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1909

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Ereignisse

  • 20.11.1909-7.2.2001: Marianne Breslauer (Marianne Breslauer-Feilchenfeldt), geb. in Berlin, gest. in Zürich, deutsche Fotografin; sie wurde als Tochter des Architekten Alfred Breslauer (1866-1954) und der Dorothea Lessing, der Tochter von Julius Lessing, in Berlin geboren; sie besuchte von 1927 bis 1929 die Fotoklasse des Lette-Vereins in Berlin; sie war eine grosse Bewunderin der in der Weimarer Zeit berühmten Berliner Porträt- und Gesellschafts-Fotografin Frieda Riess und des ungarischen Fotografen André Kertész; als Ziel ihrer eigenen Arbeit sah sie aber vor allem die Reportage-Fotografie; sie wollte Menschen und ihre Umwelt ablichten und sich dabei die von Erich Salomon bravourös gemeisterte Technik der „unsichtbaren Kamera“ zunutze machen; 1929 nahm sie an der Stuttgarter Ausstellung „Film und Foto“ des Deutschen Werkbundes teil und erfüllte sich den Traum von einem Aufenthalt in Paris; dort wurde sie kurzzeitig die Schülerin von Man Ray, der sie zur Selbstständigkeit ermutigte; ein Jahr später erhielt sie eine Anstellung am Atelier Ullstein, das von Elsbeth Heddenhausen geleitet wurde, und lernte dort alle Arbeiten in der Dunkelkammer kennen; bis 1934 veröffentlichte sie in zahlreichen Zeitschriften wie der Frankfurter Illustrierten, Der Querschnitt, Die Dame, UHU und Das Magazin; im Jahr 1931 reiste sie nach Palästina, wo einige ihrer bekanntesten Aufnahmen entstanden; Marianne Breslauer war eng mit der Schweizerin Annemarie Schwarzenbach befreundet, die sie auf zahlreichen Reisen begleitete; 1933 schickte die Berliner Agentur „Academia“ die beiden Frauen für eine Reportage in die spanischen Pyrenäen; für Schwarzenbach war es der Beginn ihres schriftstellerischen und fotografischen Schaffens; für Marianne Breslauer ergaben sich erste ernsthafte Probleme mit ihrer jüdischen Herkunft; sie wurde aufgefordert, ihre Bilder nicht unter ihrem Geburtsnamen zu veröffentlichen und ein Pseudonym zu wählen, was sie aber ablehnte; ihre dort entstandene Aufnahme Schulmädchen wurde jedoch 1934 auf dem „Salon international d'art photographique“ in Paris als „Bild des Jahres“ ausgewählt; 1933 verliess Marianne Breslauer Deutschland; sie lebte ohne festen Wohnsitz, bis sie 1936 nach Amsterdam umzog und den ebenfalls aus Deutschland emigrierten Kunsthändler Walter Feilchenfeldt heiratete; das Fotografieren gab sie 1937 auf und widmete sich zusammen mit ihrem Mann dem Kunsthandel; im Januar 1939 wurde ihr erster Sohn Walter geboren, bei Kriegsausbruch im September 1939 befand sie sich mit ihrem Mann in der Schweiz; 1944 wurde der zweite Sohn (Konrad Feilchenfeldt) geboren; nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1948, eröffneten sie eine Kunsthandelsfirma unter eigenem Namen mit dem Schwerpunkt französische Malerei und Zeichnungen des 19. Jahrhunderts; als 1953 Marianne Breslauers Mann starb, übernahm sie das Geschäft und arbeitete ab 1966 zusammen mit ihrem Sohn Walter bis 1990; in den 1980er-Jahren wurde ihr Werk wiederentdeckt, und man widmete ihr zahlreiche Publikationen und Ausstellungen, unter anderem in der Neuen Nationalgalerie in Berlin

Bücher

  • L. Cohn, I. Heinemann (Hrsg.), Die Werke Philos von Alexandria in deutscher Übersetzung, 7 Bände, Breslau 1909-1938
  • Arthur Wolf, Die Juden in Basel 1543-1872, Basel 1909

Zeitungen und Zeitschriften

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