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Abraham Horodisch

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Datei:Prins Bernhard, Abraham Horodisch (1978).jpg
Prinz Bernhard und Abraham Horodisch (rechts) im Jahr 1978

Abraham Horodisch (geb. 3. Februar 1898 in Łódź; gest. 7. November 1987 in Amsterdam) war ein niederländischer Antiquar, bibliophiler Sammler und Autor buchwissenschaftlicher Werke.

Leben

Der im damaligen russischen, später polnischen Łódź geborene Horodisch besuchte das Gymnasium in Königsberg und zog mit seiner Familie 1914 nach Berlin. 1920 gründete er mit bibliophilem Programm den Euphorion-Verlag, sein Teilhaber war Ernst Rathenau, Neffe von Walther Rathenau. Nach der Trennung von Euphorion rief er mit Moses Marx 1924 den Verlag Marx & Co. ins Leben sowie, auf Anregung von Herrmann Meyer, die Soncino-Gesellschaft der Freunde des jüdischen Buches. An den bibliophilen Editionen der Soncino-Gesellschaft war er maßgeblich beteiligt. Aufgrund der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 verließ Horodisch Deutschland und emigrierte nach Amsterdam. Dort eröffnete er 1934 das „Antiquariat Erasmus“, das er fünf Jahrzehnte leitete.

Leistungen

Horodisch ist der Verfasser mehrerer Werke zur Buchkunst und Buchillustration, unter anderem zu „Alfred Kubin als Buchillustrator“ (1949) und zu „Pablo Picasso als Buchkünstler“ (1957). Horodisch war auch ein bibliophiler Sammler, der eine bedeutende Buchsammlung zu Themen der Buchgeschichte, der Druckgeschichte und des Verlagswesens zusammengetragen hat. Diese ca. 8000 Bände umfassende Sammlung befindet sich heute als Horodisch Collection an der Bibliothek der Universität Tel Aviv.[1] An der Universität Tel Aviv wurde ein nach ihm benannter Lehrstuhl, der Horodisch Chair for the History of Books eingerichtet. Anlässlich von Horodischs sechzigsten Geburtstag wurde eine Festschrift mit dem Titel Amor librorum publiziert mit internationalen Beiträgen von renommierten Buchwissenschaftlern und Kollegen. Zum fünfzigjährigen Bestehen des Antiquariats und der Buchhandlung Erasmus erschien eine Festschrift De arte et libris. Im Jahre 1985, zwei Jahren vor seinem Tod, erhielt Abraham Horodisch für seine buchwissenschaftlichen Publikationen die Ehrendoktorwürde der Universität Amsterdam.

Literatur

  • Amor librorum. Studia bibliographica necnon alia miscellanea Abrahamo Horodisch sexagenarie oblata. Bibliographic and other Essays: A Tribute to Abraham Horodisch on his 60. Birthday. Erasmus Antiquariaat, Amsterdam / Safaho Foundation, Zürich 1958.
  • De arte et libris. Festschrift Erasmus Antiquariaat en Boekhandel, Amsterdam 1984, ISBN 90-9000711-3
  • Sytze van der Veen: 75 Jahre Erasmus Boekhandel Amsterdam-Paris, Amsterdam 2009, ISBN 978-94-90234-03-4

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Siehe die Internetseite der Horodisch Collection


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Abraham Horodisch aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.