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Ereignisse

  • Um 40: Josua b. Chananja (Jehoschua ben Chananja) geboren, in der Mischna einfach R. Jehoschua genannt (mehr als 140mal), Tannaite der zweiten Generation, Schüler Jochanan b. Sakkais (von diesem noch vor der Tempelzerstörung eingesetzt; Jehoschua verhalf Jochanan b. Sakkai auch zur abenteuerlichen Flucht aus Jerusalem), Autorität; von Beruf Nadler (Nadelhersteller, nach anderen war er Schmied); oft in Kontroverse mit Eliezer ben Hyrkanos (Jehoschua war der fortschrittlichere, während Elieser ein eifriger Bewahrer war); Jehoschua, aus levitischem Geschlecht, lebte in ärmlichen Verhältnissen in Peqiin; war auch griechisch gebildet und Vermittler zwischen Juden auf der einen und Römern (auch Gespräch mit Kaiser Hadrian) bzw. Judenchristen auf der anderen Seite; er hatte noch als Chorsänger im Tempel mitgesungen und überlieferte als Augenzeuge die Zeremonie des Wasserschöpfens an Sukkot; in Javne geriet er als Vizepräsident des Bet Din in Konflikt mit Rabban Gamaliel II.
  • Nach 40: Rabban Gamaliel II. geboren (auch Raban Gamliel Beribbi genannt). Patriarch, Tannait der 2. Generation (um 90-130), Sohn von Simeon ben Gamaliel I., Enkel von „Gamaliel dem Alten“ (Gamaliel ben Simeon I.), zur Unterscheidung von seinem Grossvater oft als Gamaliel von Javne bezeichnet, Schüler des Hillel, Nachfolger des Jochanan ben Sakkai, war von ca. nach 80-110 (vielleicht auch nur 90-110) Leiter (Nasi) des Lehrhauses von Javne und Führer des rabbinischen Judentums, auch wenn seine Position nicht unumstritten war (dies zeigt seine zeitweilige Absetzung, während der der aus priesterlicher Familie stammende Eleasar ben Asarja die Führung übernahm). Gamaliel II. ist eine Schlüsselfigur für die Neuordnung des Judentums, die u. a. in Abwehr gegen das wachsende Christentum notwendig geworden war. Zugleich wucherten in dieser Zeit theologisch bedenkliche Schriften, vor allem die sog. Apokalypsen. Dies wehrte Gamaliel II. durch den Abschluss des alttestamentlichen Kanons sowie die Fixierung des Konsonantentextes der hebräischen Bibel ab. Viele Streitfragen der Halacha wurden unter seiner Leitung per Mehrheitsentschluss entschieden, wobei sich meist die eher liberale Auffassung Hillels durchsetzte. Er sorgte für den endgültigen Ausschluss der Judenchristen aus der Synagoge und verfügte die Einfügung der (von Samuel dem Kleinen formulierten) „birkat ha-minim“ (Verfluchung der Nazaräer und anderer Häretiker) in das Achtzehnbittengebet. Gamliel führte die hillelitische Tradition fort, bewies aber auch Strenge und Unerbittlichkeit. Ihm ging es darum, unter schwierigen Bedingungen in einer Zeit des Übergangs die jüdische Einheit zu bewahren und das Lehrhaus in Jawne zu einer von allen Juden anerkannten Autorität zu machen. Er unternahm viele Reisen nach Rom, liess sich auf Dispute mit römischen Gelehrten ein und versuchte den Rest der jüdischen Souveränität zu bewahren und nach Möglichkeit zu erweitern. Wann er starb, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Einzelne Quellen nennen seinen Tod in Lydda (das heutige Lod) im Jahr 114. Seine Grabstätte ist unbekannt.