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380

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Ereignisse

  • Seit 380 kam es zu Stürmen auf heidnische Tempel und jüdische Synagogen. Diese gingen meist von Bischöfen, Priestern und Mönchen aus, wurden von den Regenten geduldet, vom Volk getragen und ausgeführt.
  • 380: Das Christentum wird unter Theodosius dem Grossen zur (hierarchisch organisierten) Staatsreligion im Römischen Reich. Beginn der Christianisierung Europas. Juden waren vielfach die einzige Minderheit, die dem kirchlichen „Wahrheitsmonopol“ sichtbar trotzte. Sie wurden seit dem 4. Jhdt. Objekt von Ausgrenzung, Verketzerung, Zwangstaufen und lokaler Verfolgung. Die Entwicklung des Christentums zur Staatsreligion wurde nur möglich durch immer stärkere Abkehr von den jüdischen Wurzeln. Die Reich Gottes-Erwartung, die für Jesus von Nazareth, seine Jünger und die Autoren des Neuen Testaments bestimmend war, verblasste und wurde neuplatonisch zum Jenseitsideal umgedeutet. Dabei gingen die kult-, staats- und sozialkritischen Elemente der jüdischen Prophetie und Apokalyptik verloren. Die radikalen sozialethischen Forderungen der Bergpredigt wurden in dem Masse entschärft, wie die Mission auch reiche römische Bürger erreichte. Mit der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion war das Fundament für den mittelalterlichen Antijudaismus gelegt. Was früher polemisch überspitzt zur Selbstbehauptung einer Minderheit und Apologetik formuliert wurde, konnte nun als Rechtfertigung der Unterdrückung durch die „siegreiche“ Mehrheit weiterwirken. Diese Unterdrückung setzten kirchliche Bischöfe wie Ambrosius von Mailand (ca. 340-397) zum Teil gegen staatliches Recht und das Bemühen des Kaisers durch, die Juden zu schützen. Heidentum und Häresie wurden offiziell zum Staatsverbrechen. Diese Massnahmen wurden aber nicht überall sofort und streng umgesetzt: Das Heidentum blieb noch über Jahrhunderte im Imperium aktiv, wobei seine Mitgliederzahl deutlich abnahm. Die Kirchenführer begrüssten den Glaubenszwang und passten die Theologie der neuen Politik an. Sie beanspruchten den wahren Glauben für das privilegierte Christentum, das sich nun anschickte, mit Hilfe des römischen Staates die Welt zu erobern. Um das Jahr 400 war es bereits im gesamten Reichsgebiet verbreitet. Auch jüdische Gemeinden gab es überall, seit 321 nachweisbar auch auf später deutschem Boden. Juden galten wie „Heiden“ als „Ungläubige“, aber noch nicht als „Ketzer“. Sie durften nicht mehr missionieren, sondern wurden abgesondert und waren ständig gefährdet.
  • Nach 380: Rabina I. (auch: Rawina I.), babylonischer Amoräer der 6. Generation. Er war Schüler des berühmten Schulhaupts von Mahuza, Raba, mit dessen Sohn Acha (b. Raba) er später vielfach disputierte. Rabina war der bedeutendste Mitarbeiter, nach anderen Kollege, nach anderen Lehrer Aschis, des Schulhaupts in Mata Machseja (Vorort von Sura), bei der Redaktion des babylonischen Talmuds. Rabina war befreundet mit Rab Nachman bar Isaak und muss ein sehr hohes Alter erreicht haben. Er starb etwa fünf Jahre vor Aschi (421?). Rabina II. (bar Huna) war Rabinas I. Neffe.

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