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Albrecht Langelüddeke

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Albrecht Langelüddeke (geb. 28. Oktober 1889 in Heinade; gest. 18. Januar 1977 in Hofheim am Taunus) war ein deutscher Psychiater und Pionier der Forensischen Psychiatrie.

Langelüddeke promovierte 1914 in Greifswald und habilitierte sich 1930 in Hamburg. Dort lehrte er als Dozent, ab 1935 als ao. Professor, bis er 1937 bis 1946 Leiter der Landesheilanstalt Haina bei Marburg an der Lahn wurde. Auch wirkte er am Erbgesundheitsobergericht Kassel. 1939 publizierte er über die Diagnose von Simulanten im Militär. Im November 1933 unterzeichnete er das Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler.

Entlassen wegen Mitgliedschaften in der NSDAP, NSV, im NS-Dozentenbund und NS-Ärztebund, führte er die Anstalt als ärztlicher Leiter wieder von 1949 bis 1954. Anschließend arbeitete er als Psychiater und Gerichtsgutachter in Hamburg. Er verfasste 1950 das Lehrbuch Gerichtliche Psychiatrie, das bis in die 1980er Jahre nach mehrfachen Neuauflagen maßgeblich war. Seine an NS-Zwangsmaßnahmen durchgeführte Untersuchung über die geringere Rückfallquote von kastrierten Sexualstraftätern machte in den 1960er Jahren Aufsehen und beeinflusste die Debatte um das Sexualstrafrecht.

Schriften

  • zusammen mit Paul H. Bresser: Gerichtliche Psychiatrie, 4. Aufl., de Gruyter, Berlin u.a. 1976
  • Die Entmannung von Sittlichkeitsverbrechern, de Gruyter, Berlin ua. 1963

Literatur

  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2003, S. 357

Weblinks


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