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Aha-Erlebnis

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Aha-Erlebnis ist ein von dem deutschen Psychologen Karl Bühler geprägter Begriff aus der Psychologie, der das schlagartige Erkennen eines gesuchten, jedoch zuvor unbekannten Sinnzusammenhanges bezeichnet. In der psychologischen Forschung zu Einsicht taucht es oft als Charakteristikum auf, das sich einstellt nach vermeintlich vollendetem Erkenntnisprozess.

Ein neuerer theoretischer Ansatz des Aha-Erlebnisses geht von vier definierenden Merkmalen aus: Erstens, das Aha-Erlebnis kommt plötzlich. Zweitens, die Lösung eines Problems kann flüssig verarbeitet werden. Drittens löst das Aha-Erlebnis positiven Affekt aus (die von Bühler erwähnte Lustbetonung). Viertens ist eine Person, die eine plötzliche Einsicht erlebt, von der Richtigkeit der Lösung überzeugt. Diese vier Eigenschaften sind nach diesem Ansatz jedoch nicht losgelöst, sondern miteinander verbunden, denn hohe Verarbeitungsflüssigkeit, vor allem wenn sie unerwartet und plötzlich auftritt, führt sowohl zu einer positiveren affektiven Bewertung wie auch zu Urteilen höherer Korrektheit oder Wahrheit von Aussagen.[1][2]

Der Volksmund bezeichnet das Auftreten eines Aha-Erlebnisses auch als „Der Groschen ist gefallen.“

Obwohl Aha-Erlebnisse universell vorkommen, gibt es in vielen Sprachen keine Bezeichnung dafür.[3] Der deutsche Begriff wird daher in andere Sprachen übernommen, so von dem französischen Psychoanalytiker Jacques Lacan in seiner Theorie des Spiegelstadiums.[4] In der englischen Sprache werden die Begriffe „Eureka effect“ und „aha! effect“ synonym verwendet.

Weblinks

Fußnoten

  1. Topolinski, S., & Reber, R. (2010). Gaining insight into the "Aha"-experience. Current Directions in Psychological Science, 19, 402-405.
  2. Wray, H. (2011, January). Aha! The 23-Across Phenomenon. APS Observer, 24(1).
  3. Kjell Kühne (2008): Das Aha-Erlebnis. Universität Heidelberg.
  4. The mirror stage as formative of the function of the I as revealed in psychoanalytic experience, 16th International Congress of Psychoanalysis, Zurich, July 17, 1949


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