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Al ha-Nissim

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Al ha-Nissim (hebr. ‏עַל הַנִסִּים‎; dt.: Wegen der Zeichen)[1] ist ein jüdisches Gebet.

Geschichte

Al ha-Nissim (Wegen der Zeichen) wurde bereits in der Tosefta zu Chanukka und Purim erwähnt. Auch Raw Acha (hebr. ‏רב אחאי משבחא‎) nennt das Gebet in Sche'iltot (hebr. ‏ספר השאילתות‎). Der vollständige Gebetstext erscheint zum ersten Mal im Seder Raw Amram (hebr. ‏סדר רב עמרם גאון‎), dem ältesten bekannten Siddur mit großer liturgischer Sammlung einschließlich Gebets- und Ritualvorschriften, der von Amram ben Scheschna geschrieben wurde. Erneut erscheint der vollständige Gebetstext im Siddur Saadia Gaon (hebr. ‏סידור רס"ג‎).

Beschreibung

Al ha-Nissim wird an den beiden Feiertagen Chanukka und Purim – zusammen mit dem Achtzehnbittengebet und Birkat Hamason – vorgetragen. An diesen Feiertagen beginnt es mit den Worten, nach denen das Gebet benannt wurde.[2]

„וְעַל הַנִּסִּים וְעַל הַפֻּרְקָן. וְעַל הַגְּבוּרות. וְעַל הַתְּשׁוּעות וְעַל הַנִּפְלָאות וְעַל הַנֶּחָמות שֶׁעָשִׂיתָ לַאֲבותֵינוּ בַּיָּמִים הָהֵם בַּזְּמַן הַזֶּה:“

„Wegen den Zeichen, der Erlösung, der Kraft, dem Heil, den Wundern, dem Trost und der Kämpfe, die Du für unsere Väter damals geleistet hast.“
An Chanukka wird das Gebet vorgetragen, um Gott für die Wunder an Chanukka zu danken.

„בִּימֵי מַתִּתְיָה בֶן יוחָנָן כּהֵן גָּדול חַשְׁמונָאי וּבָנָיו כְּשֶׁעָמְדָה מַלְכוּת יָוָן הָרְשָׁעָה עַל עַמְּךָ יִשְׂרָאֵל לְשַׁכְּחָם תּורָתָךְ וּלְהַעֲבִירָם מֵחֻקֵּי רְצונָךְ. וְאַתָּה בְרַחֲמֶיךָ הָרַבִּים עָמַדְתָּ לָהֶם בְּעֵת צָרָתָם. רַבְתָּ אֶת רִיבָם. דַּנְתָּ אֶת דִּינָם. נָקַמְתָּ אֶת נִקְמָתָם. מָסַרְתָּ גִּבּורִים בְּיַד חַלָּשִׁים. וְרַבִּים בְּיַד מְעַטִּים. וּרְשָׁעִים בְּיַד צַדִּיקִים. וּטְמֵאִים בְּיַד טְהורִים. וְזֵדִים בְּיַד עוסְקֵי תורָתֶךָ. לְךָ עָשִׂיתָ שֵׁם גָּדול וְקָדושׁ בְּעולָמָךְ. וּלְעַמְּךָ יִשְׂרָאֵל עָשִׂיתָ תְּשׁוּעָה גְדולָה וּפֻרְקָן כְּהַיּום הַזֶּה. וְאַחַר כָּךְ בָּאוּ בָנֶיךָ לִדְבִיר בֵּיתֶךָ וּפִנּוּ אֶת הֵיכָלֶךָ. וְטִהֲרוּ אֶת מִקְדָּשֶׁךָ. וְהִדְלִיקוּ נֵרות בְּחַצְרות קָדְשֶׁךָ. וְקָבְעוּ שְׁמונַת יְמֵי חֲנֻכָּה אֵלּוּ בְּהַלֵּל וּבְהודָאָה. וְעָשִׂיתָ עִמָּהֶם נִסִּים וְנִפְלָאות וְנודֶה לְשִׁמְךָ הַגָּדול סֶלָה “

