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Ahawa Rabba

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Ahawa rabba (hebr. ‏ אַהֲבָה רָבָה ‎; dt. große Liebe) ist ein Segensspruch, der im jüdischen Morgengebet (Schacharit) kurz vor dem Schma Jisrael gesprochen wird. Es ist der Anfang eines sehr alten Hymnus, der im Gebetbuch dem Schma vorausgeht und den Dank für die Israel gegebene Offenbarung beinhaltet. Im deutsch-polnischen Ritus ist er zum Teil des Morgengebetes geworden.

Beschreibung

Da das Sprechen des „Schma Jisrael“ im Judentum eine Mitzwa, eine religiöse Pflicht ist, wird das „Schma Jisrael“ im täglichen Gebet mit einem Segensspruch eingeleitet. „Mitzwot“ (Plural von Mitzwah) geht stets ein Segensspruch voraus. Diese Funktion erfüllt Ahawah Rabbah, welches schon in der Mischnah bekannt ist (Berachot 1,4). Dort wird behauptet, der Text stamme aus dem Morgengebet im Tempel.

Der Segensspruch, der im aschkenasischen Judentum als Ahawa Rabbah überliefert ist, findet sich im sefardischen und italienischen Ritus als „Ahawat Olam“ wieder. Diese Unterscheidung wird bereits im Talmud genannt (Berachot 11b) und spiegelt offenbar zwei unterschiedliche Traditionen. Die Tradition der Juden aus Babylonien und diejenige der Juden im Land Israel. Wohl um beiden Überlieferungen Rechnung zu tragen, übernahmen die aschkenasischen Gemeinden ein kürzeres Gebet mit dem Namen „Ahawat Olam“ in ihren Ritus auf und stellten es vor das „Schma Jisrael“ am Abend. Der Text weicht jedoch von dem hier genannten Ahawa Rabbah ab und ist wesentlich kürzer. In sefardischen Gebetbüchern und anderen Riten wird lediglich „Ahawat Olam“ verwendet. Hauptmotiv des Textes ist der Dank für die Offenbarung der Torah und die Bitte um die Sammlung der Diasporajuden aus „aus allen vier Enden“ der Welt.

Das Sprechen des Ahawa rabba erfüllt auch das Gebot des Torastudiums. In der Regel werden Verse aus der Tora während des Birkat HaSchachar hebr. ‏בִּרְכוֹת הַשַּׁחַר‎ vorgetragen. Falls jedoch diese Verse während des Birkat HaSchachar nicht vorgetragen wurde, erfüllt man diese Verpflichtung durch den Vortrag des Ahawa rabba. Jedoch entspricht der Vortrag von Schema dieser Anforderung nicht, wenn das Schma aus Versen der Tora zusammengesetzt ist.[1]

Es ist Brauch, während des Sprechens von Ahawa rabba die vier Zizijot des Tallits in die Hand zu nehmen, während die Worte über die vier Enden der Welt spricht. Der Beter hält diese dann während des gesamten Schma Jisraels in der Hand, sie werden im dritten Abschnitt des Schmas geküsst und während des Sprechens des folgenden Emet we-Jaziw hebr. ‏ אֱמֶת וְיָצִיב ‎ losgelassen[2].

Textauszug

„ אַהֲבָה רַבָּה אֲהַבְתָּנוּ יְיָ אֱלֹהֵינוּ חֶמְלָה גְדוֹלָה וִיתֵרָה חָמַלְתָּ עָלֵנוּ. אָבִינוּ מַלְכֵּנוּ בַּעֲבוּר אֲבוֹתֵינוּ שֶׁבָּטְחוּ בְךָ וַתְּלַמְּדֵם חֻקֵּי חַיִּים כֵּן תְּחָנֵּנוּ וּתְלַמְּדֵנוּ. אָבִינוּ הָאָב הָרַחֲמָן הָמְרַחֵם רַחֵם עָלֵינוּ וְתֵן בְּלִבֵּנוּ לְהָבִין וּלְהַשְׂכִּיל לִשְׁמֹעַ לִלְמֹד וּלְלַמֵּד לִשְׁמֹר וְלַעֲשׂוֹת וּלְקַיֵּם אֶת כָּל דִּבְרֵי תַּלְמוּד תּוֹרָתֶךָ בְּאַהֲבָה. .[3]

