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Ereignisse

  • Um 600: Nestor ha-komer, zählt zu den frühesten jüdischen antichristlichen Polemiken. Diese um 600 entstandene Schrift in Briefform wurde angeblich von einem zum Judentum konvertierten Priester namens Nestor verfasst und ist in zwei Versionen (arabisch und hebräisch) überliefert. Sie kritisiert unter Anführung zahlreicher NT-Stellen v. a. Christologie und Trinitätslehre, beschreibt Jesus als normalen Menschen und betont die Unsinnigkeit eines Kreuzestodes einer göttlichen Person. Ferner werden Heiligen- und Reliquienkult, Mönchtum, Bilderverehrung und die Preisgabe der Torah-Erfüllung getadelt. Nachdrücklich wird die Nichterfüllung der ethischen Forderungen Jesu durch die Christen selber nachgewiesen. Dieser Text hat die spätere Apologetik nachhaltig beeinflusst.
  • Um 600: Jemen. Judentum im Jemen bereits vorislamisch; jüdische Inschriften in himjarischer Sprache; Sage vom jüdischen König Dhu Nuwas; Judentum unter mohammedanischer Herrschaft infolge Bedrückung durch das religiöse islamische Gesetz in der kulturellen Entwicklung sehr behindert
  • Um 600 (?) (jedenfalls vor 638): Eleasar Kalir / Elasar ben Kallir / Elasar ha-Qallir in Palästina, schulbildender liturgischer Dichter (Pajjtan), der berühmteste unter den Altmeistern der synagogalen Poesie; Herkunft und Einordnung umstritten; der Beiname "Qallir" ist in seiner Bedeutung ebenfalls ungeklärt; er und seine Nachfolger pflegten im Vergleich zum lyrischen Stil vor ihm bereits eine relativ hoch entwickelte gereimte Sprache; Legenden umrankten Qallirs Gestalt, so z. B. eine historisch vollkommen wertlose Erzählung, er sei Schüler des Dichters Jannai gewesen, der Qallir später aus Eifersucht auf seine schönen Gedichte umgebracht habe (dadurch, dass er einen Skorpion in Qallirs Sandale gelegt habe); durch seine kühnen Wortschöpfungen, seine ambitionierten Reime und nicht zuletzt durch seine haggadischen Anspielungen und Fehler beim Abschreiben seiner Gedichte ist Elasar Qallir bald nicht mehr verstanden worden, so dass Kommentare benötigt wurden; spätere Generationen spanisch-jüdischer Dichter haben ihn scharf kritisiert und erstrebten die Rückkehr zur unverfälschten biblischen Sprache
  • Nach 600: Sefer Zerubbabel, apokalyptische Schrift im Stil biblischer Visionen, Serubbabel in den Mund gelegt, schildert den endzeitlichen Kampf zwischen dem Anführer Roms und des Christentums, "Armilos", und dem Messias ben Josef, der in der Schlacht fällt, doch dem davidischen Messias den Weg bereitet
  • Nach 600: Midrasch Aseret ha-Dibrot, deutsch: Midrasch der Zehn Gebote, eine nach 600 entstandene jüdische Schrift, kein eigentlicher Midrasch, sondern eine Sammlung von jüdischen und anderen Erzählungen, die die Zehn Gebote in oft kurioser Weise illustrieren, meist in Extremsituationen, wobei der Zusammenhang mit den ursprünglichen Geboten häufig nur noch schwach ist. Es existieren viele verschiedene Ausgaben und Bearbeitungen. Es handelt sich wohl um die älteste Sammlung hebräischer Geschichten (abgesehen vom Alphabet des Ben Sira).
  • Nach 600: Sefer ha-Maasim li-Bne-Erets Jisrael (Buch der Taten der Söhne Israels), Codex im Sinne eines Talmud-Ersatzes, Zusammenfassung der halachischen Entscheidungen ohne Beigabe der zugehörigen Diskussionen
  • Nach 600: Alphabet (Otijjot) des R. Aqiba, in verschiedenen Rezensionen überlieferte Schrift der Merkaba-Mystik
  • Nach 600: Kairo. Juden dort seit der Gründung Fostats (7.-8. Jhdt.) ansässig; vor dem 2. Weltkrieg ca. 30 000 Juden; aus (der Vorstadt) Fostat stammen die Literaturschätze der Genisa

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