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Alfred Goldberger

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Alfred Goldberger (geb. 21. Mai 1899 in Beverstedt, Landkreis Geestemünde; gest. 25. Mai 1992 in New York City, USA) war ein jüdischer Anwalt deutscher Herkunft in Dortmund und New York. Er war ein Überlebender der Shoa.[1][2][3]

Leben

1917 legte Goldberger sein Abitur ab und nahm dann als Soldat am 1. Weltkrieg teil. Zum Kriegsende nahm er an der Georg-August-Universität Göttingen ein Jurastudium auf, das er 1921 mit dem Referendariat]] abschloss. Darauf folgte 1922 die Promotion zum Dr. jur. Nach dem zweiten Staatsexamen ließ Goldberger sich in Dortmund als Anwalt nieder.[4]

Goldberger gehörte zu einer Gruppe von Akademikern, denen die Georg-August-Universität in Göttingen während des Nationalsozialismus die akademischen Titel aus rassischen, politischen oder rechtlichen Gründen entzogen hatte. Darunter waren Nobelpreisträger, wie Max Born oder Ludwig Quidde. Im Falle Goldbergers ist anzunehmen, dass die Aberkennung der Staatsbürgerschaft als Legitimation für die Entziehung des Doktortitels diente. Erst im Jahre 2004 hat die Universitätsleitung diese Entziehungen, die in Einzelfällen zum Teil bereits zuvor aufgehoben worden waren, vollständig widerrufen.[5][6]

Goldberger war verheiratet mit Ilse Jacobsen aus Göttingen. Beide hatten zwei Söhne. Unmittelbar vor der Reichspogromnacht erfuhr Goldberger, dass er verhaftet werden sollte. Er konnte zunächst einen, dann auch den zweiten Sohn nach Schweden bringen, bevor es ihm gelang, für sich und seine Frau Ilse Visa für eine Ausreise nach England zu bekommen. Die Söhne konnten den Eltern von Schweden aus nach England folgen, bevor die Familie 1940 von dort nach den USA ausreiste, wo sie über etliche Jahre in sehr ärmlichen Verhältnissen leben musste.[7]

Erst 1959 wurde Goldberger erneut am Landgericht Dortmund zugelassen und konnte, von New York aus, seine Anwaltstätigkeit wieder aufnehmen.[8]

Goldbergers Mutter, Selma Goldberger, geborene Wolff, geboren am 8. März 1871, wurde im Juli 1942 von Dortmund aus in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und starb dort am 8. März 1943.[9][10][11][12]

Einzelnachweise

  1. "Dr. Goldberger wurde am 21. Mai 1899 in Beverstedt/Hannover geboren", zitiert n. Himmelmann, Werner, Das Schicksal der jüdischen Rechtanwälte und Notare während der Zeit des Nationalsozialismus am Beispiel Dortmund, Dortmund 1993, S. 14.([1]).
  2. Universität Paderborn in Zusammenarbeit mit der Literaturkommission für Westfalen: Jüdische Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Westfalen: ""Alfred Goldberger (Zeitzeuge), 1899-1992. Geboren 21.4.1899 Beverstedt/Hannover, Dortmund, 1940 Emigration in die USA, gest. am 25.4.1992 New York; Rechtsanwalt, Dr. iur.", siehe: ([2]).
  3. VorläufigesVerzeichnis der jüdischen Schriftsteller und Zeitzeugen in Westfalen, siehe: ([3]).
  4. Werner Himmelmann, Das Schicksal der jüdischen Rechtanwälte und Notare während der Zeit des Nationalsozialismus am Beispiel Dortmund, Dortmund 1993, S. 14-17. ([4]).
  5. Georg-August-Universität Göttingen, Senatsbeschluss zur Entziehung von Doktortiteln während der NS-Zeit. Göttingen 2004. ([5]).
  6. Kerstin Thieler, „[...] des Tragens eines deutschen akademischen Grades unwürdig.“ Die Entziehung von Doktortiteln an der Georg-August-Universität Göttingen im „Dritten Reich“, Göttingen 2006. ([6]).
  7. Werner Himmelmann, Das Schicksal der jüdischen Rechtanwälte und Notare während der Zeit des Nationalsozialismus am Beispiel Dortmund, Dortmund 1993, S. 14-16. ([7]).
  8. Werner Himmelmann, Das Schicksal der jüdischen Rechtanwälte und Notare während der Zeit des Nationalsozialismus am Beispiel Dortmund, Dortmund 1993, S. 16. ([8]).
  9. ([9]).
  10. Nordsee Zeitung, 17. November 2011, "Von Beverstedt in den Tod". ([10]).
  11. ([11])
  12. ([12])


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Alfred Goldberger aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.