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Aaron Copland

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Aaron Copland

Aaron Copland [ˈærən ˈkoʊplənd] (geb. 14. November 1900 in Brooklyn, New York, N.Y.; gest. 2. Dezember 1990 in North Tarrytown) war ein US-amerikanischer Komponist.

Copland wurde als Sohn litauisch-jüdischer Einwanderer geboren. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Moderne, vor allem der Bühnenmusik galt seine Vorliebe. Nach expressionistisch-experimentalen Frühwerken (über sein Orgelkonzert wurde einmal gesagt: „Wer solch eine Musik schreibt, wird wohl später einen Mord begehen“) wandte er sich einem klar verständlichen, rhythmisch geprägten tonalen Stil zu, der Volkslieder, Märsche und Tänze einschloss. Er verschloss sich nie der zeitgenössischen Musik, etwa in Connotations für Orchester, und ließ auch Harmonien und Rhythmik des Jazz in seine Werke einfließen. Der Komponist und Dirigent Leonard Bernstein setzte sich sehr für seine Musik ein.

Allgemein bekannt ist sein Werk Fanfare for the Common Man (1942 für Blechbläserensemble), das 1977 von der britischen Rockband Emerson, Lake and Palmer interpretiert wurde. Für sein Stück Appalachian Spring erhielt Copland 1945 den Pulitzer-Preis.[1] Er war Namensgeber für das Softwareprojekt Copland der Firma Apple.

Leben

Copland wurde in New York im Stadtteil Brooklyn geboren. Seine Vorfahren waren litauische Juden. Sein Vater hatte den englischen Namen Copland angenommen, als er in England lebte, bevor er in die Vereinigten Staaten ausgewandert war, sein ursprünglicher Name war Kaplan. Copland hat in seiner Kindheit über dem Laden seiner Eltern in Brooklyn gewohnt. Obwohl ihn seine Eltern weder ermunterten, sich mit Musik zu beschäftigen, noch ihn mit Musik vertraut machten, hat sich Copland schon mit 15 Jahren stark für Musik interessiert und ernsthaft erwogen, Komponist zu werden. Seine musikalische Ausbildung erhielt er von Leopold Wolfsohn, Rubin Goldmark (auch einer der Lehrer George Gershwins), und seit 1921 von Nadia Boulanger in Paris.

Nach seiner Studienzeit in Paris entschloss sich Copland, Werke mit amerikanischem Charakter zu schreiben, indem er Jazz als amerikanische Ausdrucksweise verwendete. Sein erstes wichtiges Werk war das Ballett Grohg, aus dem Copland thematisches Material für seine spätere Dance Symphony übernahm. Andere wichtige Werke in dieser ersten Periode waren Short Symphony (1933), Music for Theater (1925) und Piano Variations (1930). Die durch den Jazz inspirierte Periode war jedoch kurz. Bald begann er zugänglichere Musik zu komponieren.

Viele Komponisten lehnten es während der großen Depression ab, Musik für Eliten zu schreiben, so auch Aaron Copland. Ihm dienten die bekannte amerikanische Folkloremusik, Erweckungshymnen sowie Cowboy- und Folk-Songs als Grundlage für seine Kompositionen.

Coplands zweite Periode begann um 1936, als er die Werke Billy the Kid und El Salón México komponierte. Fanfare for the Common Man, gesetzt für Blechblasinstrumente und Perkussion und 1942 auf Bestellung des Dirigenten Eugène Goossens entstanden, ist sehr wahrscheinlich das bekannteste Werk Coplands. Die Fanfare taucht auch als Hauptthema im vierten Satz von Coplands Third Symphony auf. Im selben Jahr schrieb Copland Lincoln Portrait, das einem breiteren Publikum vertraut wurde. Copland wurde deshalb immer mehr als Komponist mit starkem Bezug zur amerikanischen Musik wahrgenommen. Er wurde von Martha Graham beauftragt, ein Ballett zu schreiben, dem sie den Namen Appalachian Spring gab. Später arrangierte er das Stück als Orchestersuite. Das Ballett Rodeo ist eine andere Komposition Coplands, die zum Kanon amerikanischer Musik gehört, insbesondere der Hoe-Down daraus ist eines der bekanntesten Werke eines amerikanischen Komponisten. Rodeo erzählt die Geschichte einer Hochzeit auf einer Ranch und wurde um 1942, also etwa zur gleichen Zeit wie Lincoln Portrait, geschrieben.

