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Aharon Jehuda Leib Shteinman

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Rav Shteinman
Zawaa R. Steinman.jpg

Maran Hagaon Raw Aharon Jehuda Leib Shteinman, auch: Aharon Jehuda Lejb Steinman o. ä. (hebräisch ‏אהרן יהודה לייב שטינמן‎) (geboren am 14. November 1913 / im Cheschwan 5674 in Brest, Russisches Reich; gestorben am 12. Dezember 2017 in Bnei Berak), war weltberühmter israelischer Rabbiner und Posek in Bnei Brak, Führer der (nicht-chassidischen) Litauer Charedim. Nach dem Tod von Yosef Shalom Elyashiv 2012 wurde er allgemein als Gadol Hador angesehen. Er galt als Pragmatiker, war aber der Ansicht, die einzige Bildung, die wirklich nötig war, sei das Torahstudium. Wie auch «Haaretz» schrieb, war Rav Shteinman weltweit eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der litauischen Charedim, vor allem in Israel, aber auch in den USA, Frankreich und Grossbritannien.

Leben

Er war das dritte Kind seiner Eltern, Raw Noach Zvi und Gittel Feiga Steinman. Der ursprüngiche Familienname war Steiman. Er wurde später in Steinman/Shteinman(n) geändert. Das Kind wurde Aharon Jehuda Leib genannt, nach zwei Grossvätern, Reb Aharon und Reb Jehuda Leib.

Shteinmann wurde in den 1920/30er Jahren an litauischen Jeschiwot (Jüdische Hochschulen zum Thorastudium) ausgebildet. 1937 flüchteten er und sein guter Freund Rabbi Moshe Soloveitchik vor der Einberufung zum polnischen Militärdienst in die Schweiz. Damit blieb ihnen das grausame Schicksal ihrer Familien und Gemeinden unter der Nazi-Besetzung erspart. Als Flüchtlinge wurden die beiden in das Arbeitslager Schauenburg in der Nähe von Basel zum Strassenbau geschickt, doch sie überlebten den Krieg – Shteinman als einziger seiner Familie. In der Schweiz lernte Shteinman seine spätere Frau Tamar kennen, die Tochter des Antwerpener Rabbiners Schammai Schraga Kornfeld. 1945 immigrierten Shteinman und seine Gattin Tamar, mit der er vier Kinder haben sollte, ins damalige Palästina.

In Bnei Brak wurde er nach einer Zwischenstation in Kfar Saba auf Veranlassung von Josef Schlomo Kahaneman Leiter der litauisch-orthodoxen Poniwesch-Jeschiwa. Er wurde im Laufe der Zeit der maßgebende Dezisor (Possek) in Fragen des Talmud und zur halachischen Autorität.

1977 gründete Raw Steinman die Jeschiwa Gaon Jakow in Bne Brak, an deren Spitze er während Jahrzehnten stand. Er war nach dem Tod von Raw Schach eine der führenden Persönlichkeiten der jüdischen Welt und beeinflusste mit seinem Rat und seinem Wissen zahlreiche Entscheidungsträger in Israel und im Ausland.

1988 war er beteiligt an der Gründung von Degel haTora, einer aschkenasischen ultraorthodoxen Partei in Israel und entwickelte sich zur obersten Autorität der Partei, der litauischen Bildungseinrichtungen und der litauischen Gemeinde.[1] Er war Chef der Weltorganisation Agudath Israel.

Vor allem unter dem Pseudonym Ajelet HaSchachar (deutsch: „Gazelle der Morgendämmerung“, AJeLeT = Aharon Jehuda Leib Tamar und bezogen auf Psalm 22) verfasste er ungefähr 30 Werke über den Talmud.

Wenige Tage, nachdem seine Tochter Dvora am 22. November 2017 im Alter von 72 Jahren gestorben war, verschied am Dienstag, dem 12. Dezember 2017, nach schwerer Krankheit Rav Aharon Leib Shteinman im biblischen Alter von 104 Jahren.

Bei seinem Begräbnis in Bnei Berak nordöstlich von Tel Aviv-Jaffa waren nach Presseangaben rund 200.000 Trauergäste anwesend.[2][3]

Einzelnachweise

  1. Rabbiner Steinman, Führer der litauischen Gemeinde, ist im Alter von 104 gestorben, auf israelheute.com vom 12. Dezember 2017
  2. „‚Gigant der Tora‘ gestorben - Riesenbegräbnisfeier für Rabbiner “, ZDF, 12. Dezember 2017
  3. Nachruf von Joel Berger: Der ‚Große der Generationen‘. In: juedische-allgemeine.de. 12. Dezember 2017.

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