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Alfred Schiff

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Alfred Schiff (geb. 23. Dezember 1863 in Berlin; gest. 7. Februar 1939 in Berlin) war ein deutscher Archäologe jüdischen Glaubens. Seine Idee des olympischen Fackellaufs wurde von Carl Diem umgesetzt.

Schiff wurde 1905 an der Universität Rostock promoviert. Er nahm an Grabungen in Athen und auf den griechischen Inseln teil und wurde 1896 Schiedsrichter und Betreuer der deutschen Mannschaft bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen. 1904 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des „Deutschen Reichsausschusses für Olympische Spiele“, einem der Vorläufer des Nationalen Olympischen Komitees. Von 1920 bis zu seiner Entlassung im April 1933 aus rassischen Gründen arbeitete er in verschiedenen Funktionen, zuletzt als Verwaltungsdirektor, an der Hochschule für Leibesübungen in Berlin.

Das Olympische Feuer brannte erstmals im Jahre 1928 im Stadion von Amsterdam. Diese Feuersymbolik hat Schiff dann für die Spiele in Berlin weiterentwickelt. Schiff wertete antike Gemmen-, Vasen- und Reliefbilder mit Darstellungen von Fackelläufern aus und stellte einschlägige antike Quellen zusammen.

Dass Schiff der Ideengeber für die Durchführung des Fackellaufes war, wird durch eine eigenhändig verfasste Denkschrift zum antiken Fackellauf belegt, in der er für Diem seine Forschungsergebnisse zusammengefasst hat. Auch Einträge in Diems Tagebuch drücken dies aus.

Für die Vorbereitung der Spiele in Berlin verschaffte Diem seinem Freund bezahlte Aufträge für das Organisationskomitee und konnte ihn so finanziell unterstützen. Viele Jahre lang war Schiff der persönliche Berater Diems. Insbesondere beriet er ihn in allen Fragen der antiken Sportgeschichte und Kultur und überarbeitete Diems Tagebücher zu Fragen des antiken Sports.

Auf Initiative Diems wurde Alfred Schiff die Planung und Vorbereitung einer als Begleitprogramm der Berliner Spiele gedachten Ausstellung zur Geschichte der Leibesübungen im Altertum übertragen. Unter dem Titel "Sport der Hellenen" wurde die Sonderausstellung von Juli bis August 1936 im Pergamonmuseum gezeigt. Hierbei wurden ebenso wie beim Olympischen Fackellauf alle Hinweise auf den geistigen Urheber und Organisator getilgt.

Als Alfred Schiff am 7. Februar 1939 in Berlin starb, waren seine Frau und die beiden Töchter nach England emigriert. Durch die Judenverfolgungen der Nationalsozialisten wäre sein Lebenswerk beinahe in Vergessenheit geraten.

Veröffentlichungen

  • Alexandrinische Dipinti, Leipzig 1905 (= Dissertation)
  • (Hrsg.), Die Deutsche Hochschule für Leibesübungen 1920-1930, Magdeburg 1930

Weblinks

 Wikisource: Alfred Schiff – Quellen und Volltexte

Literatur


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