Copland war auch ein wichtiger Filmmusik-Komponist. Die Suite Music for Movies umfasst mehrere der Themen, die er für Filme komponiert hat. Die Filmmusik für Steinbecks Roman The Red Pony hat er sogar in einer eigenständigen Suite arrangiert. Seine Musik wurde auch nach seinem Tod in Filme eingebaut, zum Beispiel in den Film He Got Game (1998) von Spike Lee. Hoe-Down untermalt dort ein Basketball-Spiel in einem Hinterhof.

Weil Copland während der Präsidentschaftswahlen von 1936 die kommunistische Partei der USA verteidigt hatte, ermittelte das FBI während der McCarthy-Zeit in den 1950er-Jahren gegen ihn. Er wurde auf die schwarze Liste der Hollywood-Studios gesetzt, und 1953 entfernte man seine Musik aus dem Programm für das Eröffnungskonzert für die Präsidentschaft Dwight D. Eisenhowers. Im selben Jahr sagte Copland vor dem US-Kongress aus, dass er nie Kommunist gewesen sei. Den meisten zeitgenössischen Musikern zeigte sich in Coplands Musik klar sein Patriotismus, und sie waren entsprechend aufgebracht über die haltlosen Vorwürfe. Die Untersuchung wurde 1955 ausgesetzt und 1975 endgültig eingestellt. Es wurde nie bewiesen, dass Copland Mitglied der kommunistischen Partei gewesen wäre. 1964 überreichte US-Präsident Lyndon B. Johnson Copland die Freiheitsmedaille („The Presidential Medal of Freedom“), die höchste zivile Auszeichnung in den USA.

Copland war ein Freund von Leonard Bernstein und hatte großen Einfluss auf seinen Kompositionsstil. Im Gegenzug gilt Bernstein als der beste Dirigent der Werke Coplands. Die englische Rockband Emerson, Lake & Palmer hat zwei Stücke aufgenommen, die auf Werken Coplands beruhen: Fanfare for the Common Man und Hoe-Down. Einige der Live-Aufnahmen von Emerson, Lake & Palmer beziehen sich auch auf den Schluss des zweiten Satzes von Third Symphony.

Ab etwa 1960 widmete sich Copland verstärkt dem Dirigieren und komponierte ab den 1970er-Jahren nur noch wenig. Der Komponist erkrankte Mitte der 1980er-Jahre an der Alzheimer-Krankheit und starb 1990.

Coplands Bisexualität ist in der Biographie „Aaron Copland: The Life and Work of an Uncommon Man“ von Howard Pollack dokumentiert.[2]

Werke

Oper

  • The Tender Land (1954)

Ballette

Filmmusik (Auswahl)

Orchesterwerke

  • 3 Sinfonien
  • El Salón Mexico (1936)
  • An Outdoor Ouverture (1937)
  • Lincoln Portrait für Sprecher und Orchester (1942)
  • Fanfare for the common Man (1942)
  • John Henry – a railroad ballad (1940)
  • Emblems for concert band (1964)
  • Symphony for Organ and Orchestra
  • Klarinettenkonzert
  • Klavierkonzert
  • Old American Songs für Bariton und Orchester (1942)

Literatur

  • Howard Pollack: Aaron Copland: The Life and Work of an Uncommon Man. Henry Holt and Company LLC, 1999, ISBN 0-252-06900-5

Weblinks

Einzelnachweise

  1. www.pulitzer.org
  2. Andante:On the Outside Looking In: Gay Composers Gave America Its Music


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