„In den Tagen des Hohepriesters Mattatias des Hasmonäers und seiner Söhne wandte sich das Königreich Griechenland gegen das Volk Israel, damit Deine Tora vergessen und Dein Wille nicht mehr befolgt werde. Und Du warst in Deiner großen Barmherzigkeit bei ihnen in der Zeit der Not. Streite Du mit Argumenten. Verkünde Du das Urteil. Nimm Du Rache für uns. Die Tradition der Helden befindet sich nun in der Hand von Schwachen. Zu viel befindet sich nun in den Händen weniger. Die Gottlosen befinden sich in den Händen der Gerechten. Was rituell rein ist, befindet sich in den Händen Unreiner. Fremde Hände haben sich Deiner Tora bemächtigt. Du schufst Dir in Deiner Welt einen großen und heiligen Namen. Du hast Dein Volk Israel gerettet und befreit. Danach kamen Deine Söhne in Dein heiliges Haus und säuberten es und versetzten Deinen Tempel in den Zustand ritueller Reinheit. Und sie zündeten Kerzen in Deinen heiligen Höfen an. Und sie begründeten das achttägige Fest der Tempeleinweihung zum Lob und Bekenntnis. Du ließest an ihnen Zeichen und Wunder geschehen, und wir danken Dir mit großer Freude.“
An Purim wird das Gebet vorgetragen, ohne die Wunder an Purim zu nennen.[2]

„בִּימֵי מָרְדְּכַי וְאֶסְתֵּר בְּשׁוּשַׁן הַבִּירָה. כְּשֶׁעָמַד עֲלֵיהֶם הָמָן הָרָשָׁע. בִּקֵּשׁ לְהַשְׁמִיד לַהֲרוג וּלְאַבֵּד אֶת כָּל הַיְּהוּדִים מִנַּעַר וְעַד זָקֵן טַף וְנָשִׁים בְּיום אֶחָד בִּשְׁלשָׁה עָשָׂר לְחדֶשׁ שְׁנֵים עָשָׂר הוּא חדֶשׁ אֲדָר וּשְׁלָלָם לָבוז. וְאַתָּה בְרַחֲמֶיךָ הָרַבִּים הֵפַרְתָּ אֶת עֲצָתו. וְקִלְקַלְתָּ אֶת מַחֲשַׁבְתּו. וַהֲשֵׁבותָ לּו גְּמוּלו בְּראשׁו. וְתָלוּ אותו וְאֶת בָּנָיו עַל הָעֵץ. וְעָשִׂיתָ עִמָּהֶם נֵס וָפֶלֶא וְנודֶה לְשִׁמְךָ הַגָּדול סֶלָה“

„In den Tagen des Mordechai und Esther in Susa wandte sich der böse Haman gegen das Volk Israel und befahl alle Juden – jung und alt, Kinder und Frauen – am 13. Adar zu töten. In Deiner großen Barmherzigkeit hast Du seine Anweisung verletzt, seinen Ideen Schaden zugefügt und ihn zur Vergeltung auf seinen Kopf geschlagen. Schließlich hängte man ihn und seine Söhne an einen Baum auf. Du ließest an ihnen Zeichen und Wunder geschehen, und wir danken Dir mit großer Freude.“

Weblinks

Literatur

  • Amram ben Scheschna: Seder Raw Amram. Nidpas be-vet defus shel Safragraf, New York 1956, OCLC 49263880.
  • Saadia ben Joseph: Der Siddur des Rabbi Saadia Gaon. Frankfurt am Main 1904, OCLC 19196717 (Reprint der hebräischen Originalausgabe OCLC 741110377).
  • Caspar Levias: Otṣar ḥokhmat ha-lashon. G. E. Stechert, Leipzig 1913.

Einzelnachweise

  1. Langenscheidt Achiasaf Handwörterbuch Hebräisch-Deutsch, Langenscheidt, Berlin 2004, OCLC 57476235, S.373 נִסִּים ונִפְלָאוֹת Zeichen und Wunder.
  2. 2,0 2,1 Pinchas Stolper, Isaac Hutner: Chanukah in a new light : grandeur, heroism and depth, Israel Book, Lakewood (NJ) 2005, OCLC 18389019, S. 24


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