Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Abraham Adolf Kaiser

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Datei:Stolperstein Duisburg Mainstr15 Kaiser.jpg
Stolpersteine in der Mainstraße 15

Abraham Adolf Kaiser (geb. 1874; gest. 1942 im Ghetto Riga) aus Duisburg war ein deutscher Jude, der gegen den Nationalsozialismus in Deutschland opponierte.

Kaiser hatte während der Olympischen Spiele in Berlin, die zur Anerkennung des NS-Systems im Ausland beitragen sollten, am 6. August 1936 einen anonymen Brief an den amerikanischen Sprinter Jesse Owens geschrieben, der mit „civis german“ (ein deutscher Bürger) unterzeichnet war. Nach dem Bericht der Gestapo, die bei der Wohnungsdurchsuchung bei Kaiser angeblich eine Durchschrift fand, werde in dem Brief Deutschland als „ein Land der Barbarenherrschaft und Schreckensherrschaft“ bezeichnet, „in welchem Verbrecher am Ruder wären, zwei Millionen politischer Gefangener schmachteten und deutsche Richter willfährige Henkersknechte der Machthaber“ seien. Kaiser habe Owens aufgefordert, „die goldene Olympiamedaille[1] dem Blutmenschen Adolf Hitler vor die Füße zu werfen und ostentativ abzureisen, um diesen Mördern und Barbaren für ihren Hochmutsdünkel eine Lektion zu geben.“[2]. Vor Gericht wies Kaiser darauf hin, dass er sich von dem Neger Owens eine solche Aktion erhoffte, da er ja ebenfalls als Nicht-Arier denunziert werde.

Wie die Gestapo Kaiser als Absender des Briefes identifizierte, ist nicht überliefert. Kaiser wurde von einem Düsseldorfer Sondergericht am 2. Oktober 1936 wegen des Briefes zu achtzehn Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der Pogromnacht im November 1938 kam Kaiser wie viele Juden in Schutzhaft, er wurde acht Monate lang im KZ Dachau festgehalten. Als im Herbst 1941 der Judenstern eingeführt wurde, weigerte sich Kaiser, das Zeichen an seiner Kleidung zu tragen. Im Oktober 1941 wurde er erneut festgenommen und am 13. Januar 1942 nach Riga deportiert, wo die Masse der dorthin deportierten deutschen Juden Opfer des Holocaust wurde.

Über das weitere Schicksal Kaisers ist nichts bekannt.

Stolpersteine erinnern in der Duisburger Mainstraße 15 an Abraham Kaiser und Mathilde Kaiser.[3]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Owens wurde vierfacher Olympiasieger
  2. Zitate nach Schoeps
  3. Jenny Bühning, Kurt Walter: Stolpersteine in Duisburg II, fbw-duisburg


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Abraham Adolf Kaiser aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.