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Aharon Appelfeld

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Aharon Appelfeld, 2007

Aharon Appelfeld (hebr. ‏אהרון אפלפלד‎‎; geboren am 16. Februar 1932 in Jadova, Kreis Storojineț, Königreich Rumänien (heute: Schadowa, Ukraine) als Erwin Appelfeld; gestorben am 4. Januar 2018 in Jerusalem) war ein israelischer Schriftsteller.

Leben

Aharon Appelfeld wurde 1932 in der Nähe von Czernowitz in der Bukowina geboren. Er wuchs in einem gutbürgerlichen Haushalt in Czernowitz auf, das von ihm als Kultur- und Universitätsstadt wahrgenommen wurde.[1] Mit seinen Eltern sprach er Deutsch (und sprach es weiterhin fließend), mit seinen Großeltern Jiddisch, mit anderen Menschen oft Ukrainisch.

Als er acht Jahre alt war und die erste Klasse der Grundschule hinter sich hatte, wurde seine Mutter von rumänischen Antisemiten umgebracht und er gemeinsam mit seinem Vater in ein Zwangsarbeitslager (er bezeichnete es 2011 nicht als KZ) im eroberten Transnistrien verschleppt, wo er vom Vater getrennt wurde. Es gelang ihm zu fliehen, sich in den Wäldern versteckt zu halten und später als Gelegenheitsarbeiter auf rumänischen Bauernhöfen zu arbeiten. „Ich war blond und blauäugig“, erinnerte sich Appelfeld, dem es gelang, seine jüdische Identität zu verbergen und sich als Ukrainer auszugeben.[1] 1944 schloss sich Aharon Appelfeld den westwärts vorrückenden Truppen der Roten Armee als Küchenjunge an.

Nach Kriegsende erreichte er 1946 mit anderen Flüchtlingen über Italien Palästina, wo er Hebräisch lernte und die Hochschulreife erwarb. Danach studierte er an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Von 1975 bis zu seiner Emeritierung 2001 war Appelfeld Professor für hebräische Literatur an der Ben-Gurion-Universität des Negev in Be’er Scheva.

Völlig überraschend[2] erfuhr er erst in den 1950er Jahren vom Überleben seines Vaters, bevor dieser aus der Sowjetunion nach Israel einwanderte und mit seinem Sohn zusammengeführt wurde.[3]

Zum Ende der 1950er Jahre veröffentlichte er erste Erzählungen in hebräischer Sprache, in denen er Probleme der Überlebenden der Judenverfolgung beschreibt. Darüber hinaus fand die verlorene Welt seiner Kindheit immer wieder Eingang in seine Literatur. In seinem Werk beschäftigte sich Appelfeld hauptsächlich mit Schicksalen jüdischer Menschen in einer von Multikulturalität geprägten Gesellschaft. „Anders als bei seinen israelischen Schriftstellerkollegen ist der Nahost-Konflikt bei ihm so gut wie unsichtbar geblieben, und die Menschen, die er gestaltete, waren keine Israelis, sondern Juden.“[4]

International wurde Appelfeld mit dem Erscheinen der englischen Übersetzung seines Romans Badenheim (1980) bekannt, für Der Eiserne Pfad wurde er 1999 mit dem National Jewish Book Award ausgezeichnet.

Mit seiner aus Argentinien nach Israel eingewanderten Ehefrau Judith hatte er drei Kinder[2] und lebte zuletzt im Jerusalemer Stadtteil Rechavia.[5]

Auszeichnungen

Appelfeld erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen für sein literarisches und akademisches Schaffen.[6] Er wurde unter anderem mit folgenden Preisen ausgezeichnet:

Werke

deutsche Ausgaben, zeitlich absteigend

Literatur

Weblinks

 Commons: Aharon Appelfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Äußerung in der Sendung Menschenbilder im Radiosender Ö1 des ORF, gesendet 15. Mai 2011
  2. 2,0 2,1 Jessica Steinberg: Aharon Appelfeld, literary giant who gave vivid voice to Holocaust, dies at 85, in: Times of Israel vom 4. Januar 2017 (englisch)
  3. David B. Green: Questions & Answers: A Conversation With Aharon Appelfeld, in: Haaretz vom 5. April 2010, abgerufen am 4. Januar 2017 (englisch)
  4. Jakob Hessing: Nostalgisch aber war er nie: Zum Tod des Schriftstellers Aharon Appelfeld. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 5. Januar 2018, S. 12.
  5. Marko Martin: Autor Aharon Appelfeld: „Im Krieg sah ich das Leben in seiner Nacktheit“, in: Welt.de vom 1. Januar 2018
  6. Prizes, Awards, and Honors of Aharon Appelfeld auf der Webseite der Ben-Gurion-Universität des Negev (HTML, englisch), abgerufen am 6. Dezember 2015.
  7. Rezension: A. Breidenstein: Fürchtet euch doch nicht. In: NZZ vom 22. April 2006.
  8. Leseprobe mit dem Beginn des Appelfeld-Gespräches (bis S. 21) (PDF; 1,5 MB). Beim Verlag Random House, abgerufen am 15. März 2011.
  9. Rezension von Blumen der Finsternis. Auf haGalil. Abgerufen am 15. März 2011.


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