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Awraham Zwi Hirsch Eisenstadt

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Raw Awraham Zwi Hirsch Eisenstadt (geb. 1812[1] in Białystok; gest. 1868[2] in Königsberg) war ein bedeutender, dabei aber äusserst bescheidener jüdischer Gelehrter, Rabbiner und Zaddik in Polen und Russland. Sein Rat und seine Brachot waren gesucht. Viele Anhänger des Admor Zemach Zedek kamen zu ihm, statt zu ihrem Rebbe zu fahren (weil dieser ihnen Raw Eisenstadt empfohlen hatte).

Leben und Werk

Awraham Eisenstadt, Urenkel des grossen Raw Meir Eisenstadt, des Verfassers des Panim Me'irot, war Rabbiner in Grodno und dann im Gouvernement Kovno[3] und begann schon in jungen Jahren mit der Ausarbeitung seines wichtigen und weithin bekannten und genutzten Werkes Pitchei Teschuwa, einer sehr umfangreichen Sammlung von Responsen und Entscheidungen zu allen Gegenständen, die im Schulchan Aruch verhandelt werden (veröffentlicht: Wilna 1836 und öfter zu Jore De'a; 1862 zu Eben Ha-Eser; postum Lemberg 1876 und öfter zu Choschen Ha-Mischpat). Als er dieses Werk vollendete, war er erst ca. 22 Jahre alt.

Von geringerem Wert sind die den Pitchei Teschuwa hinzugefügten Erzählungen unter dem Titel Nachalat Zebi. Eisenstadt ist auch der Autor eines Kommentars zum Seder Gittin wa-Chaliza, herausgegeben von Michael b. Joseph von Krakau (Wilna 1863 und öfter) sowie weiterer halachischer Werke und darauf bezüglicher Novellen.

Raw Eisenstadt starb in Königsberg im Jahr 1868.

Die Geschichte vom Ochsen und Pferd

Illustration aus der Jüdischen Zeitung (siehe unten)

Folgende Geschichte wird über Raw Eisenstadt erzählt: Einmal wurde er von einer angrenzenden Stadt herbeigerufen, um bei einem Bet Din zu amtieren und einen halachischen Entscheid zu fällen. Dabei stiess er auf eine Gruppe von Viehhändlern, die soeben vom Markt zurückkehrten. Er sah, wie sie an ihren Wagen einen Ochsen und ein Pferd gespannt hatten, wies sie zurecht und verlangte von ihnen, den Ochsen unverzüglich vom Gespann zu entfernen. Die Händler lachten ihn aus und begannen, die Bewohner der Stadt zu verfluchen, die einen solchen Raw für halachische Entscheide herbringen. Raw Eisenstadt blieb ruhig, entgegnete ihnen aber entschlossen: "Die Stadtbewohner haben nichts mit unserem Gespräch zu tun. Ich bestimme deshalb, dass eure Schimpfworte auf den Kopf eures Ochsen fallen sollen!" Die Händler lachten wieder und wollten weitergehen. Da brach der Ochse aber auf der Stelle zusammen und starb vor den Augen der Händler.

Die Männer begannen nun zu zittern, als sie sahen, wie die Worte des Zaddik in Erfüllung gingen. Sie erzählten dem Verwalter der Herberge was geschehen war und fragten ihn, wer denn dieser Zaddik war. Er erklärte ihnen, dass es sich dabei um den Pitchei Teschuwa handelte, und riet ihnen, ihm sofort nachzulaufen und um Verzeihung zu bitten, sonst würden auch sie sich in einer Gefahr befinden.

Sie taten, wie ihnen geraten wurde, und fielen vor die Füsse des Zaddik. Er war gerne bereit, ihnen zu verzeihen - jedoch unter zwei Bedingungen: 1. Sie durften nie mehr einen Ochsen und ein Pferd gemeinsam vor den Wagen spannen und 2. nicht über einen Talmid Chacham lachen!

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. Nach anderen Angaben 1813 oder weitere Geburtsjahre genannt.
  2. Auch hier existieren weitere Angaben. Wininger nennt den 3. Elul 1865.
  3. Der Pitchei Teschuwa lebte sehr zurückgezogen und abgeschieden. Er war nur bereit, eine Rabanut-Stelle in kleineren oder weniger bedeutsamen Ortschaften anzunehmen, während er die Aufforderungen angesehener und blühender Städte, wie beispielsweise Ponivezh, zurückwies.

Hinweis

Die Geschichte vom Ochsen und Pferd wurde entnommen der Jüdischen Zeitung, Zürich, Ausgabe vom 24. August 2012, Seite 16.

Literatur (Auswahl)

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