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450 v. d. Z.

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Ereignisse

  • Um 450 v. d. Z.: Esra und Nehemia. Wir wissen nur wenig über die Ereignisse in Juda zwischen der Einweihung des neuen Tempels und der nächsten Phase des Neuaufbaus nach dem Exil. Sie stand unter der Führung von Esra und Nehemia, die oft gemeinsam erwähnt werden. Es ist nicht ganz klar, welcher von den beiden zuerst nach Jerusalem kam oder ob sie vielleicht gleichzeitig in der Stadt wirkten. Sie waren auf verschiedenen, einander ergänzenden Gebieten tätig. Der gestrenge Esra konzentrierte sich ganz auf religiöse Reformen; Nehemia / Nechemja ("Gott Tröster") war ein weltlicher Herrscher, Günstling des Artaxerxes, der die Mauern Jerusalems wieder aufbauen liess. Esra (Namensbedeutung: „Hilfe“), der Sohn Serajas, war Priester und konnte seine Herkunft bis auf Moses Bruder Aaron, den ersten Hohenpriester, zurückverfolgen. Er war auch Schriftgelehrter (Schreiber/Sofer; Esra der erste Sofer) und hatte in Babylon das Gesetz studiert. Er kehrte 458 v. d. Z. mit anderen Exilanten aus Mesopotamien nach Jerusalem heim. Dort trat er als Gesetzeslehrer hervor und bemühte sich um die Neuordnung von Religion und Sitten. Esra erneuerte die Verbote von Mischehen und befahl sogar den Männern von Israel, ihre ausländischen Ehefrauen zu verstossen. Weiter rief er dazu auf, die Schabbatgebote und die Tempelabgaben zu beobachten sowie jene Vorschrift, derzufolge man die Äcker jedes siebte Jahr brachliegen lassen musste. Esra war Träger der religiös-geistigen Erneuerung nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil und wurde zum Begründer des eigentlichen Judentums.
  • Ca. 450 v. d. Z.: Abschluss des Gesetzes
  • Seit ca. 450 v. d. Z.: Pharisäer (Peruschim, "Abgesonderte"), die Schriftgelehrten der Zeit des 2. Tempels, erste Pfleger und Ausgestalter des Gesetzes, Vorläufer der Mischna- und Talmudlehrer; sie lehrten die körperliche Auferstehung und dehnten den Begriff der Offenbarung auf die sogenannte mündliche Lehre aus; dies waren auch die Hauptpunkte ihrer weltanschaulichen Differenz mit den Sadduzäern; zu diesen – als den Aristokraten – standen die Pharisäer auch in politischem Gegensatz; zugleich grenzten sie sich, als die Träger der Schrifterforschung, vom ungebildeten einfachen Volk (Am ha-Arez) ab; als Partei haben die Pharisäer nur gelegentlich die Macht ausgeübt, als geistig-religiöse Richtung aber die Erhaltung des Judentums ermöglicht (Literatur: L. Baeck, Die Pharisäer, 1934)
  • Spätestens seit 450 v. d. Z.: Basisregeln Kaschrut / jüdische Speisegesetze gem. Halacha, vor allem gem. Buch Leviticus/Wajikra etc., später weiter ausgeformt in mündlicher Lehre / Mischna / Talmud / Schulchan Aruch / rabbinische Entscheidungen
  • Ab 450 v. d. Z. bis 250 v. d. Z.: Soferim, die ersten Schriftgelehrten, Vorgänger der Tannaiten; "soferische" Verordnungen; Esra war der erste Sofer; soferim von sefer, "Buch", aber ebenso: "zählen", denn u. a. zählten sie die Worte in den Schriften, die Häufigkeit der Worte, sogar der Buchstaben, zeigten Parallelstellen auf, die die Interpretation des Bibeltexts erleichtern sollten, usw.


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