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Aachener Nachrichten

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Aachener Nachrichten
Aachener-Nachrichten-Logo.svg
Beschreibung Abonnement-Tageszeitung
Verlag Zeitungsverlag Aachen GmbH
Erstausgabe 1945
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage (IVW 4/2014, Mo–Sa) 112.419[1] Exemplare
Chefredakteur Bernd Mathieu
Weblink www.aachener-nachrichten.de
Gebäude der Aachener Nachrichten vor der Gründung des Zeitungsverlags, Aachen, Theaterstraße

Die Aachener Nachrichten, kurz AN, ist eine in Aachen erscheinende Tageszeitung. Die Zeitung erscheint zusammen mit der Aachener Zeitung im Aachener Zeitungsverlag. Gemeinsam haben sie eine verkaufte Auflage von 112.419 Exemplaren, ein Minus von 31,4 Prozent seit 1998.[2] Die Zeitung wird im Rheinischen Format gedruckt.

Geschichte

Ausgabe der Aachener Nachrichten vom 8. Mai 1945

Die AN erscheint seit dem 24. Januar 1945 und ist damit die am längsten ununterbrochen erscheinende Zeitung Deutschlands. Sie ist auch die erste Lizenzzeitung Deutschlands und die einzige, die bereits vor Ende des Zweiten Weltkrieges durch die Psychological Warfare Division gegründet wurde, weil Aachen bereits im Oktober 1944 von alliierten Truppen eingenommen worden war. Für die Zeitung wählte das anglo-amerikanische PWD, dessen Ziel es war die deutschen zu Demokraten umzuerziehen, den vom Nationalsozialismus unbelasteten sozialdemokratischen Drucker Heinrich Hollands sowie den unbelasteten Journalist Otto Pesch aus. Im Verlagshaus vom ehemaligen „Aachener Anzeiger – Politisches Tageblatt“ hatte eine Druckmaschine den Krieg überstanden, so dass das alte Verlagshaus entsprechend genutzt werden konnte. Hollands und Pesch arbeiteten zunächst unter Anleitung eines dreiköpfigen PWD-Presseteams und zunächst noch unter strenger Zensur. Die erste Ausgabe hatte eine Auflage von 12.000 Exemplaren, bestand aus vier Seiten und kostete 20 Pfennig. Die zweite Ausgabe vom 31. Januar 1945 erschien schon in einer Auflage von 18.909 Exemplaren, obwohl nach den vorherigen Kriegsmonaten in der Stadt Aachen nur noch knapp 10.000 Menschen lebten.[3]

Als erstes freies Blatt – ohne Nazi-Propaganda – konnten die Aachener Nachrichten die Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 vermelden. Außer den Aachener Nachrichten erschienen in Deutschland offenbar nur noch die Zeitung Flensburger Nachrichten an diesem Tag, die diese Meldung verkündete.[4][5] Das kaum zerstörte Flensburg war zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig besetzt. Die letzte Reichsregierung im Sonderbereich Mürwik nutzte für Verlautbarungen noch den Reichssender Flensburg in der Flensburger Innenstadt wo sich auch die Zeitung Flensburgs befand. Ein original Zeitungsexemplar der Zeitung aus Aachen mit dem bekannten Titel „Der Krieg ist aus!“ hängt heute im Bonner Haus der Geschichte.[6] Am 27. Juni 1945 wurde an Heinrich Hollands die Lizenz für die Aachener Nachrichten vergeben, die die erste Lizenz für eine deutsche Zeitung in deutscher Hand darstellte. Erster Herausgeber der Aachener Nachrichten wurde damit Heinrich Hollands. Erster deutscher Redakteur wurde Otto Pesch.[7]

Auflage

Die Auflage der Aachener Nachrichten wird gemeinsam mit der Aachener Zeitung ausgewiesen. In den vergangenen Jahren haben die beiden Zeitungen erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 31,4 Prozent gesunken.[8] Sie beträgt gegenwärtig 112.419 Exemplare.[9] Das entspricht einem Rückgang von 51.417 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 91,8 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[10] <timeline> ImageSize = width:350 height:270 PlotArea = left:50 bottom:20 width:300 height:250 TimeAxis = orientation:horizontal AlignBars = early Colors =

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Politische Ausrichtung

Die Aachener Nachrichten gelten als etwas weiter links orientiert als ihr Schwesterblatt, die Aachener Zeitung. Dies ist wohl immer noch darauf zurückzuführen, dass mit Beginn der Zugehörigkeit zur britischen Besatzungszone die Zeitungen eine Parteiausrichtung haben mussten. Die Aachener Nachrichten wurden damit eine der SPD nahestehende Zeitung. Da sich die Zuteilung des knappen Papiers nach den Stimmanteilen der Parteien richtete, wurden die Aachener Nachrichten entsprechend den Stimmanteilen der Partei in ihrem Verbreitungsgebiet die kleinere Zeitung. Die Parteibindung endete allerdings bereits im Jahre 1949.

Lokalausgaben

Die Aachener Nachrichten haben mehrere Lokalausgaben, die unter folgenden Namen erscheinen:

Weblinks

 Commons: Aachener Nachrichten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Inklusive Aachener Zeitung
  2. laut IVW, viertes Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  3. Aachener Nachrichten: Die „Aachener Nachrichten“ feiern 70. Geburtstag, vom: 24. Januar 2015
  4. Abdruck der ersten Seite der Flensburger Nachrichten mit der Meldung: „Bedingungslose Kapitulation aller kämpfenden Truppen. Sterne im Dunkel der Zukunft: Einigkeit, Reicht, Freiheit. Reichsminister Graf Schwerin v. Krosigk an das deutsche Volk“ vom 8. Mai 1945 beispielsweise in: Eckardt Opitz: Schleswig-Holstein. Das Land und seine Geschichte in Bildern, Texten und Dokumenten. Hamburg 2002, Seite 231
  5. Vgl. Aachener Nachrichten: Die AN-Schlagzeile vor 70 Jahren: „Der Krieg ist aus!“, vom: 8. Mai 2015; abgerufen am: 5. Mai 2015 sowie Berliner Zeitung: Vor 60 Jahren erschienen die Aachener Nachrichten als erste Zeitung nach dem Krieg Tausche Gänserich gegen Gans, vom: 24. Januar 2015; abgerufen am: 5. Mai 2017
  6. Berliner Zeitung: Vor 60 Jahren erschienen die Aachener Nachrichten als erste Zeitung nach dem Krieg Tausche Gänserich gegen Gans, vom: 24. Januar 2015; abgerufen am: 5. Mai 2017
  7. Aachener Nachrichten: Die „Aachener Nachrichten“ feiern 70. Geburtstag, vom: 24. Januar 2015
  8. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  9. laut IVW, viertes Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  10. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Aachener Nachrichten aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.