Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Alfred Gottschalk (Biochemiker)

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Alfred Gottschalk (geb. 22. April 1894 in Aachen; gest. 4. Oktober 1973 in Tübingen) war ein deutsch-australischer Biochemiker. Er war gemeinsam mit Frank Macfarlane Burnet Entdecker der Neuraminidase, sowie führender Experte in der Glykoprotein-Forschung.

Leben

Gottschalk studierte Medizin in München, Freiburg und Bonn, unterbrochen vom Dienst als Feldarzt im Ersten Weltkrieg, wofür er das Eiserne Kreuz erhielt, und wurde 1920 in Bonn promoviert. Als Post-Doktorand war er in Würzburg und Frankfurt. Danach war er am Kaiser-Wilhelm-Institut für Biochemie bei Carl Neuberg und ab 1926 Direktor der chemischen Abteilung am Allgemeinen Krankenhaus in Stettin. Gottschalk heiratete 1923 Lisbeth Orgler. Das Paar hatte einen Sohn.

1934 verlor er nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wegen seiner jüdischen Wurzeln seinen Anstellung und arbeitete fortan als niedergelassener Arzt. Er war kurze Zeit im KZ Oranienburg interniert. 1939 emigrierte er vor den Nationalsozialisten über England nach Australien. Er arbeitete dort als Biochemiker am Walter and Eliza Hall Institute in Melbourne und forschte gemeinsam mit Frank Macfarlane Burnet zur Neuraminidase und zu Glykoproteinen. Er lehrte am Melbourne Technical College und danach an der University of Melbourne. Ab 1959 war er an der Australian National University (John Curtin School of Medical Research) tätig. Er war Mitglied der Australian Academy of Sciences (1954) und der American Association for the Advancement of Science.

1963 kehrte Alfred Gottschalk nach Deutschland zurück, wo er in Tübingen Gastwissenschaftler am Max-Planck-Institut für Virusforschung war und auswärtiges Mitglied des Max-Planck-Instituts wurde.

Ehrungen

Gottschalk wurde die Ehrendoktorwürde der Universität Melbourne und der Universität Münster verliehen. Ihm zu Ehren ist die Gottschalk-Medaille für medizinische Forschung der Australian Academy of Sciences benannt.

Schriften

  • Glycoproteins. Their Composition, Structure and Function, Elsevier 1966

Weblinks


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Alfred Gottschalk (Biochemiker) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.