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Abraham Firkowitsch

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Abraham Samuilowitsch Firkowitsch (russisch Авраам Самуилович Фиркович, wiss. Transkription Avraam Samuilovič Firkovič; geb. 2. September 1787 in Luzk; gest. 29. Juni 1874 in Tschufut-Kale, Russisches Kaiserreich, heute Ukraine) war Geistliches Oberhaupt (Chassan) der jüdisch-karäischen Minderheit, Manuskriptsammler und Autor.

Leben und Wirken

Zeit seines Lebens widmete sich Abraham Firkowitsch der wissenschaftlichen Erforschung der Karäer, insbesondere ihrer altjüdischen Denkmäler auf der Halbinsel Krim. Allerdings werden ihm bezüglich seiner Erringung karäischer Gleichberechtigung einige Fälschungen nachgesagt. So entstand um die Bedeutung seiner 1839–1843 entdeckten Dokumente eine der heftigsten wissenschaftlichen Diskussionen. Die Dokumente sollen ein Nachweis für die Verschmelzung der Karäer mit dem seiner Ansicht nach turkstämmigen Chasarenvolk und dessen Übertritt zum jüdischen Glauben um 740 darstellen, das seit dem 4. Jh. an Don, Wolga, Kaspischem Meer und Schwarzem Meer ein Reich bildete und im 10.–12. Jh. den Byzantinern und Russen erlag. Beispielsweise wird die Echtheit des Briefes des Chasdai ibn Schaprut an den Chasaren-König Josef im 10. Jh. angezweifelt.

Firkowitsch suchte Fachleute des Russischen Kaiserreiches davon zu überzeugen, dass die ersten Karäer bereits vor der Geburt Jesu auf der Krim ansässig waren, und somit nicht für die Kreuzigung Jesus von Nazareth verantwortlich gemacht werden könnten. Nicht zuletzt versuchte Firkowitsch damit seine Glaubensgemeinschaft vor antisemitischen Ausschreitungen im zaristischen Russland zu bewahren. Seine Recherchen führten ihn nach Palästina und Konstantinopel (1830–1831), aber auch um 1839 in den Kaukasus und nach Ägypten.

Ein Großteil seiner Schriftensammlung befindet sich in der Russischen Nationalbibliothek.

Firkowitsch gilt damit als erster Verfechter der Theorie um einen nicht-semitischen Ursprung der jüdischen Karäer.

Publikationen (Auswahl)

  • Hotam tokhnit (Siegel der Exzellenz, 1835)
  • Masa u-Meriva (heb. מַסָה וּמְרִיבָה - Prüfungen und Auseinandersetzungen, Jewpatorija 1838)
  • Avne-Zikkaron (heb. אבני זכרון - Gedenksteine; russ. Übersetzung v. David Markovich Gumusha, Jewpatorija 1872)

Literatur

  • John F. Oppenheimer (Red.): Lexikon des Judentums. Einträge Chasaren, Karäer. Bertelsmann-Lexikon-Verlag, Gütersloh, Berlin, München, Wien. ISBN 3-570-05964-2
  • Altjüdische Denkmäler aus der Krim, mitgetheilt von Abraham Firkowitsch (1839-1872) und geprüft von Albert Harkavy, 1923, Faskimile 2010, S. 302, Kessinger Pub Co., ISBN 1169760902)

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