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Alan Berg

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Alan Berg

Alan Berg (geb. 1. Januar 1934 in Chicago, Illinois; gest. 18. Juni 1984 in Denver, Colorado) war ein US-amerikanischer jüdischer Anwalt und Radiomoderator. Berg war für seine liberalen Ansichten bekannt und für seinen offenen und aggressiven Interviewstil berüchtigt.

Am 18. Juni 1984 wurde Berg in der Einfahrt seines Hauses in Denver von Mitgliedern der rechtsextremen Terrorgruppe The Order erschossen. Er starb sofort. David Eden Lane und Bruce Pierce wurden für das Verbrechen angeklagt und zu einer Haftstrafe verurteilt. Die Anklage lautete jedoch nicht auf Mord, sondern auf die Verletzung von Bergs Bürgerrechten.

Leben

Kindheit und Jugend

Alan Berg wuchs in Chicago, Illinois auf. Er besuchte die University of Colorado Denver und wechselte anschließend an die University of Denver.[1] Mit 22 war Berg einer der jüngsten, die das Examen der Rechtsanwaltskammer von Illinois („Illinois State Bar Association“) bestanden. Er begann in Chicago zu arbeiten, doch erlitt eine Reihe von neuromuskulären Anfällen und wurde danach zum Alkoholiker.[2] Seine damalige Frau Judith Lee Berg (geborene Halpern) überredete ihn seine Anwaltskanzlei aufzugeben und Hilfe zu suchen. Die beiden zogen nach Denver und Berg unterzog sich einem Drogenentzug. Obwohl er seine Behandlung erfolgreich abschloss, litt er weiter unter Anfällen. Es wurde schließlich ein Gehirntumor festgestellt, der operativ entfernt wurde.[2] Alan Berg trug zeit seines Lebens einen Pony, um die Operationsnarben zu verdecken.

Karriere als Radiomoderator

Alan Berg arbeitete zunächst als Schuhverkäufer und eröffnete später ein Kleidungsgeschäft in Denver. Dort lernte er KGMC-AM-Moderator Laurence Gross kennen. Gross, dem Bergs Art gefiel, ließ ihn mehrfach in seiner Show auftreten. Als Gross KGMC Richtung San Diego, Kalifornien verließ, sorgte er dafür, dass Berg sein Nachfolger wurde.

KGMC änderte später seinen Namen zu KWBZ. Berg verließ die Station und arbeitete für den Konkurrenzsender KHOW. Dort wurde er jedoch gefeuert und kehrte zurück zu KWBZ, die sich jedoch kurz darauf als reiner Musiksender etablierten. Der arbeitslose Berg wurde dann von KTOK in Oklahoma City, Oklahoma und Detroit, Michigan umworben. Er wurde schließlich jedoch von KOA (AM) unter Vertrag genommen und debütierte am 23. Februar 1981 und blieb dort bis zu seinem Tod.

Seine Sendungen wurden in mehr als 30 Staaten empfangen. Berg, der liberale gesellschaftliche und politische Ansichten vertrat, war bekannt dafür, Anrufer so lange zu verärgern, bis diese wütend wurden. Berg fing dann an diese zu beschimpfen.

Am 5. März 1982, versuchte Berg Ellen Kaplan, eine Anhängerin von Lyndon LaRouche, zu interviewen. Am 7. Februar 1982 hatte Kaplan am Flughafen Newark Henry Kissinger erkannt und diesen mit provokante Fragen angriff. Kissinger war auf dem Weg nach Boston, um dort einen schwierigen Bypass gesetzt zu bekommen. Kissingers Frau Nancy griff sie an und umschloss ihren Hals, ohne ihr weh zu tun.[3] Während seiner Sendung rief Berg Kaplan an und stellte sie als „widerwärtige Person“ dar und lobte Kissingers Angriff auf sie. Nachdem Kaplan bereits nach kurzer Zeit auflegte, griff er sie weiter an und füllte so die komplette Sendezeit aus. Danach erhielt KOA Beschwerden seiner Hörer und von Kaplans Freund. Die Anwälte von General Electric, dem Besitzer des Senders, rieten dem Sender zu Maßnahmen und so wurde Berg für einige Tage suspendiert. Danach verzichtete Berg auf einige seiner Tiraden.[4]

Tod

Am 18. Juni 1984 um 21:30 kehrte Alan Berg von einem Essen mit seiner damaligen Exfrau Judith zurück zu seinem Anwesen in der Adam Street.[5] Berg stieg aus seinem VW Käfer aus, als das Feuer auf ihn eröffnet wurde. Berg wurde zwölf Mal von einer Ingram MAC-10 getroffen, die illegal zu einer automatischen Schusswaffe umgebaut worden war. Die Waffe wurde später von einem Hostage Rescue Team des FBIs in der Wohnung eines Mitglieds von The Order sichergestellt.[6]

Vier Mitglieder von The Order wurden schließlich festgenommen und von der Bundesregierung angeklagt: Jean Craig, David Eden Lane, Bruce Pierce und Richard Scutari. Nur Lane und Pierce wurden verurteilt, beide jedoch nicht des Mordes[7], sondern wegen Schmuggels, Verschwörung und der Verletzung von Alan Bergs Bürgerrechten. Diese etwas ungewöhnliche Anklageerhebung hatte vor allem praktische und formaljuristische Gründe. Sie resultierten daraus, dass die Klageerhebung aufgrund eines Mordes Angelegenheit des Bundesstaats gewesen wäre, nur letztere Anklagepunkte jedoch auf Regierungsebene legitim waren. Beide Täter erhielten hohe Strafen. Lane wurde zu 190 Jahren, Pierce zu 252 Jahren Haft verurteilt.

Mediale Aufbereitung

Alan Bergs Leben und seine Ermordung wurde im Buch Talked to Death: The Life and Murder of Alan Berg von Stephen Singular beleuchtet. Steven Dietz verwendete die Ermordung als Inspiration für sein Theaterstück God’s Country (1988), welche wiederum Grundlage für die Filme Verraten und Talk Radio (beide 1988) waren.

Einzelnachweise

  1. Biography. Internet Movie Database.
  2. 2,0 2,1 Estes, Clarissa Pinkola (May 30, 2007). The Ironies: White Supremacist Convicted of Slaying Alan Berg Dies. The Moderate Voice.
  3. Dennis King: Lyndon LaRouche and the new American fascism, Doubleday, 1989, page 145
  4. Stephen Singular: Talked to Death, Berkeley 1989, page 147
  5. Flynn, Kevin (May 1, 2007). Fighting racism for 20 years - Neo-Nazi victim Alan Berg's ex-wife calls hate a 'disease'. Rocky Mountain News.
  6. "Gun used in slaying of talk show host found." Lexington Herald-Leader. December 18, 1984.
  7. The murder of Alan Berg in Denver: 25 years later

Weblinks


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Alan Berg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.