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Ahron Kohen

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Rabbi Ahron Kohen

Rabbi Ahron Kohen (geb. 1905 in Litauen; gest. 1961 / 18. Sivan 5721 in Israel) war Rosch Jeschiwat Chewron.

Leben

Er kam in Litauen 1905 zur Welt. Unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kam er in die Jeschiwat Knesset Jisrael in Slobodka, wo er als Iluj bekannt wurde. Der Alte von Slobodka, Reb Natan Zwi Finkel, schätzte ihn sehr, und auch der Rosch Jeschiwa, Reb Mosche Mordechaj Epstein, der seine aussergewöhnlichen Eigenschaften und Fähigkeiten kannte, hatte zu ihm eine enge Bindung und gab ihm schliesslich seine Tochter zur Frau.

1924 übersiedelte die ganze Jeschiwa Knesset Jisrael von Slobodka nach Erez Jisrael und richtete sich in der Stadt Chewron ein. Rabbi Ahron liess sich auch dort durch nichts stören und vertiefte sich vollständig ins Lernen. Bei den Unruhen in Chewron im Aw 5689 (1929) hatten er und seine Frau grosses Glück und sie überlebten das Massaker auf wunderliche Weise.

Als sein Schwiegervater, der Rosch Jeschiwa der Chewroner Jeschiwa, 1933 niftar wurde, übernahm Rabbi Jecheskel Sarna die Führung der Jeschiwa und er amtierte als zweiter Rosch Jeschiwa.

Während dreissig Jahren erteilte Rabbi Ahron Schiurim und Sichot Mussar in der Jeschiwa und bildete Tausende Talmidim aus. Neben seinen aussergewöhnlich schnellen und tiefgründigen Gedankengängen hörte sein Kopf nie mit dem Lernen auf. Die Talmidim sagten schmunzelnd über ihn: "Sobald er sein Haus verlässt, hat er einen vollständigen Schiur schön und ordentlich vorbereitet. Auf dem Weg in die Jeschiwa bereitete er einen weiteren Schiur vor, sobald er die Kanzel bestieg, fiel ihm noch ein Chidusch ein. Während er seine Hand über die Stirne führt, fiel ihm noch ein Schiur ein und während des Schiurs liess er dann die ganze Sugja in einem völlig neuen Licht erstrahlen!"

Ausser seinem Geonut in Tora erfüllte er auch die Mitzwa von Gemillut Chessed persönlich und mit seinem Geld. Er erfüllte auch den Ausspruch von Chasal: "Zieht jemand einen Waisen bei sich zuhause auf, wird es ihm angerechnet, als ob er ihn auf die Welt brachte". So schreibt er auch in der Einleitung zu seinem Sefer "Bet Ahron": "Haschem bescherte uns keine Kinder. Er gab uns aber das Verdienst, Waisen bei uns zuhause aufzuziehen und sie mit Talmidei Chachamim zu verheiraten. Desweiteren versuchte ich immer, meine Talmidim zu lehren und ihnen den Weg zum Verstehen der Tora zu weisen. Ich versuchte ihnen wie ein Vater zu sein und ihr Herz zur Tora und zu ihrem Vater im Himmel zu bewegen."

Sein Werk über die Tora und Moadim unter dem Namen "Beit Ahron" basiert in erster Linie auf dem Targum Jonatan Ben Uziel. Er entdeckte in diesem Targum nicht nur die einfache Übersetzung der Psukim und auch nicht nur einfache Erklärungen über die Tora. Vielmehr entdeckte er, dass darin noch viel tiefere Peruschim verborgen sind und man durch die Erklärungen oft schwierige Fragen und verborgene Teile der Midraschim erklären kann. Er fügte den Peruschim auch noch viel Mussar und auch einige "chassidische Peruschim" hinzu.

Er unterhielt sich oft mit dem Admo'r von Gur und Rabbi Mordechai Chajim Slonim.

Er wurde von Jahr zu Jahr schwächer, sein körperlicher Zustand hatte aber keinerlei Einfluss auf sein Toralernen. Er selbst pflegte immerzu dankbar und fröhlich bekanntzugeben, wieviel Erbarmen Haschem mit ihm habe, dass er trotz seiner grossen Schwäche ständig neue Chiduschim herausfinden konnte und ihm viele verborgene Teile der Tora offenbart wurden.

Rabbi Ahron lebte nur 56 Jahre, diese waren aber voll mit Tora und Awodat Haschem. Er hatte unzählige Talmidim, die durch ihn den Toraweg beschritten.

Da der Har Hasetim damals noch unter jordanischer Herrschaft war, konnte man ihn nicht neben den anderen Roschei Jeschiwa der Slobodker Jeschiwa auf dem Berg begraben, sondern nur auf dem Har Hamenuchot.

Zitat über R. Ahron Kohen

Sein Schwager, Reb Jecheskel Sarna, sagte beim Hesped über ihn: "Das ist ein Raw, der einem Mal'ach Haschem Zewakot gleicht!" Danach erklärte er: "Wenn unsere Weisen uns sagen, dass wir von einem Raw, der einem Mal'ach gleicht, Tora lernen sollen, dann können wir uns fragen, wie wir denn überhaupt wissen können, was ein Mal'ach ist, so dass wir einen Raw aussuchen können, der ihm ähnlich ist? Die Antwort darauf ist, dass wir über einen Mal'ach eine Sache wissen: Er ist eine himmlische Kreatur, der von allem Irdischen vollkommen abgetrennt lebt. Mit genau diesen Worten kann Reb Ahron beschrieben werden: Er konnte sich über das Irdische erheben."

Hinweis

Der Artikeltext beruht in weiten Teilen auf einem Nachruf in der Jüdischen Zeitung, Zürich, Ausgabe vom 20. Juni 2014, Seite 15-16.


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