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Adolf Ury

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Adolf Ury, 1911

Adolf Ury (auch Simon-Adolphe Ury, Nachname auch Uhry) (geb. 14. Juni 1849 in Niederbronn, Französische Republik; gest. 24. August 1915 in Straßburg, Deutsches Reich) war Oberrabbiner und Landtagsabgeordneter.

Leben

Adolf Ury besuchte die Jüdische Gemeindeschule in Bischheim am Saum, das Gymnasium in Buchsweiler und anschließend das Lyceum in Straßburg. Von 1868 bis 1874 studierte er am Rabbinerseminar (École rabbinique) in Paris. Dort bestand er das Examen zweiten Grades mit einer Arbeit über die Gewerbe im antiken Judentum nach Bibel und Talmud.

1871 votierte er zunächst für die französische Staatsbürgerschaft, kehrte aber 1874/75 nach Lauterburg, Deutsches Kaiserreich, als Rabbiner zurück. Dort heiratete er Alice Auscher, die Tochter eines wohlhabenden Gemeindemitglieds.

1885 ging Ury als Nachfolger von Salomon Lévy als Rabbiner nach Brumath. Ab 1886 war er gleichzeitig Dozent für Exegese und jüdische Geschichte am Rabbinerseminar Straßburg. Von 1890/91 bis 1899 war er Oberrabbiner des Konsistoriums von Lothringen in Metz, ab Anfang 1900 Oberrabbiner des Konsistoriums des Unterelsass in Straßburg. Er war Vorsitzender einer Reihe von Wohltätigkeitsvereinen, so des Israelitischen Waisenhauses und des Israelitischen Krankenunterstützungsvereins.

Er wurde zum Mitglied der ersten Kammer des Landtags gewählt, der er von 1912 bis zu seinem Tode 1915 angehörte. Nachfolger im Landtag wurde Nathan Netter.

Adolf Urys Frau und sein Sohn starben zwei Jahre vor ihm. Er selbst starb nach vierwöchigem Krankenbett an Herzlähmung.

Ehrungen

Adolf Ury wurde mit dem Roten Adlerordens 4. Klasse und dem Kronenorden 3. Klasse ausgezeichnet.

Schriften

  • Les Arts et les Métiers chez les Anciens Juifs selon la Bible et le Talmud. Dissertation, Paris.

Literatur

  • Regierung und Landtag von Elsaß-Lothringen 1911–1916. Biographisch-statistisches Handbuch. Mülhausen 1911, S. 125.
  • Herbert Friedenwald (Hrsg.): The American Jewish Year Book 5673. Philadelphia, Pennsylvania, 1912, S. 135.
  • Israelitisches Familienblatt. Hamburg, 2. September und 8. September 1915.
  • Allgemeine Zeitung des Judenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse in Betreff von Politik, Religion, Literatur, Geschichte, Sprachkunde und Belletristik. Hrsg. von Dr. Ludwig Philippson, 79. Jahrgang, No. 37, Berlin 1915, Beilage Der Gemeindebote S. 4, mit Nachruf (Digitalisat bei Compact Memory).
  • Ernest Hamburger: Juden im Öffentlichen Leben Deutschlands: Regierungsmitglieder, Beamte und Parlamentarier in der Monarchischen Zeit 1848–1918, 1968, ISBN 978-3-16-829292-0, S. 392, online.
  • Jean-Philippe Chaumont, Monique Lévy (Hrsg.): Dictionnaire biographique des rabbins et autres ministres du culte israélite. France et Algérie du Grand Sanhédrin (1807) à la loi de Séparation (1905). Paris 2007, S.710 f.
  • Eintrag UHRY, Simon-Adolphe. In: Michael Brocke und Julius Carlebach (Herausgeber), bearbeitet von Katrin Nele Jansen unter Mitwirkung von Jörg H. Fehrs und Valentina Wiedner: Biographisches Handbuch der Rabbiner. Teil 2: Die Rabbiner im Deutschen Reich, 1871–1945. K·G·Saur, München 2009, ISBN 978-3-598-24874-0, S. 616.

Weblinks


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Adolf Ury aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.