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Alfred Schrobsdorff

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Otto Emil Alfred Schrobsdorff (* 29. Dezember 1861; † 11. Februar 1940) war ein Charlottenburger Immobilienunternehmer und Architekt.[1] Seit den späten 1880er Jahren entstanden zahlreiche Wohngebäude vor allem im heutigen Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Schrobsdorff galt als der „Baukönig von Charlottenburg“.[2]

Leben

Alfred Schrobsdorff wurde im Stammhaus der Familie von Schrobsdorff geboren. Nach Schule und Ausbildung zum Baumeister gründete er im Jahr 1892 die Terraingesellschaft Stadtbahnhof Charlottenburg. Diese kaufte – unter ihrem Vorstand Alfred Schrobsdorff – Baugrundstücke an, die sich vor allem rund um den Stuttgarter Platz in Charlottenburg befanden. Die Gesellschaft wurde 1901 wieder aufgelöst. Die Aktionäre erhielten bis 1903 ihr eingezahltes Kapital zu über 136 Prozent zurück. Anschließend gründete Alfred Schrobsdorff gemeinsam mit Max Steinthal von der Deutschen Bank die Neu-Westend AG für Grundstücksverwertung in Charlottenburg, die das 134 Hektar große Areal Neu-Westends, südwestlich der Villenkolonie Westend um den heutigen Theodor-Heuss-Platz und die Reichsstraße, parzellierte und zum Teil auch selbst bebaute. Anschließend wurden die Immobilien vermarktet. Schrobsdorff zog 1907 mit seiner Familie selbst nach Westend, in eine von Bernhard Schaede entworfene Prunkvilla in der Ahornallee Ecke Klaus-Groth Straße, die nicht erhalten ist. Die Autorin Angelika Schrobsdorff, eine Enkelin Alfred Schrobsdorffs, hat in ihrem Buch Du bist nicht so wie andre Mütter mit kritischem Blick auch das angespannte Leben in der Schrobsdorff’schen Villa beschrieben.

Stiftung

Im 20. Jahrhundert wurde von Familienmitgliedern die Familienstiftung Dr. Alfred Schrobsdorff gegründet, die laut ihres Statuts „… die von der Stifterin abstammenden Abkömmlinge fördert, ferner das Heimatmuseum Charlottenburg sowie Einrichtungen, welche die Erhaltung öffentlicher Baudenkmäler im Berliner Westend fördern, unterstützt.“[3]

Bauwerke (Auswahl)

Die folgenden Gebäude wurden nach Plänen von Alfred Schrobsdorff erbaut:[4]

– chronologisch –

  • Sophie-Charlotten-Straße 89/Seelingstraße 60, Mietshaus, Läden, 1885
  • Wulfsheinstraße 5, Mietshaus, 1886
  • Seelingstraße 29, Mietshaus, Läden, 1886/87
  • Danckelmannstraße 11/Seelingstraße 42, Mietshaus, Läden, 1887/88
  • Wulfsheinstraße 3, Mietshaus, 1887/88
  • Behaimstraße 21, Mietshaus, Läden, 1888
  • Seelingstraße 58, Mietshaus, Läden, 1889/90
  • Danckelmannstraße 50, Mietshaus, Läden, 1890/91
  • Richard-Wagner-Straße 37, Mietshaus, Läden, 1890-91
  • Krumme Straße 5, Mietshaus (Vorderhaus), Läden, 1891/92
  • Danckelmannstraße 42, Mietshaus, Läden, 1892/93
  • Thrasoltstraße 5, Mietshaus, Laden, 1893/94
  • Thrasoltstraße 7, Mietshaus, Läden, 1893/94
  • Behaimstraße 4, Mietshaus, Läden, 1895/96
  • Klausenerplatz 8/9, Mietshäuser, 1895/96
  • Klausenerplatz 14, Mietshaus, Läden, 1896/97
  • Wilmersdorfer Straße 8A / Schustehrusstraße 11, Mietshaus, Läden, 1896/97
  • Richard-Wagner-Straße 55/Behaimstraße 2, Mietshaus, Läden, 1899
  • Richard-Wagner-Straße 57, Mietshaus, Läden, 1899/1900
  • Klausenerplatz 11, Mietshaus, Läden, 1900/01
  • Fasanenstraße 30, Mietshaus, 1901/02, mit Bernhard Hellwag
  • Christstraße 8A, Mietshaus, Läden, 1902
  • Kaiser-Friedrich-Straße 3A, Mietshaus, Läden, 1905/06
  • Klausenerplatz 19, Mietshaus, Läden, Fabrik, 1906/07
  • Klaus-Groth-Straße 4/5, Doppelhaus, 1906/07, mit Reinhard Koch und Emil Stegmeyer
  • Riehlstraße 2, Mietshaus, 1910/11 vollendet durch Schrobsdorff, nachdem der vorherige Architekt Conrad Stumm insolvent wurde; heute noch zur Stadtautobahn gelegenes Gartenhaus erhalten [5]

Einzelnachweise

  1. Schrobsdorff, A. In: Berliner Adreßbuch, 1893, Teil 5, Charlottenburg, S. 30. „Architekt, Wilmersdorfer Str. 66a“.
  2. Kurzbiografie bei artAkus.de
  3. Familienstiftung Schrobsdorff auf Kulturförderung.org
  4. Denkmalgeschützte Gebäude und Ensembles in Berlin
  5. Bauakte zum Gebäude, einsehbar beim Bauamt Charlottenburg-Wilmersdorf.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Alfred Schrobsdorff aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.