wasatiya-Zentrums («Аль-Васатыйя»[7]) für interreligiösen Dialog, des russischen Ablegers des International al-Wasatiya Center in Kuwait.

Der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge veröffentlichte der christliche Apostat trotz seiner hohen Stellung im Rat der Muftis Russlands "troglodytisch antichristliche Broschüren zu einer sofortigen Islamisierung der Russen":

„[...] Christian apostate Polosin, not at all embarrassed by his high position in the Council of Muftis in Russia, published troglodytic anti-Christian leaflets calling to an immediate Islamization of the Russians.“[8]

Er ist Autor mehrerer Bücher über Vergleichende Theologie.

Publikationen (Auswahl)

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise und Fußnoten

  1. de.sputniknews.com: Russische Christen und Moslems weisen US-Kritik an mangelhafter Religionsfreiheit zurück (abgerufen am 28. November 2016)
  2. islamfund.ru – abgerufen am 17. November 2017
  3. Zu dem von Yusuf al-Qaradawi geprägten und popularisierten Begriff Wasatiyya (wasatiyya / ‏وسطية‎); vgl. Bettina Gräf: In Search of a Global Islamic Authority. In: Isim Review 15, Leiden 2005, S. 47.
  4. vgl. arraid.org: Interest For “Al-Wasatiyyah” Principle Assembled Researchers And Religious Figures From Ukraine And Abroad (abgerufen am 28. November 2016) & den Beitrag in: jamestown.org: A Head of World Union of Muslim Scholars Visits Dagestan (abgerufen am 28. November 2016):

    „The authorities never stopped looking for the right person to declare a fatwa on jihad in the North Caucasus. Ali-Vyacheslav Polosin, a former Christian Orthodox priest who converted to Islam, energetically worked toward this goal and became the new face of Islam in Russia. On his initiative, it was decided to invite Sheikh Karadagi, the secretary general of the World Union of Muslim Scholars, to Dagestan. The republic’s official clerics must have been convinced that they could cast the situation in the republic to the visitor in a favorable light and that Karadagi, being uninformed about the real situation, would provide them with the right fatwa (http://mahachkala.bezformata.ru/listnews/delegatciya-vsemirnogo-soyuza-musulmanskih/7845274/). All possible steps were taken to avoid having any guests at the meeting with Karadagi who were in opposition to Dagestan’s official clergy (www.ng.ru/regions/2012-11-26/3_kartblansh.html).“

  5. Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen 2008 (Memento vom 15. Oktober 2013 im Internet Archive) (PDF; 4,2 MB), S. 206:

    „Einer der Hauptredner der Veranstaltung [Anm.: der 30. Jahreskonferenz der 'Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e.V.' (IGD) 2008] war ein Vertreter des Wassatiya Institutes aus Kuwait. Unter Wassatiya ist nach seinen Ausführungen ein Islam der Mitte zu verstehen, jenseits von Extremismus und Fanatismus. Der Islam in diesem Sinne fordere die Menschen auf sich gegenseitig kennen zu lernen und zur Sicherung des Weltfriedens und der gemeinsamen Koexistenz beizutragen, er achtet die Menschenrechte, fordert zur Gleichheit der Menschen auf und lehnt jede Form von Rassismus ab.“

    (Schreibungen im Original)
  6. islam.ru: Али Полосин стал директором российского центра «Аль-васатыйи» (Ali Polossin wurde Direktor des russischen Zentrums "Al-Wasatiyya") (abgerufen am 28. November 2016)
  7. Zum islamischen Begriff wasaṭīya bzw. wasaṭ, vgl. die offizielle Webpräsenz des Zentrums: wasatiya.ru & Bettina Gräf: 'The concept of Wasatiyya in the Work of Yusuf al-Qaradawi', in: Bettina Gräf and Jakob Skovgaard-Petersen (eds.): Global Mufti: The Phenomenon of Yusuf al-Qaradawi (London: 2009), 213–238; dazu Götz Nordbruch (unter hsozkult.de - abgerufen am 28. November 2016):

    „Gräf argues that it was Qaradawi who had turned the claim of wasatiyya into a “trademark of a positively viewed Muslim identity” (p. 228).“

  8. interfax-religion.com: Statement by the Orthodox public on Silantyev's book (Memento vom 12. Oktober 2007 im Internet Archive) – abgerufen am 28. November 2016


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