Mit Liebesfülle hast Du uns geliebt, Gott unser Gott, hast ein großen, ein übergroßes Erbarmen mit uns geübt, unser Vater und unser König, um unserer Väter willen, die in Dich vertraut, und die Du Gesetze des Lebens gelehrt, so gewähre uns Begabung und lehre uns. Unser Vater, barmherziger Vater, de Du Erbarmen übst, erbarme Dich unser und gieb in unser Herz Einsicht und Verständnis zu gewinnen, zu öhren, zu lernen und zu lehren, zu hüten, zu vollbringen und zu erfüllen alle Wort der Überlieferung Deiner Lehre und Liebe[…] .[4]


„וְהָאֵר עֵינֵינוּ בְּתּוֹרָתֶךָ וְדַבֵּק לִבֵּנוּ בְּמִצְוֹתֶיךָ וְיַחֵד לְבָבֵנוּ לְאַהֲבָה וּלְיִרְאָה שְׁמֶךָ וְלֹא נֵבוֹשׁ לְעוֹלָם וָעֶד כִּי בְשֵׁם קָדְשְׁךָ הַגָדוֹל וְהַנּוֹרָא בָּטָחְנוּ. נָגִילָה וְנִשְׂמְחָה בִּישׁוּעָתֶך׃ וַהֲבִיאֵנוּ לְשָׁלוֹם מֵאַרְבַּע כַּנְפוֹת הָאָרֶץ, וְתוֹלִיכֵנוּ קוֹמְמִיּוּת לְאַרְצֵנו כִּי אֵל פּוֹעֵל יְשׁוּעוֹת אָתָה וּבָנוּ בָחַרְתָּ וְקֵרַבְתָּנוּ לְשִׁמְךָ הַגָּדוֹל סֶלָה בֶּאֱמֶת לְהוֹדוֹת לְךָ וּלְיַחֶדְךָ בְּאַהֲבָה. בָּרוּךְ אַתָּה יְיָ הַבּוֹחֵר בְּעַמּוֹ יִשְׂרָאֵל בְּאַהֲבָה.[5]


׃[6]}}

Erleuchte unsere Augen in Deiner Lehre, lasse unser Herz hängen an Deinen Geboten und einige unseren Sinn, Deines Namen zu lieben und zu fürchten, daß wir uns in Ewigkeit nicht zu schämen haben. Denn in Deinen großen und gefürchteten heiligen Namen haben wir die Zuversicht, daß wir Deiner Hülfe froh laut uns zu freuen haben werden. Bringe uns zum Frieden heim von den vier Seiten der Erde und führe uns aufrecht zu unserm Lande; denn Hülfe wirkender Gott hbist Du, unduns hast Du aus allen Völkern und Zungen erwählt und hast uns Deinem großen Namen für immer in Wahrheit nahe gebracht, Dirzu huldigen und deine Einheit in Liebe zu bekenn; gesegnet seist Du, Gott der sein Volk Jisrael in Liebe erwählt […].[7]

Einzelnachweise

  1. Meoros hadaf hayomi, Volume 1 By Bet ha-midrash di-Ḥaside Sokhaṭshov (Bene Beraḳ, Israel), SS. 33-35
  2. The JPS guide to Jewish traditions By Ronald L. Eisenberg, Jewish Publication Society, S. 378.
  3. Siddûr tefillôt Yiśrāʾēl / übers. u. erl. von Samson Raphael Hirsch. -3. Aufl. Frankfurt a. M.: Kauffmann, 1921, S. 112.
  4. Siddûr tefillôt Yiśrāʾēl / übers. u. erl. von Samson Raphael Hirsch. -3. Aufl. Frankfurt a. M.: Kauffmann, 1921, S. 113.
  5. Siddûr tefillôt Yiśrāʾēl / übers. u. erl. von Samson Raphael Hirsch. -3. Aufl. Frankfurt a. M.: Kauffmann, 1921, S. 112.
  6. Siddûr tefillôt Yiśrāʾēl / übers. u. erl. von Samson Raphael Hirsch. -3. Aufl. Frankfurt a. M.: Kauffmann, 1921, S. 112.
  7. Siddûr tefillôt Yiśrāʾēl / übers. u. erl. von Samson Raphael Hirsch. -3. Aufl. Frankfurt a. M.: Kauffmann, 1921, S. 113.

Weblinks


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