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Acetabulum (Anatomie)

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Darstellung des Acetabulum im Beckenknochen

Als Acetabulum, Hüftgelenk- oder Beckenpfanne wird in der Anatomie der vom Becken gebildete knöcherne Anteil des Hüftgelenks bezeichnet. Der medizinische Fachbegriff leitet sich von seiner Ähnlichkeit mit einem Essignäpfchen (lat. acetumEssig“) ab, wie es im antiken Rom auf jeder Tafel zu finden war.

Anatomie

Das Acetabulum wird von allen drei Hüftknochen – Darmbein (Os ilium), Sitzbein (Os ischii) und Schambein (Os pubis) – gebildet. Bei Raubtieren ist darüber hinaus noch der Azetabularknochen (Os acetabulare) an der Bildung beteiligt, der Ende des zweiten Lebensmonats mit den übrigen Anteilen verschmilzt.

Das Acetabulum besteht aus einer halbmondförmigen Gelenkfläche (Facies semilunata), die bei Wiederkäuern zweigeteilt ist (Pars major und minor). Die Knorpelfläche ist beim Menschen nur etwa 2 Zentimeter lang und 0,3 Zentimeter dick.

In der Mitte ist das Acetabulum zur Hüftgelenksgrube (Fossa acetabuli) ausgehöhlt. In dieser Grube entspringt ein Band (Ligamentum capitis ossis femoris) das einen dünnen Zweig der Arteria obturatoria, die Arteria capitis femoris, aufnimmt. Diese ist an der arteriellen Versorgung des Oberschenkelknochens beteiligt. Das Band selbst hat keine mechanische Funktion. Die offene Seite des Halbmonds wird als Incisura acetabuli („Hüftgelenkpfanneneinschnitt“) bezeichnet und durch ein Band (Ligamentum transversum acetabuli) verschlossen.

Der Rand des Acetabulums wird durch einen Knorpelsaum erhöht, der Pfannenlippe (Limbus acetabuli, in der Tieranatomie als Labrum acetabulare bezeichnet), so dass der Kopf des Oberschenkelknochens über seinen Äquator hinaus umfasst wird.

Klinik

Ein Knochenbruch im Bereich der Beckenpfanne wird als Azetabulumfraktur bezeichnet. Chronische Veränderungen des Acetabulums treten bei der Hüftgelenksarthrose auf. Eine Vorwölbung der Hüftgelenkpfanne (Protrusio acetabuli) kann erblich bedingt oder nach verschiedenen Hüftgelenkserkrankungen auftreten.

Eine zu flache Hüftgelenkpfanne kommt erblich bedingt vor allem beim Menschen (→ Hüftdysplasie) und verschiedenen Hunderassen (→ Hüftdysplasie des Hundes) vor.

Literatur

  • F.-V. Salomon: Knöchernes Skelett. In: F.-V. Salomon u. a. (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. Enke-Verlag Stuttgart, 2. erw. Aufl. 2008, ISBN 978-3-8304-1075-1, S. 37–110.


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