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Abtnaundorf

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Datei:Abtnaundorf um 1800.jpg
Abtnaundorf um 1800
Datei:Herrenhaus Abtnaundorf 1850.jpg
Das Herrenhaus des Gutes Abtnaundorf um 1850
Datei:Abtnaundorf Park.jpg
Im Abtnaundorfer Park
Datei:Abtnaundorf Eingangsbereich.jpg
Der Eingangsbereich zum Schlossareal
Datei:Abtnaundorf Schloss.jpg
Das Schloss Abtnaundorf heute

Abtnaundorf ist ein Leipziger Stadtteil im Nordosten der Stadt. Es bildet verwaltungsmäßig zusammen mit einem Teil von Schönefeld den Ortsteil Schönefeld-Abtnaundorf im Stadtbezirk Nordost.

Lage

Abtnaundorf liegt etwa 4,5 Kilometer vom Stadtzentrum Leipzigs entfernt in der Flussaue der Parthe. Es wird umgrenzt von Schönefeld, Mockau und Thekla.

Geschichte

Naundorf war ein altes Dorf mit Gut, das im 13. Jahrhundert an das Peterskloster Merseburg kam und so das „Abt“ im Namen erhielt. Das Kloster verpachtete das Gut mehrfach, das dann mitunter den Namen des Pächters annahm (Wognaundorff). Um 1540 wurde das zum Gut gehörige Vorwerk Heiterblick errichtet.

Nach der Reformation wechselte das Gut häufig den Besitzer (darunter ab 1696 Johann Ernst Kregel von Sternbach), bis es 1789 die Familie Frege erwarb, in deren Eigentum es bis 1916 blieb. Bereits ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurden Teile des ausgedehnten Landschaftsparks zwischen Dorf und Parthe angelegt.

In der Völkerschlacht bei Leipzig wurde Abtnaundorf bei den Kämpfen am 18. Oktober 1813 stark in Mitleidenschaft gezogen.

Zu Beginn des 19. Jahrhundert begann die Landhaus- und Villenbebauung, und nach Inkrafttreten der Sächsischen Landgemeindeordnung von 1838 erfolgte 1839 die Wahl des ersten Gemeinderates.

Im 19. Jahrhundert war Abtnaundorf mit seinem öffentlich zugänglichen Gutspark ein beliebtes, über die Parthewiesen zu erreichendes Ausflugsziel der Leipziger. 1892/93 wurde unter Arnold Woldemar von Frege-Weltzien das Herrenhaus des Gutes abgerissen und als Schloss neu aufgeführt (Architekt: Peter Dybwad). 1930 wurde Abtnaundorf nach Leipzig eingemeindet.

1943 wurde in Abtnaundorf ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald errichtet, dessen Insassen in den Erla-Flugzeugwerken in Heiterblick zur Rüstungsproduktion gezwungen wurden. Vor dem Herannahen der amerikanischen Truppen wurden die etwa 500 Häftlinge auf einen Todesmarsch in Richtung Wurzen getrieben. Die verbliebenen kranken und marschunfähigen Häftlinge wurden während des Massakers von Abtnaundorf bestialisch ermordet (Mahnmal an der Theklaer Straße).

1947 wurde das Rittergut zum Stadtgut, und das Schloss wurde zur Lehrerausbildung und als Krankenhaus genutzt. Von 1966 bis 1996 war hier die Kinderabteilung des Krankenhauses St.Georg. Seit 1998 wird das Anwesen von einem privaten Investor in eine komfortable Wohnanlage entwickelt.

Der von 1992 bis 1995 erschlossene Gewerbepark Nordost (u.a. VNG – Verbundnetz Gas, Ernst Klett Schulbuchverlag) liegt zum größten Teil auf der Flur des ehemaligen Rittergutes Abtnaundorf.

Sport

In Abtnaundorf befindet sich die Sportschule „Egidius Braun“ des Sächsischen Fußball-Verbandes e.V. (SFV). Sie wurde von 1958 bis 1966 erbaut. Das acht Hektar große Sportschulgelände beherbergt die größte Kunstrasenhalle Deutschlands mit einer Größe von 90 m × 60 m, zwei Rasenplätze, einen Kunstrasenplatz mit Flutlicht sowie ein Hotel.

Auf dem Gelände der Sportschule befindet sich auch das Steffi-Graf-Nachwuchszentrum des Sächsischen Tennis-Verbandes.

Literatur

  • Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z. PROLEIPZIG, Leipzig 2005.
  • G. A. Poenicke (Hrsg.): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen nach der Natur neu aufgenommen von F. Heise, Architect. I. Section: Leipziger Kreis. Leipzig [um 1860].

Weblinks

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