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Achsensymmetrie

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Datei:Symmetry.jpg
Figuren mit ihren Symmetrieachsen

Achsensymmetrie ist eine Eigenschaft einer Figur in der Geometrie. Gleichbedeutende Bezeichnungen dieser Eigenschaft sind axiale Symmetrie oder Axialsymmetrie. Eine Figur heißt achsensymmetrisch, wenn sie durch die senkrechten Achsenspiegelung an ihrer Symmetrieachse auf sich selbst abgebildet wird. Im Falle einer zweidimensionalen Figur sind die Begriffe „Achsensymmetrie“ und „Spiegelsymmetrie“ gleichbedeutend. In dreidimensionalen Räumen wird in der Regel die Symmetrie zu einer Symmetrieebene als Spiegelsymmetrie bezeichnet.

Definition

Eine Figur ist achsensymmetrisch, falls es eine Gerade gibt, so dass es zu jedem Punkt P der Figur einen weiteren (eventuell mit P identischen) Punkt P' der Figur gibt, so dass die Verbindungsstrecke [PP'] von dieser Geraden rechtwinklig halbiert wird.

Diese Gerade wird dann Symmetrieachse genannt.

Beispiele

  • Wie man in der nebenstehenden Abbildung erkennen kann, hat das Quadrat genau vier Symmetrieachsen. Vierecke, die keine Quadrate sind, haben weniger oder gar keine Symmetrieachsen. Ein Rechteck hat zum Beispiel immer noch zwei Symmetrieachsen, und zwar die beiden Mittelsenkrechten der gegenüberliegenden Seiten und das gleichschenklige Trapez, das Drachenviereck und das Antiparallelogramm besitzen noch mindestens eine Symmetrieachse.
  • Der Kreis hat sogar unendlich viele Symmetrieachsen, da dieser bezüglich jedes Durchmessers symmetrisch ist.
  • Eine andere Figur mit unendlich vielen Symmetrieachsen ist die Gerade. Sie ist unendlich lang und damit symmetrisch bezüglich jeder zu ihr senkrechten Achse, sowie der auf ihr selbst liegenden Achse.
  • Nicht nur 2-dimensionale Figuren können achsensymmetrisch sein. So ist die Kugel bezüglich jeder Gerade durch den Mittelpunkt achsensymmetrisch. Dies darf man nicht mit der Ebenensymmetrie verwechseln. Die Kugel ist auch ebenensymmetrisch. Das heißt, sie ist symmetrisch bezüglich einer Spiegelung an einer Ebene, die den Mittelpunkt der Kugel enthält.
  • Auch der Quader ist achsensymmetrisch.
  • Der Graph der Kosinus-Funktion ist ebenfalls achsensymmetrisch. Das Thema achsensymmetrischer Funktionen wird im folgenden Abschnitt genauer betrachtet.

Achsensymmetrie von Funktionsgraphen

Überblick

Datei:ASyFktGraph.svg
Funktion, deren Graph achsensymmetrisch zur Gerade x=a ist

Eine vor allem in der Schule beliebte Aufgabenstellung besteht darin, für den Graphen einer Funktion f : D \to \R die Achsensymmetrie nachzuweisen. Ist die y-Achse des Koordinatensystems die Symmetrieachse, so muss gezeigt werden, dass die Gleichung

f(-x) \, = \, f(x)

für alle x des Definitionsbereichs D erfüllt ist. Dann sagt man, dass der Graph der Funktion f symmetrisch zur y-Achse ist. Solche Funktionen nennt man auch gerade Funktionen. Diese Bedingung besagt, dass die Funktionswerte der Argumente x und -x übereinstimmen müssen.

Möchte man allgemeiner die Achsensymmetrie eines Funktionsgraphen zu einer beliebigen zur y-Achse parallelen Geraden mit der Gleichung x = a untersuchen, so muss man testen, ob die Funktion f die Gleichung

f(a-x) \, = \, f(a+x)

für ein festes a \in \R und für alle x aus dem Definitionsbereich erfüllt. Durch Substitution von x mit x-a erhält man die äquivalente Bedingung

f(2a-x) \, = \, f(x).

Beispiele

Als Beispiel dient die quadratische Funktion

f(x) \, = \, x^2-1.

Anwendung der genannten Bedingung für die Achsensymmetrie zur y-Achse ergibt

f(-x) \, = \, (-x)^2-1 = x^2-1 = f(x).

Der Graph (eine Parabel) ist also symmetrisch bezüglich der y-Achse.

Nun wird ein Beispiel einer Funktion angeführt, deren Graph nicht symmetrisch zur y-Achse aber doch achsensymmetrisch ist. Die Funktion

f(x) = x^2 - 4x + 3

ist ein solches Beispiel. Die Behauptung ist, dass der Graph von f achsensymmetrisch zur Senkrechten x = 2 ist. Es gilt also a = 2 und daraus folgt

\begin{align}
f(2a-x) &= f(4-x)\\ 
&= (4-x)^2 - 4(4-x) + 3\\
&= (16-8x+x^2) - (16-4x) + 3 \\
&= 16-8x+x^2-16+4x+3\\
&= x^2-4x+3\\
&= f(x)
\end{align}

Damit ist die Vermutung der Achsensymmetrie bestätigt.

Allgemein ist der Graph einer quadratischen Funktion f(x) = ax^2 + bx + c achsensymmetrisch zur vertikalen Geraden durch den Scheitelpunkt S = (x_s, y_s). Das sieht man leicht, wenn man den Funktionsterm in Scheitelpunktform f(x) = a(x-x_s)^2 + y_s umschreibt.

Rotationskörper

Hauptartikel: Rotationskörper

Eine Klasse achsensymmetrischer Körper im 3-dimensionalen Raum sind die Rotationskörper. Ein dreidimensionales Objekt ist ein Rotationskörper, wenn eine Drehung um jeden beliebigen Winkel um eine fixierte Achse das Objekt auf sich selbst abbildet. Diese Achse ist die Symmetrieachse. Das einfachste Beispiel eines Rotationskörpers ist der Zylinder.

Ebenensymmetrie

Eine andere Verallgemeinerung der Achsensymmetrie auf den 3-dimensionalen Raum ist die Ebenensymmetrie. Eine Figur ist ebenensymmetrisch, falls es eine Ebene gibt, so dass unter Spiegelung an dieser die Figur auf sich selbst abgebildet wird.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Achsensymmetrie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.