Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Abraham Abulafia

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Datei:Abraham abulafia.jpg
Abraham Abulafia.

Abraham ben Samuel Abulafia (geb. 1240 in Saragossa; gest. nach 1291) war einer der bedeutendsten spanischen Kabbalisten, Schwärmer und Mystiker des 13. Jahrhunderts, ein jüdischer Exponent der sogenannten „ekstatischen“ Strömung in der Kabbala.

Ab 1258 bereiste Abulafia den Orient, Griechenland und Italien. Er wurde von Baruch Togarmi beeinflusst, der einen „Schlüssel zur Kabbala“ zum Sefer Jezirah schrieb. Seit 1270 wieder auf der Iberischen Halbinsel, machte Abulafia in der Stadt Barcelona seine erste Erfahrung einer prophetischen Ekstase.

Im Mittelmeerraum trat Abulafia als der verheißene Messias auf; er behauptete, die messianische Hoffnung der Juden sei in ihm zur Erfüllung gekommen. 1281 versuchte er, Papst Nikolaus III. zum Judentum zu bekehren, jedoch verstarb der Papst in der Nacht unmittelbar vor Abulafias Ankunft. Abulafia entging dem Scheiterhaufen nur knapp und wurde nach 28 Tagen im Kollegium der Franziskaner freigelassen.

Während seiner letzten Jahre lebte Abulafia als Reisender in Italien, und von 1291 an verlieren sich seine Spuren, vermutlich starb er 1292 in Barcelona.

Abulafia verfasste 26 theoretische Schriften, von denen mehrere erhalten sind, und 22 prophetische Werke, von denen nur eines, das „Sefer ha'Oth“ (Buch des Zeichens bzw. Buchstabens) überliefert ist.

Abulafia propagierte, dass der Mensch in der Ekstase Zugang zu seinem innersten Wesen erlangen könne. Er wollte einer mystischen Erkenntnismethode, der sogenannten „Straße der Begriffe“, zum Durchbruch verhelfen. Diese Disziplin vervollständigte die „Straße der Sefiroth“ und rundete sie ab.

Zu seinen Schülern gehörte unter anderem Josef Gikatilla.

Literatur

  • Karl Erich Grözinger: Jüdisches Denken, Theologie, Philosophie, Mystik Bd. II: Von der mittelalterlichen Kabbala zum Hasidismus. Campus Verlag, Frankfurt a.M.; New York 2005, ISBN 978-3-593-37513-7.
  • Gershom Scholem: Die Jüdische Mystik in ihren Hauptströmungen. 1. Aufl. (Nachdr.) Auflage. Frankfurt a.M. 2000, ISBN 978-3-518-27930-4.
  • Moshe Idel: Kabbalah: New Perspectives. Yale University Press, New Haven; London 1988, ISBN 978-0-300-04699-1.
  • Moshe Idel: The Mystical Experience in Abraham Abulafia. SUNY Press, Albany 1988, ISBN 978-0-88706-552-1.
  • Moshe Idel: Language, Torah, and hermeneutics in Abraham Abulafia. SUNY Press, Albany 1989, ISBN 978-0-88706-831-7.
  • Moshe Idel: Studies in Ecstatic Kabbalah. SUNY Press, Albany 1988, ISBN 978-0-88706-605-4.
  • Abraham Berger: The Messianic Self-Consciousness of Abraham Abulafia. A Tentative Evaluation. In: Marc Saperstein (Hg.): Essential Papers on Messianic Movements and Personalities in Jewish History. New York 1992, S. 250-258

Weblinks

Andere Wikis


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Abraham Abulafia aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.