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Alexander Coppel

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Alexander Coppel (geb. 18. September 1865 in Solingen; gest. 5. August 1942 im Ghetto Theresienstadt) war ein deutscher Unternehmer.

Alexander Coppel war der jüngste Sohn des Solinger Unternehmers Gustav Coppel. Nach Beendigung seines Studiums, das er mit der Promotion abschloss, trat er in das Familienunternehmen Alexander Coppel ein, das Stahlwaren, Blankwaffen und in einem Hildener Zweigwerk Stahlrohre produzierte.

Wie seine Eltern engagierte sich Coppel in gesellschaftlichen und sozialen Belangen der Stadt Solingen, so als Kurator des „Coppelstifts“, einer Stiftung mit Säuglingsheim und Erholungsstätte für Erwachsene, die 1912 von seiner Familie ins Leben gerufen worden war. Anlässlich des 100. Jahrestages der Firmengründung stiftet die Firma Alexander Coppel 1921 zwei Millionen Mark für soziale Zwecke. Von 1914 bis 1929 war Alexander Coppel Stadtverordneter der Deutschen Demokratischen Partei (DDP), gehörte bis 1933 dem Aufsichtsrat des Spar- und Bauvereins an und war von 1915 bis 1942 Vorstandsmitglied der Synagogengemeinde.

Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wurde die jüdische Familie Coppel von den Nationalsozialisten drangsaliert und verfolgt. Alexander Coppels Schwägerin Sophie (1875–1951) emigrierte 1934 zusammen mit ihrem Sohn Heinz (1898-1947) und dessen Familie in die Schweiz. 1936 wird die Firma „arisiert": Am 1. März wird das Hildener Werk mit der Kronprinz AG fusioniert, im April die Solinger Niederlassung durch „arische" Gesellschafter übernommen. Alexanders ältester Bruder Carl Gustav (geboren 1857), der seit 1920 in Düsseldorf lebte, nahm sich am 25. September 1941 das Leben; dessen Tochter Anna starb 1942 im KZ Ravensbrück, das Schicksal ihrer Schwester Martha ist ungeklärt.

Alexander Coppel musste ab November 1938 den neuen Vornamen „Gideon" tragen; ab 1941 war er „Beauftragter" der Synagogengemeinde, die ihre Weisungen von der unter Aufsicht der Gestapo stehenden Bezirksstelle der „Reichsvereinigung der Juden in Deutschland" in Köln erhielt. Am 21. Juli 1942 wurde er zusammen mit anderen Solinger Juden in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er drei Wochen später starb. Der Solinger Mithäftling Dr. Emil Kronenberg war Zeuge seines Zusammenbruchs durch Hunger und Entkräftung. Coppels Leiche wurde verbrannt, und die Asche in einem Karton in die Eger geworfen, so Kronenberg.

In Solingen wurde eine Straße nach Alexander Coppel benannt und 2005 vor seinem ehemaligen Haus Werwolf 3 ein Stolperstein verlegt.

Literatur

  • Wilhelm Bramann: Coppel - Geschichte einer jüdischen Familie in Solingen. 1770–1942, Solingen 1994.
  • Wilhelm Bramann: Familie Coppel - dem Gemeinwohl verpflichtet, in: „... daß ich die Stätte des Glückes vor meinem Tode verlassen müßte". Beiträge zur Geschichte jüdischen Lebens in Solingen, hrsg. v. Manfred Krause / Solinger Geschichtswerkstatt, Leverkusen 2000, S. 89–93.

Weblinks


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