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40 v. d. Z.

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Ereignisse

  • 40 v. d. Z.: Herodes wird König von Judäa mit Billigung von Antonius und Octavian. Herodes lebte damals im römischen Exil – er hatte aus seinem Reich fliehen müssen, nachdem ein Sohn des Aristobul, Antigonus, mit Hilfe der Parther Jerusalem erobert hatte. Die Herrschaft in Jerusalem auch tatsächlich antreten konnte er erst drei Jahre später, 37 v. d. Z. Viele von Herodes´ Untertanen betrachteten ihn wegen seiner idumäischen Herkunft und weil er zwangsweise zum Judentum bekehrt worden war, als ausländischen Emporkömmling und blossen Usurpator auf dem Hasmonäerthron. Um seine Stellung zu sichern, heiratete er Mariamne (Mariamne = Prototyp der edlen und unschuldigen Königin), eine der letzten Hasmonäerprinzessinnen, die er später allerdings ermorden liess, weil er sie im Verdacht hatte, ein Komplott gegen ihn zu schmieden – was ihn, pervers, wie er war, freilich nicht daran hinderte, sie für den Rest seines Lebens zu betrauern. Seine jüdischen Untertanen lernten ihn mehr und mehr hassen, nicht nur wegen seiner Freundschaft gegenüber Rom, sondern auch wegen seiner extrem harten Unterdrückungspolitik und seines Jähzorns, der selbst vor seiner eigenen Familie nicht haltmachte (allerdings gibt es keine Hinweise darauf, dass er tatsächlich den Kindermord von Bethlehem, vgl. Matthäus 2,16, anordnete, auch Josephus erwähnt davon nichts). Herodes herrschte über ein ausgedehntes Reich, das Judäa und Idumäa im Süden sowie Peräa, Jaffa und Galiläa weiter nördlich umfasste; später kamen noch Samaria und das nördliche Transjordanien hinzu. Einen grossen Teil seiner Neuerwerbungen verdankte er allerdings der Gunst Roms, nicht eigenen militärischen Erfolgen. Daneben waren riesige Ländereien in seinem Privatbesitz, die er von den Hasmonäern geerbt hatte. Tragende Säule von Herodes´ Politik war sein ganzes Leben hindurch das Bündnis mit Rom: Als loyaler Vasall war er für die römische Macht nützlich, und darum lag Rom sein Wohlergehen am Herzen. Er zahlte pünktlich seine Steuern an die Besatzer und huldigte ihrer Eitelkeit, indem er seinen Stadtgründungen römische Namen gab, so beispielsweise dem neuen Hafen seines Reichs, den er Caesarea nannte – ein offensichtlicher Fall von Schmeichelei. Wenn er sich in Jerusalem auch als glaubenstreuer Jude ausgab – er liess sogar den Tempel und den Tempelberg komplett renovieren, war Herodes doch zugleich ein weltoffener und kultivierter Mann. In den nichtjüdischen Städten seines Territoriums liess er heidnische Tempel errichten, von denen einige sogar dem römischen Kaiser Augustus geweiht waren. Das Bauen war seine grosse Leidenschaft, im In- und Ausland gab er grosse Projekte in Auftrag, die er Städten wie Damaskus, Antiochia, Sidon und Tyrus stiftete; auch war er verantwortlich für die Neubelebung der Olympischen Spiele in Griechenland. Geld hatte er genug, und indem er seinen römischen Herren nacheiferte, wurde Herodes zum bedeutendsten Förderer der Architektur im Osten des Reiches. Neben seinen Bauten in Jerusalem (er gestaltete Jerusalem um zu einer römischen Stadt mit allen Annehmlichkeiten anderer grosser Städte des Imperiums, er initiierte zahlreiche Neu- und Umbauten und schuf Befestigungsanlagen, Paläste, ein Aquädukt, eine Pferderennbahn, ein Amphitheater und ein Theater) gehören die Anlagen in Masada (Bergfestung: dieser Felsen am Westufer des Toten Meeres erhebt sich etwa 400 m über seine Umgebung und ist nahezu unangreifbar, Herodes liess zusätzlich noch eine doppelte Wehrmauer anlegen) und Jericho (Winterresidenz, Theater und Rennbahn), der Hafen von Caesarea (die nach Herodes Freund und Gönner Augustus Caesar „Caesarea“ genannte Neugründung war ursprünglich ein phönizischer Hafen, den einer der Könige von Sidon hatte anlegen lassen, und hiess zuvor „Stratos Turm“; Caesarea, das Herodes gemäss Flavius Josephus, Der jüdische Krieg III, ganz in Marmor neu aufrichten liess, war vielleicht das grossartigste und ehrgeizigste unter allen herodianischen Bauprojekten; die ganze Stadt – mit Forum, öffentlichen Bädern und eindrucksvollem Theater – mitsamt den Hafenanlagen wurde in nur zwölf Jahren errichtet, zwischen 22 und 10 v. d. Z.) und Herodium (grosse Festungsanlage) in der Wüste von Judäa (südlich Bethlehems) zu den bekanntesten jener Projekte, mit denen er sich einen dauernden Namen gemacht hat.
  • 40 v. d. Z. bis 37 v. d. Z.: Antigonus / Mattathias, Sohn des Aristobul, der letzte hasmonäische König; kam mit parthischer Hilfe an die Macht
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