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Alfredo Kraus

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Datei:Alfredo Kraus.jpg
Alfredo Kraus (1997)
Datei:Alfredo Kraus Almería.JPG
Statue des Alfredo Kraus in Almería

Alfredo Kraus (geb. 24. November 1927 in Las Palmas de Gran Canaria; gest. 10. September 1999 in Madrid) war ein spanischer Sänger und Gesangslehrer. Er galt als bedeutender Vertreter des lyrischen Tenorfaches.

Leben und Karriere

Alfredo Kraus war Sohn einer spanischen Mutter und eines österreichischen Vaters. Schon im Alter von vier Jahren bekam er Klavierunterricht, mit acht Jahren sang er im Schulchor. Er begann nach der Schulzeit zunächst ein Ingenieurstudium, entschloss sich dann aber, die Sängerlaufbahn einzuschlagen und begann eine Gesangsausbildung. Er schloss diese bei der Sängerin und Gesangspädagogin Mercedes Llopart in Mailand ab.

1956 hatte Kraus sein Bühnendebüt in Kairo als Herzog in Rigoletto, der eine seiner charakteristischen Rollen wurde. 1958 sang er in Lissabon den Alfredo in La traviata an der Seite von Maria Callas, wovon später eine Live-Aufnahme herausgebracht wurde.

Seinen ersten Auftritt im Königlichen Opernhaus in Covent Garden hatte Kraus 1959 mit der Rolle des Edgardo in Lucia di Lammermoor als Partner von Joan Sutherland. An der Mailänder Scala debütierte er – ebenfalls 1959 – in der Rolle des Elvino in La sonnambula und im Fenice in Venedig mit Renata Scotto. Sein Debüt in den Vereinigten Staaten absolvierte er an der Chicago Lyric Opera (1962). Bald darauf folgte sein Debüt an der Metropolitan Opera als Herzog in Rigoletto (1966).

Kraus wurde ein herausragender Vertreter des lyrischen Tenorfaches mit Rollen wie Werther, Romeo, Faust, Arturo, Elvino, Nemorino und Tonio. Des Weiteren wurde er mit Darbietungen von leichterer Musik bekannt, vor allem mit Zarzuelas, einer spanischen Operettenform.

Er unterrichtete später an einer privaten Musikschule Gesang und hielt einige Meisterklassen in Italien ab. Ende der 1950er Jahre bis Anfang der 1960er wirkte er in einigen spanischen Kinofilmen mit, so etwa 1959 in Gayarre, einem Film über das Leben des spanischen Tenors Julián Gayarre. Kraus blieb bis in seine frühen siebziger Jahre im Vollbesitz seiner stimmlichen Mittel auf der Bühne präsent.

Eigenschaften als Tenor, Bedeutung

Viele Opernkenner und Gesangsfachleute betrachten Alfredo Kraus als einen der besten Tenöre des zwanzigsten Jahrhunderts. Sein leicht nasal-verhangenes Timbre prädestinierte ihn besonders für die Rollen des französischen Repertoires. Kraus war einer der wenigen Tenöre, die das hohe D im bekannten Duett Vieni fra queste braccia aus Bellinis Oper I puritani erreichten und das Werk daher in Originaltonlage singen konnten. Als Tenore di grazia gilt er neben Tito Schipa als unerreicht.

Schallplattenaufnahmen

Die großen Schallplattenfirmen boten ihm lange Zeit wenig Möglichkeiten, seine Stimme einem breiteren Publikum darzubieten. Vermutlich aus diesem Grund sind wohl von keinem anderen Operntenor der vergangenen Jahrzehnte derartig viele Live-Aufnahmen auf dem „grauen“ Schallplattenmarkt erschienen. Er selbst gründete Anfang der 1960er Jahre in Spanien eine eigene Plattenfirma („Carillon“). Dadurch war es ihm möglich, einige Recitals einzuspielen.

Stimmexperten und Kritiker wie Jürgen Kesting und John Steane schätzen Aufnahmen von Alfredo Kraus als zum Schönsten und Besten gehörend, was im Lauf der Aufnahmegeschichte großer Gesangskunst aufgenommen wurde.

Ehrungen

Diskografie (Auswahl)

Recitals

  • Alfredo Kraus in Gayarre
  • Arie Antiche (Scarlatti, Händel, Gluck u. a.)
  • Alfredo Kraus – Liederrecital (Donizetti, Mascagni, Verdi u. a.)
  • Non t’amo più (Tosti-Lieder)
  • Cantares (spanische Kunstlieder)
  • Rêve d'Amour (französische Lieder)
  • Granada (spanische Songs)
  • The Incomparable Alfredo Kraus (Arienrecital, im Alter von 67 Jahren aufgenommen)

Gesamtaufnahmen

Weblinks


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Alfredo Kraus aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.