Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

Antje Yael Deusel

Aus Jewiki
(Weitergeleitet von A. Yael Deusel)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Yael Deusel

Antje Yael Deusel (geboren im Jahr 1960 in Nürnberg als Antje Katharina Deusel) ist eine deutsche Rabbinerin und Ärztin. Sie ist seit dem Holocaust die erste deutschstämmige Jüdin, die auch in Deutschland zur Rabbinerin ausgebildet wurde.

Leben

Nach dem Abitur studierte sie zunächst am Dolmetscher-Institut der Universität Heidelberg, später wechselte sie zum Studium der Humanmedizin an die Universität Erlangen-Nürnberg. Sie spezialisierte sich nach ihrem Medizinstudium im Fach Urologie. Ihre Facharztspezialisierung ergänzte sie durch eine Qualifizierung in der Kinderurologie im Rahmen einer Fellowship am Hadassah University Hospital in Jerusalem-Ein Karem.

Nach langjähriger Tätigkeit im Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde in Bamberg sowie in gemeindepolitischen Gremien auf Landesverbands- und Zentralratsebene absolvierte Deusel eine Rabbinerausbildung am Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam, mit Studienaufenthalten am Steinsaltz-Institut sowie am Hebrew Union College in Jerusalem, zusammen mit der wissenschaftlichen Ausbildung zum Magister in Jüdischen Studien an der Universität Potsdam. Ihre Abschlussarbeit erschien zu den medizinischen und halachischen Aspekten der Brit Mila unter dem Titel "Mein Bund, den ihr bewahren sollt."

Antje Yael Deusel ist Oberärztin in der Klinik für Urologie und Kinderurologie in Bamberg und hat einen Lehrauftrag im Fach Judaistik an der Universität Bamberg.[1] Sie ist zudem Mohelet.

Rabbinerin in Bamberg

Am 23. November 2011 wurde Antje Yael Deusel in der Synagoge Bamberg, gemeinsam mit vier männlichen Kommilitonen, zur Rabbinerin ordiniert. Der Präsident des Potsdamer Abraham Geiger Kollegs Walter Jacob führte die feierliche Zeremonie in Bamberg durch.[2] Ihr Ordinationsspruch lautet: „Bei Dir ist der Quell des Lebens, in Deinem Licht sehen wir Licht“. Bei der Ordinationsfeier waren auch der Minister Joachim Herrmann und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, sowie Rabbiner und Rabbinerinnen aus dem In- und Ausland anwesend. Antje Yael Deusel ist seit der Shoa die erste deutschstämmige ordinierte Rabbinerin, die zudem auch in Deutschland (Potsdam) ausgebildet worden ist. Die erste Rabbinerin, Regina Jonas, wurde 1935 ordiniert, war ab 1937 in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin tätig und wurde 1944 in Auschwitz ermordet.

Antje Yael Deusel betreute als Rabbinerin die Israelitische Kultusgemeinde Bamberg. Nach lange dauernden Meinungsverschiedenheiten zwischen Deusel und dem Vorstand der Kultusgemeinde kündigte dieser ihren Arbeitsvertrag zum 31. März 2015.[3]

Inzwischen ist Deusel Rabbinerin der Liberalen Jüdischen Gemeinde Mischkan ha-Tfila Bamberg e.V., die als zweite jüdische Gemeinde Bambergs neu entstand.[4]

Veröffentlichungen

  • Anus-praeter-Komplikationen. Dissertation. Erlangen/Nürnberg 1987
  • mit Ortwin Beisbart (Hrsg.): Gedenkbuch der jüdischen Bürger Bambergs. Opfer des nationalsozialistischen Terrors 1933-1945. Weiß, Bamberg 2008, ISBN 978-3-940821-10-2
  • Mein Bund, den ihr bewahren sollt. Religionsgesetzliche und medizinische Aspekte der Beschneidung. Herder, Freiburg/Basel/Wien 2012, ISBN 978-3-451-30612-9

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ansprechpersonen der Professur für Judaistik. In: www.uni-bamberg.de. Abgerufen am 26. Juli 2018.
  2. Beitrag zur Amtseinführung im Bayrischen Rundfunk (Memento vom 21. Juni 2013 im Internet Archive)
  3. Olaf Przybilla: Wie eine Rabbinerin mit ihrer Gemeinde streitet. In: www.sueddeutsche.de. 25. März 2015, abgerufen am 26. Juli 2018.
  4. Marion Krüger-Hundrup: In Bamberg etabliert sich eine zweite jüdische Gemeinde "Keine Spaltung des Angebots". In: www.domradio.de. 20. Dezember 2017, abgerufen am 26. Juli 2018.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Antje Yael Deusel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.