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Ahron Daum

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Ahron Daum

Ahron Daum (* 6. Januar 1951 in Bnei Brak, Israel) ist ein israelischstämmiger modern-orthodoxer Rabbiner, Lehrer, Autor und früherer alleiniger Gemeinderabbiner in Frankfurt am Main. Er wohnt derzeit in Antwerpen.

Persönliches Leben und Ausbildung

Ahron Daum wurde in Bnei Brak in eine religiöse aschkenasische Familie geboren. Sein Vater Schmuel Daum war ein wichtiger Lehrer, Schriftsteller und Gemeindefigur und entstammte einer bekannten rabbinischen Familie aus Polen und Böhmen. Seine Mutter, Rivka Gina Daum, entstammte einer Kaufmannsfamilie aus Sopron. Er hat drei jüngere Brüder. Seine intensive religiöse Ausbildung begann im Alter von 13 Jahren in der berühmten litauisch-chassidischen „Ruzhin“-Jeschiwa in Bnei Brak. Im Alter von 14 Jahren verließ er Israel in Richtung Vereinigtes Königreich, wo er seine Studien zunächst an der Yeshiva „Ha-Rama“ fortsetzte, wechselte dann später aber an die zionistische Yeshiva „Etz Chaim“ in Montreux. Im Jahre 1975, nachdem er in der Schweiz sein Bakkalaureat (Abitur) bestanden hatte, ging er an das Jews’ College, Universität von London, wo er einen Bachelor-Abschluss in Jüdischen Studien erwarb (mit Auszeichnung).[1] Von 1978 an besuchte er das Theologische Seminar von Rabbi Isaac Elchanan (RIETS '82) der Yeshiva-Universität, New York, wo er einen Master-Abschluss in Biblischen Studien erwarb (mit Auszeichnung)[1] und seine rabbinische Ordination erhielt. Das Angebot, seine Studien fortzusetzen, um den Titel eines Dayans zu erlangen, lehnte er ab und kehrte nach Europa zurück. Dort heiratete er Francine Frenkel, mit der er drei Töchter hat. Er beherrscht Hebräisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch und Jiddisch in Wort und Schrift, weiterhin verfügt er über passive Kenntnisse in Aramäisch und Latein.

Rabbinischer Werdegang

Im Jahre 1982 begann er seine rabbinische Karriere in der Schweiz als Gemeinderabbiner in Biel.[1] Sein Amt verließ er im Jahre 1986, um Doktorand am “Christlich-Jüdischen Institut” in Luzern zu werden, welches an die Theologische Fakultät der Universität Luzern angegliedert war. Im Jahre 1987 nahm er das Amt des alleinigen Gemeinderabbiners der jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main [1][2] an, welche zu dieser Zeit die größte und angesehenste jüdische Gemeinde im damaligen Westdeutschland war. Im Jahre 1994 trat er aus familiären Gründen vom Amt des Gemeinderabbiners zurück und zog nach Antwerpen, wo bereits der größte Teil seiner Familie lebte. Dort begann er damit, Judentum im staatlichen Schulsystem und an jüdischen Tagesschulen zu unterrichten. Im Jahre 1995 nahm er eine Stelle als Dozent in Jüdischem Recht an der Fakultät für Komparative Religionswissenschaft an der Universität Antwerpen an.[1] In Anerkennung seiner dortigen Lehrtätigkeit und seiner schriftlichen Werke zur Halacha verlieh ihm die Fakultät eine Ehrenprofessur in Jüdischem Recht. Seit 2001 führt er zusammen mit seiner Ehefrau eine Reihe von Projekten zur Öffentlichkeitsarbeit für Baale Teschuva, Nichtjuden, die an Jüdischen Studien interessiert sind, und angehende Giurim durch. Heutzutage nimmt dies den größten Teil seiner Zeit in Anspruch und als Bestandteil dieser Aktivitäten organisiert er zusammen mit dem in den Niederlanden/Israel ansässigen Shalom-Zentrum regelmäßig Studientage zu unterschiedlichen Themen im Bereich der Jüdischen Studien.

Wirken und Veröffentlichungen

Prof. Rabbiner Ahron Daum veröffentlichte zu einer Vielzahl von Themen der Jüdischen Studien. Während seiner Zeit in der Schweiz war er freier Mitarbeiter der jüdischen deutsch-schweizerischen Wochenzeitung Jüdische Rundschau[2] mit regelmäßigen Veröffentlichungen von Artikeln zur Halacha. Während seiner Amtszeit als alleiniger Gemeinderabbiner in Frankfurt am Main schrieb er regelmäßig Artikel für die „Die Jüdische Allgemeine“ und das zweimonatlich erscheinende Magazin „Die Gemeinde“. Seit 2010 schreibt er eine monatliche Kolumne für das Magazin „Joods Actueel”, die am weitesten verbreitete jüdische Publikation in Belgien. In diesen Kolumnen schreibt er über das gesamte Spektrum der Jüdischen Studien, z. B. seine Serie zur Geschichte des Judentums. Er ist der Autor zweier Bücher. Sein erstes Buch „Halacha aktuell“[2] ist ein zweibändiges Werk, geschrieben in Deutsch, welches halachische und aktuelle Fragestellungen behandelt, so wie sie in der halachischen Literatur und insbesondere der sogenannten „Responsenliteratur” auftauchen. Es wurde in der halachischen Welt anerkennend aufgenommen und fand die Zustimmung von vielen anerkannten Halacha-Autoritäten. Einige Artikel dieses Buches wurden in rabbinischem Hebräisch verfasst und später gesondert unter dem Titel „Iyunim b’Halacha“ veröffentlicht. Sein zweites Buch hat den Titel „Die Jüdischen Feiertage in Sicht der Tradition". Es ist eine zweibändige Anthologie, die halachische Artikel, Predigten, literarische Hinweise, homiletische Gedanken, Folklore und witzige Geschichten zu den Jüdischen Feiertage und den Shabbat in sich vereint.

Veröffentlichte Werke

  • Halacha aktuell, Jüdische Religionsgesetze und Bräuche im modernen Alltag (Haag und Herchen Verlag, Frankfurt am Main, 1992, 2 Vol., p. 387 – p. 773)
  • Iyunim b’Halacha (Haag und Herchen Verlag, Frankfurt am Main, 1992, p. 93)
  • Die Feiertage Israels, Die jüdischen Feiertage in der Sicht der Tradition (Herchen Verlag, Frankfurt am Main, vol. I, 1993, p. 556, vol. II, 1994, p. 557)
  • „Das aschkenasische Rabbinat : Studien über Glaube und Schicksal“ (Julius Carlebach) / Die Rolle des Rabbiners in Deutschland heute (Ahron Daum)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Diplomas and certificates. Best Jewish Studies, abgerufen am 27. November 2013.
  2. 2,0 2,1 2,2 Letters of Accomodation and Approbation in Hebrew and European Languages (PDF; 3,7 MB) Best Jewish Studies.

Weblinks


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