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Alberto Nisman

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Alberto Nisman

Natalio Alberto Nisman (geb. 5. Dezember 1963 in Buenos Aires, Argentinien; gest. 18. Januar 2015 ebenda) war ein argentinischer Jurist und Sonderstaatsanwalt für die Ermittlungen zum Bombenanschlag auf das AMIA-Gebäude von 1994.[1]

Leben

2005 übernahm der Staatsanwalt die Ermittlungen zur Aufklärung eines Bombenanschlages auf das jüdische Gemeindezentrum Amia in Buenos Aires, bei dem im Juli 1994 85 Menschen getötet und 300 Menschen verletzt worden waren. Er erhob 2013 Anklage gegen mehrere Vertreter der iranischen Regierung. In seiner Anklageschrift von 2015[2] beschuldigte er die amtierende argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und andere hochrangige Funktionäre, dass sie die Aufklärung des Terrorattentates zu verhindern versuchten und gleichzeitig den mutmaßlichen iranischen Drahtziehern Straffreiheit gewähren wollten;[3] auch deshalb, weil sich die Präsidentin zur Aufklärung des Bombenanschlages mittels Wahrheitskommission mit iranischer Beteiligung aussprach.[4]

Tod

Wenige Stunden vor seiner Anhörung im argentinischen Nationalkongress wurde er am Abend des 18. Januar 2015 in seiner Wohnung erschossen aufgefunden.[5] Bislang ist unklar, ob er ermordet wurde oder ob er Suizid beging. Bisherige Ermittlungen fanden aber keine Schmauchspuren an den Händen von Alberto Nisman[6] und vor seinem Tod erwähnte er mehrere Male, Drohungen erhalten zu haben.[7] Nisman war mit der Bundesrichterin Sandra Arroyo Salgado verheiratet und hinterließ zwei minderjährige Töchter.[8] Alberto Nisman wurde am 29. Januar 2015 auf einem jüdischen Friedhof nahe Buenos Aires beerdigt.[9]

Nach seinem Tod

Die von Nisman der Vertuschung der Attentatsverantwortung beschuldigte argentinische Präsidentin Kirchner ging anfangs von einem Selbstmord Nismans aus; später schob sie die Verantwortung einem entlassenen Geheimdienstmitarbeiter zu, der eng mit Nisman zusammen gearbeitet habe und diesen instrumentalisiert habe. Kirchner kündigte die Auflösung des Geheimdienstes an.[10] Kritiker Kirchners bezeichneten diese Version Kirchners als Ausflucht.[11]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Christoph Sydow: Terrorermittler in Argentinien: Mysteriöser Tod im Badezimmer. Spiegel Online, 19. Januar 2015, abgerufen am 23. Januar 2015.
  2. Argentinien veröffentlicht Anklageschrift gegen Präsidentin. Zeit Online, 21. Januar 2015, abgerufen am 23. Januar 2015.
  3. Sandro Benini: Viele glauben nicht an einen Suizid. Tages-Anzeiger, 20. Januar 2015, abgerufen am 23. Januar 2015.
  4. Telepolis: Klarer Fall von Selbstmord?, abgerufen am 25. Januar 2015
  5. Myteriöser Tod eines Staatsanwaltes. Meldung auf tagesschau.de vom 20. Januar 2015 (abgerufen am 20. Januar 2015).
  6. Telepolis: Immer mehr Zweifel am Selbstmord des Staatsanwalts, abgerufen am 25. Januar 2015
  7. Nisman: “Yo puedo salir muerto de ésto” (Spanisch), abgerufen am 25. Januar 2015
  8. clarin.com, abgerufen am 22. Februar 2015
  9. juedische-allgemeine.de, abgerufen am 22. Februar 2015
  10. Deutschlandfunk, 31. Januar 2015, 13:20 Uhr, Sendung Themen der Woche, darin Kommentar von Victoria Eglau: Zöpfe stutzen: Kirchner will Geheimdienst auflösen [1]
  11. Der Spiegel: Recherche zu Todesfall Nisman: Reporter fürchtet in Argentinien um sein Leben


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