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Ereignisse

  • 66: Beginn des (ersten) jüdischen Aufstandes gegen die Römer = Erster (aus Sicht der Römer) Jüdischer Krieg (bis 73; begann mit einem banalen Nachbarschaftsstreit zwischen Griechen und Juden in Caesarea; von Vespasian niedergeschlagen; später werden der Herodianische Tempel und die ganze Stadt Jerusalem dem Erdboden gleichgemacht und weite Teile des Landes verwüstet). Flavius Josephus. Durch Übergriffe der Zeloten (griech. = Eiferer; hebräisch: Kannaim), einer fundamentalistischen und nationalistischen Gruppe, kommt es auch zu Bildzerstörungen (Bilderverbot). Die Schriftrollen der Qumran-Gemeinschaft werden zu Beginn des ersten jüdischen Aufstands in Sicherheit gebracht. Die zahlreichen Handschriften, die im 20. Jhdt. in Qumran und in der Wüste von Judäa entdeckt wurden, sind wahrscheinlich nur ein kleiner Bruchteil des einst vorhandenen Materials. Die Essener (Essäer): Wahrscheinlich waren die Bewohner von Qumran Essener, eine unter strengen Regeln (Askese, Ehelosigkeit) weitgehend monastisch lebende jüdische Sekte (nach Josephus ca. 4 000 Mitglieder). Die Essener betrachteten sich als Priester, freilich als solche, deren Religion sich in Theorie und Praxis fundamental von der des in Jerusalem amtierenden Priesterstands unterschied – sie hatten sogar einen eigenen Festkalender. Die Sekte wird einigermassen detailliert von Plinius dem Älteren (Hist. nat. V, 17,4), dem jüdischen Gelehrten Philo von Alexandrien und von Flavius Josephus (Bell II, 119-161; Ant XIII, 171-172) beschrieben, aber diese Berichte widersprechen bisweilen Angaben der in den Höhlen entdeckten Sektenschriften. Einige Fachleute bezweifeln deshalb, dass die Leute von Qumran tatsächlich Essener waren, obwohl Plinius mitteilt, dass die Essenersiedlung nicht weit vom Westufer des Toten Meeres entfernt liege. Andere halten es zumindest nicht für erwiesen, dass der in Qumran gefundene Gebäudekomplex Zentrum und Hauptquartier der Sekte war. Es herrscht gegenwärtig keine Einigkeit über die Identität der Qumran-Gemeinschaft, den Charakter der Gebäude auf dem Gelände, die religiösen Vorstellungen der Menschen, von denen die Schriftrollen stammen, und die Frage, ob und was genau diese Leute eigentlich mit dem Christentum zu tun haben. Hippolyt von Rom, der im 2.-3. Jhdt. n. d. Z. die bekannten Quellen verwertet hat, rückte die Essener in die Nähe der Zeloten (refutatio IX, 18-28). Vereinzelt wird sogar die These verfochten, die Verfasser der Qumran-Schriften stünden in ihren religiösen Überzeugungen dem Feuerkult des antiken Persien näher als dem Judentum Palästinas. Mittlerweile glaubt man auch, dass es sich bei den Essenern und Essäern um durchaus verschiedene Gruppierungen handelt und auch die Zuschreibung des Begriffes „Sekte“ überdacht werden muss (evtl. waren es Vertreter einer älteren Kulttradition, von der die als Sadduzäer bekannte Gruppe im Interesse eines Ausgleichs mit den Hasmonäern in einem gewissen Mass abgerückt ist).
  • 66: Die Zeloten erobern die Festung Masada.
  • Oktober 66: Massaker bei Beth Horon