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Alexander Mendelssohn

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Alexander Mendelssohn (geb. 19. September 1798 in Berlin; gest. 25. Oktober 1871 in Berlin) war ein deutsch-jüdischer Bankier aus der Familie Mendelssohn.

Leben

Sein Vater war Joseph Mendelssohn. Die Mutter war Henriette (geb. Meyer). Sein Bruder war der spätere Geograph Benjamin, seit seiner Taufe 1821 Georg Benjamin Mendelssohn.

Alexander Mendelssohn absolvierte eine kaufmännische Ausbildung. In den Jahren 1820/21 diente er als Einjährig-Freiwilliger seinen Militärdienst ab. Danach trat er als Teilhaber in die von seinem Vater gegründete Privatbank Mendelssohn ein. Er heiratete 1821 Marianne Seeligmann, eine Tochter des Maklers Bernhard Seeligmann. Mit dieser hatte er die Töchter Marie, Margarete, Beate Marianne Alexandrine sowie Clara und die Söhne Hermann, später Verlagsbuchhändler in Leipzig, Carl Georg Adolf und Franz, beides Bankiers, sowie Wilhelm.

Nach dem Tod des Vaters leiteten er und sein Vetter Paul Mendelssohn-Bartholdy das Unternehmen. Zu seiner Zeit begann die verstärkte Hinwendung zum Geschäft mit Russland. Es wurden russische Anleihen auf den deutschen Finanzmärkten platziert und dem russischen Staat Geld geliehen. Mendelssohn-Bartholdy hat sich 1871 mit einer Million Mark auch als Anteilseigner an der Gründung der Commerzbank beteiligt.[1] Er gehörte zudem dem Berliner Cassen-Verein an.

Er hat sich im jüdischen und sonstigen Vereinsleben der Stadt Berlin engagiert. Er spielte eine wichtige Rolle in der Gesellschaft der Freunde und in der Gesellschaft zur Verbreitung der Handwerke und des Ackerbaues unter den Juden im Preußischen Staate. Auch darüber hinaus war er als Geldgeber für soziale Projekte tätig. In Charlottenburg, wo er einen Sommersitz hatte, gründete Mendelssohn zusammen mit seiner Frau das Mariannenstift zur Versorgung von armen, alleinstehenden alten Frauen. Zusammen mit seinem Bruder Georg Benjamin Mendelssohn gründete er 1863 zum Andenken an die Mutter die Henriettenstiftung. Diese sollte verwaisten Mädchen Mittel zum Erwerb einer Aussteuer zahlen. Die Stiftung war angebunden an die Moses-Mendelsohnsche Waisenerziehungsanstalt, zu deren Kuratorium Mendelssohn gehörte. In Charlottenburg war er 1864/65 maßgeblich auch am Bau eines ersten Krankenhauses beteiligt.[2]

War sein Bruder zum Christentum übergetreten, blieb Alexander Jude. Er hat 1847 an einer Kommission der Berliner jüdischen Gemeinde mitgearbeitet, die eine Bittschrift anlässlich des geplanten Judengesetzes erarbeitete. Er hat in den 1860er Jahren auch in der Repräsentantenversammlung der Gemeinde mitgewirkt. Trotz seines Festhaltens am Judentum hat er seine Kinder bereits früh taufen lassen.

Enge freundschaftliche Beziehungen hat er zu Alexander von Humboldt unterhalten. Dieser hat ihn sogar neben zwei weiteren Personen 1856 zum Empfang der Berliner Ehrenbürgerwürde eingeladen.[3] Mit Humboldt hat Mendelssohn eine langjährige, teilweise erhaltene Korrespondenz, gepflegt.[4] Er war nach dem Tod Humboldts Schatzmeister der Alexander von Humboldt-Stiftung zur Förderung junger Naturwissenschaftler.

Alexander von Mendelssohn erhielt von Friedrich Wilhelm IV. den Ehrentitel eines Geheimen Kommerzienrates und erhielt von der preußischen und russischen Regierung verschiedene Orden verliehen. Im Jahr 1871 wurde ihm von der Stadt Charlottenburg das Ehrenbürgerrecht verliehen.

Einzelnachweise

  1. Detlef Krause: Die Commerz- und Disconto-Bank 1870-1920/23. Stuttgart, 2004 S.370
  2. Eintrag auf Seiten Liegenschaftsfond Berlin
  3. Biographie Humboldts
  4. Eintrag in Guide to the Mendelssohns Family Papers

Weblinks


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