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21 Lektionen für das 21. Jahrhundert

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21 Lektionen für das 21. Jahrhundert ist ein Sachbuch des israelischen Historikers Yuval Noah Harari, das in der Übersetzung aus dem Englischen durch Andreas Wirthensohn auf Deutsch im Jahr 2018 im Verlag C. H. Beck erschienen ist.

Zusammenfassung

Nach Angaben des Autors möchte er mit diesem Buch die unmittelbare Zukunft menschlicher Gesellschaft beleuchten, welche Herausforderungen und Möglichkeiten es im Hier und Jetzt gibt, nachdem er mit seinen früheren Büchern Eine kurze Geschichte der Menschheit sich mit der menschlichen Vergangenheit befasste und in Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen über die langfristige Zukunft des Lebens nachdachte. Die im Titel genannten 21 Lektionen sind auch in 21 Kapiteln des Buches gegliedert, wobei in selbige auch Ansichten einfließen, welche er in seinen früheren Büchern angedeutet hat bzw. Reaktionen auf Leserfragen und Gespräche zu selbigen sind. Die 21 Lektionen sind dabei nochmals in fünf Teile gruppiert.

Teil 1: Die technologischen Herausforderungen

Kapitel: Desillusionierung – Arbeit – Freiheit – Gleichheit

Hier spricht der Autor von einer Art Orientierungslosigkeit in der Gesellschaft, da selbst die „liberale Erzählung“ nicht mehr für alle den versprochenen Wohlstand bietet. Im Gegenteil, die neuen Formen der Informations- und Biotechnologie könnten zu einer hohen Arbeitslosigkeit und einer damit verbundenen Bedeutungslosigkeit des Menschen führen.

Teil 2: Die politische Herausforderung

Kapitel: Gemeinschaft – Zivilisation – Nationalismus – Religion – Zuwanderung

Er sieht große Herausforderungen für die Menschheit – neben dem Klimawandel, auch die sogenannte disruptiven Technologien im Rahmen der Forschungen zur künstlichen Intelligenz, durch welche auch wieder die Kriegswahrscheinlichkeit steigen könnte. Den sich derzeit stärker entwickelnde Nationalismus hält er in dieser Situation für fatal und appelliert an globale Lösungsmöglichkeiten. Religion betrachtet Harari nur als eine Verstärkung der nationalen Identifizierung und keine Unterstützung für die Schaffung einer globalen Bewegung.

Teil 3: Verzweiflung und Hoffnung

Kapitel: Terrorismus – Krieg – Demut – Gott – Säkularismus

Hier plädiert der Autor dafür, sich nicht zu panischen Reaktionen hinreißen zu lassen, sondern für die Schaffung einer positiven und aktiven Weltsicht mit einem gemeinsamen Wertekodex einzusetzen.

Teil 4: Wahrheit

Kapitel: Nichtwissen – Gerechtigkeit – Postfaktisch – Science-Fiction

Harari beschreibt in diesem Abschnitt, anhand von verschiedenen Beispielen, die Manipulierbarkeit von Informationen insbesondere in unserer komplexen Welt.

Teil 5: Resilienz

Kapitel: Bildung – Sinn – Meditation

Hier behandelt der Autor nochmals den Liberalismus, welcher den Freiheitskampf, die Kreativität und Selbstverwirklichung propagiert. Dabei legt er dar, dass eine Entscheidung dieser Form sehr von äußeren Einflüssen und Erfahrungen (biologisch und kulturell) beeinflusst und somit kein wirklich freies und eigenes Urteil ist. Stattdessen sollte man argwöhnisch gegenüber seinen Begierden und Wünschen sein. Den Schlüssel um mehr über die eigene Identität zu erfahren, sieht er in einer konkreteren Wahrnehmung insbesondere von Leid.[1]

Rezeption

Kommerzieller Erfolg

Das Buch konnte sich direkt nach Veröffentlichung in Deutschland im September 2018 unter den Top-10 Sachbüchern auf der Spiegel-Bestsellerliste platzieren, erreichte im Oktober Platz 2 und war mehr als 30 Wochen in den Top 10 geführt. Bei den erfolgreichsten Sachbüchern des Jahres 2018 wurde es auf Rang 7 gelistet und war somit ähnlich erfolgreich wie „Homo Deus“, dass im Jahr zuvor erschienene Sachbuch des Autors.[2]

Zeitgenössische Kritik

In der deutschsprachigen Presse wird dem Autor eine anschauliche und klare, manchmal auch sehr dramatisierende Schreibweise sowie ein teilweise selbstgefälliger Stil assistiert. So vermisst Thorsten Jantschek im Deutschlandfunk eine Hinterfragung über die Fundamente seines Denkens, wie evolutionstheoretischer Biologismus und technologischer Fortschrittsglaube.[3] Für Christoph Bartmann in der Süddeutschen Zeitung ist der Autor theoretisch nicht fundiert genug, um Fragen der normativen Ethik zu klären.[4] Von einem Historiker hätte sich Claudia Mäder von der Neuen Zürcher Zeitung mehr Bezüge und Analysen mit Bezug auf ähnliche grundlegende Veränderungen aus der Geschichte gewünscht, als sich nur in gegenwärtige Ereignissen zu verlieren.[5] Für Hans-Jürgen Jakobs im Handelsblatt kann die nach seiner Beschreibung intellektuelle Instanz der linksliberalen Influencer trotz aller Darlegungen, keine Erklärung für den Sinn des Lebens bieten.[6] Sehr positiv bewertet hingegen Elke Schmitter im Spiegel das Buch. Sie findet es hinreißend argumentiert, wobei der Autor ein gutes Gleichgewicht zwischen Schrecken und Optimismus herstellt.[7]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Harari warnt vor Mensch der Zukunft ohne Empathie. Die Zeit, 18. September 2018, abgerufen am 26. August 2019.
  2. buchreport-Bestseller-Archiv. buchreport, abgerufen am 26. August 2019.
  3. Thorsten Jantschek: Kleine Elite und eine Klasse der Nutzlosen. Deutschlandfunk, 18. September 2018, abgerufen am 26. August 2019.
  4. Christoph Bartmann: Globaler Kummerkasten. Süddeutsche Zeitung, 7. Oktober 2018, abgerufen am 26. August 2019.
  5. Claudia Mäder: Vom scharfsinnigen Historiker zum allwissenden Pädagogen. Neue Zürcher Zeitung, 24. Oktober 2018, abgerufen am 26. August 2019.
  6. Hans-Jürgen Jakobs: Dieser Geschichtsprofessor will uns das 21. Jahrhundert erklären. Handelsblatt, 20. September 2018, abgerufen am 26. August 2019.
  7. Elke Schmitter: Für den Nachttisch der Präsidenten. Der Spiegel, 29. September 2018, abgerufen am 26. August 2019.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.