Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Adiabene

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Datei:Putzger Kleinasien.jpg
Karte von Corduene und Adiabene in den ersten christlichen Jahrhunderten.
Blaue Linie: Feldzug und Rückzug der Zehntausend durch Corduene 401 v. Chr.

Adiabene bezeichnet ein Territorium in Vorderasien. Zuerst wurde damit das Gebiet zwischen Oberem und Unterer Zab (= Großer und Kleiner Zab) bezeichnet, später auch die vor allem im Norden (Hadjab genannt) direkt angrenzenden Regionen. Weil es später politisch den größten Teil Assyriens umfasste, wurde der Name dann auch für ganz Assyrien verwendet. Bedeutendste Stadt war Arbela.

Geschichte

Im ersten nachchristlichen Jahrhundert wurde Adiabene von mehreren, von den Parthern abhängigen, Königen einer lokalen Dynastie regiert, die sich zum Judentum bekannte. Dabei wurden diese mehrfach in innerparthische Thronstreitigkeiten und parthisch-römische Konflikte verwickelt. Vor allem während der Regentschaft des Königs Izates II. (ca. 36–59/60) war der Einfluss im parthischen Reich beträchtlich. Eben jener Izates war es auch, der mit seiner Mutter Helena aus politischen Gründen (Proselytenwerbung) den Übertritt zum Judentum vollzog. Das Königshaus unterstützte die palästinischen Juden finanziell und entsandte während des Römischen Krieges sogar Truppen. Monobazos und Helena finden in der Mischna daher häufig Erwähnung und werden ihrer Frömmigkeit wegen gerühmt.

Als die Römer unter Trajan 116 Mesopotamien erobert hatten, wurde Adiabene unter dem Namen Assyria römische Provinz. Jedoch wurden die mesopotamischen Kolonien unter Trajans Nachfolger Hadrian wieder aufgegeben. Erst Septimius Severus eroberte 195 erneut kurzfristig Adiabene und nahm daraufhin den Beinamen Adiabenus an. Unter Caracalla marschierten die Römer 216 noch einmal in Adiabene ein.

Später verbündeten sich die Herrscher von Adiabene und der Herrscher von Kirkuk laut der Chronik von Arbela mit dem Sassaniden Ardaschir I. gegen den parthischen Herrscher Artabanos IV. Während der Herrschaft der Sassaniden gab es in Adiabene viele christlich-nestorianische Gemeinden.

Herrscher von Adiabene

Bischöfe von Adiabene

  • Pkidha (104–114)
  • Semsoun (120–123)
  • Isaac (135–148)
  • Abraham (148–163)
  • Noh (163–179)
  • Habel (183–190)
  • Abedhmiha (190–225)
  • Hiran (225–258)
  • Saloupha (258–273)
  • Ahadabuhi (273–291)
  • Sri'a (291–317)
  • Iohannon (317–346)
  • Abraham (346–347)
  • Maran–zkha (347–376)
  • Soubhaliso (376–407)
  • Daniel (407–431)
  • Rhima (431–450)
  • Abbousta (450–499)
  • Joseph (499–511)
  • Huana (511–?)

Literatur

  • Siegmund Fraenkel: Adiabene. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,1, Stuttgart 1893, Sp. 360.
  • Solomon Grayzel: A History of the Jews. From the Babylonian Exile to the present, 5728–1968. Mentor, New York 1968 (Nachdruck der Ausgabe Philadelphia 1948).
  • Jacob Neusner: The Conversion of Adiabene to Judaism. In: Journal of Biblical Literature. Band 83, 1964, S. 60–66.
  • Jacob Neusner: A History of the Jews in Babylonia. Band 1: The Parthian Period. Scholars Press, Atlanta, Ga. 1999, ISBN 0-7885-0605-6 (Nachdruck der Ausgabe New York 1965).
  • David G. Sellwood: Adiabene. In: Ehsan Yarshater (Hrsg.): Encyclopædia Iranica, Band 1(5), S. 456-459 (englisch, inkl. Literaturangaben).
  • Marco Frenschkowski: Iranische Königslegende in der Adiabene. Zur Vorgeschichte von Josephus: Antiquitates XX, 17–33. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG). Band 140, 1990, S. 213–233.
  • Erich Brauer: The Jews of Kurdistan. Wayne State University Press, Detroit 1993, ISBN 0-8143-2392-8.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Stanley A. Cook, Frank E. Adcock, Martin P. Charlesworth (Hrsg.): The Cambridge Ancient History. Band 11: The Imperial Peace. AD 70–192. University of Michigan Press, Ann Harbor 1969, S. 111.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Adiabene aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.