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Alfred Wertheimer

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Kleine Bildauswahl der Elvis-Motive

Alfred Wertheimer (geb. 1930; gest. 2014 in New York), Fotograf. Seine Aufnahmen des jungen Elvis Presley verschafften dem Sohn deutsch-jüdischer Nazi-Flüchtlinge späten Weltruhm.

«Elvis Who?» Mit dieser Frage nahm der junge Fotograf Alfred Wertheimer im März 1956 einen scheinbaren Routine-Auftrag an. Der 26-jährige Sohn deutsch-jüdischer Nazi-Flüchtlinge sollte einen vielversprechenden, aber noch weithin unbekannten Sänger aus den Südstaaten ablichten, der nach New York zu Fernsehaufnahmen kam: Elvis Presley.

Das Jahr 1956 brachte dem damals 21-Jährigen aus Memphis, Tennessee, mit Hits wie «Hound Dog» den internationalen Durchbruch. Wertheimer erlebte jedoch einen unbefangenen jungen Mann, der dem Fotografen rasch keine Beachtung mehr schenkte und sich lieber Mädchen, dem Kauf von Ringen oder der Musik zuwandte. Dies ermöglichte Wertheimer eine bald so nicht mehr denkbare Nähe zu Elvis, die seine Bilder zu einzigartigen Zeitdokumenten werden liess.

Wie Wertheimer 2010 der Zeitschrift Vanity Fair erzählte, zeigte sich der Sänger im Studio erstaunlich selbstbewusst und übernahm bei der Einspielung von «Hound Dog» oder «Don´t be Cruel» die Kontrolle. Wertheimer hat Elvis im März, Juni und Juli 1956 einige Tage lang in New York sowie auf der Fahrt von dort nach Virginia und Memphis begleitet und dabei 3800 Aufnahmen gemacht. Darunter intime Bilder im Haus der Presleys in Memphis und «The Kiss», das den Sänger hinter der Bühne in Richmond mit einer jungen Frau zeigt.

Von einigen wenigen Konzertaufnahmen abgesehen, wurden Wertheimers Fotos jedoch erst nach dem Tod von Elvis am 16. August 1977 bekannt, als das Nachrichtenmagazin «Time» einige der Bilder publizierte. Wertheimer hatte anschliessend Prominente wie die Präsidentenpaare Kennedy und Nixon fotografiert sowie als Kameramann beim Woodstock-Festival gearbeitet. Ende der 1970er Jahre war er jedoch in der Fototechnik tätig. Dann brachten ihm die Elvis-Aufnahmen späten Ruhm mit Ausstellungen und Bildbänden.


Hinweis: Der obige Text entstammt dem tachles-Newsletter vom 23. Oktober 2014