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180 v. d. Z.

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Ereignisse

  • Ca. 180 v. d. Z.: Jesus Sirach (hebräisch: Ben Sira), Spruchdichter zur Zeit des 2. Tempels; nach ihm sind benannt: 1) "Weisheit Sirachs" (auch "Sprüche Sirachs", lat. Ecclesiasticus), apokryphes Buch, volkstümliche Ermahnungen, Weisheiten und Lebensregeln; 51 Kapitel (griechisch; den grössten Teil im hebräischen Original aufgefunden); 2) Alphabetbuch Sirachs, weit verbreitetes jüdisches Fabel- und Märchenbuch aus dem Mittelalter (entstanden vermutlich in der frühen islamischen Zeit), eine aus biblischen und haggadischen Elementen zusammengesetzte scharfe Satire auf Bibel und rabbinische Religion (von Abschreibern oft zensiert und verharmlost); der erste Teil erzählt das Leben des Ben Sira von der Zeugung bis zum ersten Geburtstag, er gilt als Sohn des Jeremia, da die Namen denselben Zahlenwert haben; im zweiten Teil sagt der einjährige Ben Sira seinem Lehrer zu jedem Buchstaben, den er lernen soll, ein mit diesem Buchstbaben beginnendes Sprichwort, das den Lehrer dazu bringt, etwas aus seinem Leben zu erzählen; im dritten Teil ist Ben Sira am Hof Nebukadnezzars und beantwortet dessen Fragen über Eigenheiten von Tieren u. ä.; im letzten Teil kommentieren dann Ben Siras Sohn und Enkel Uzziel und Josef ben Uzziel dessen Sprichwörter; - zum Buch Jesus Sirach (Ben Sira, Siracides, Sophia Seirach oder Ecclesiasticus, abgekürzt Sir, auch fälschlich Ben Sirach durch Vermischung von Ben Sira und Jesus Sirach): vermutlich älteste hebräische Dichtung in nachbiblischer Zeit, ein Buch der Weisheitsliteratur, das ungefähr 180 vor Christus von dem in Jerusalem lebenden Juden Jesus ben Eleazar ben Sira auf Hebräisch verfasst und später von seinem Enkel in Ägypten ins Griechische übersetzt wurde; die griechische Übersetzung enthält ein Vorwort dieses Enkels; es ist möglich, dass das Buch Jesus Sirach von der altägyptischen Lehre des Cheti beeinflusst wurde; obwohl Jesus Sirach nicht in den jüdischen Kanon aufgenommen wurde, wird es im Talmud zitiert, was die Hochschätzung des Buches durch die Rabbinen bezeugt; es ist Teil der Septuaginta und wird von Katholiken und orthodoxen Christen – jedoch nicht von Protestanten und den meisten freikirchlichen Christen – als Teil der Bibel angesehen; in den Kirchen der Reformation, die das Buch Jesus Sirach nicht unter die Bücher des Alten und Neues Testaments, sondern unter die Apokryphen rechnen, war das Buch jedoch sehr beliebt und wurde unzählige Male nachgedruckt und in der Spruchunterweisung verwendet; das Buch wurde in der lateinischen Kirche liber ecclesiasticus (Latein und latinisiertes Griech. für Kirchenbuch) genannt, weil es in der Ausbildung der Katechumenen auf die Taufe hin als Lehrbuch verwendet wurde; heute wird statt Ecclesiasticus häufiger der Titel Jesus Sirach oder einfach Sirach benutzt. Ecclesiasticus ist nicht zu verwechseln mit Ecclesiastes, einem anderen Namen für das Buch Kohelet (Prediger Salomo); nur die griechische Übersetzung ist in zwei Textformen (Gr. I und eine längere Gr. II) in verschiedenen Handschriften erhalten, die alle auf eine einzige Handschrift (Hyparchetyp) zurückgehen; vom hebräischen Original wurden in der Abstellkammer einer Synagoge in Altkairo und in Qumran Fragmente entdeckt, die insgesamt etwas weniger als die Hälfte des Buches enthalten; von einer älteren griechischen Übersetzung der Textform Gr. II wurde bereits früh eine lateinische Übersetzung angefertigt, die später von Hieronymus in die lateinische Vulgata aufgenommen wurde; Inhalt: Das Buch ist in seinem ersten Teil eine thematisch geordnete Sammlung von weisheitlichen Sprichwörtern, in denen der Autor seinen – als jungen Mann vorgestellten – Leser zu einem gottesfürchtigen und gottgefälligen Leben ermahnt: Anfang der Weisheit ist die Gottesfurcht, / den Glaubenden ist sie angeboren. Diese Mahnung zu einem gottesfürchtigen Leben wird auf viele verschiedene Lebenslagen hin und in Bezug auf verschieden Gruppen von Mitmenschen entfaltet: Mein Sohn, entzieh dem Armen nicht den Lebensunterhalt / und lass die Augen des Betrübten nicht vergebens warten! Eingestreut finden sich Passagen, in denen die Weisheit gepriesen und ihr Ursprung erklärt wird, als Höhepunkt ein Loblied der Weisheit auf sich selbst: Die Weisheit lobt sich selbst, sie rühmt sich bei ihrem Volk. Sie öffnet ihren Mund in der Versammlung Gottes und rühmt sich vor seinen Scharen: Ich ging aus dem Mund des Höchsten hervor und wie Nebel umhüllte ich die Erde. Anschliessend steht geschrieben, wie man Weisheit erlangt und Böses von Gutem unterscheidet: Und bleibe bei dem, was dir dein Herz rät; denn du wirst keinen treueren Ratgeber finden. Denn mit seinem Herzen kann ein Mann oft mehr erkennen, als sieben Wächter, die oben auf der Warte sitzen (37, 17-18). Der zweite Teil beginnt mit einem Lob des Schöpfers in der Natur, an den sich das Lob der Väter Israels anschliesst – von Henoch bis zu einem Zeitgenossen des Autors, dem Hohenpriester Simon: 42, 15: Nun will ich der Werke Gottes gedenken; / was ich gesehen habe, will ich erzählen: Durch Gottes Wort entstanden seine Werke; / seine Lehre ist ein Ausfluss seiner Liebe. 44, 1: Die ehrwürdigen Männer will ich preisen, / unsere Väter, wie sie aufeinander folgten. Der zweite Teil bildet auf diese Weise einen hymnischen Abriss der gesamten Heilsgeschichte, endend mit der Zeit des Autors. Nach einem ersten Schlusswort folgen zwei Nachträge und ein zweites Schlusswort.
  • Ca. 180 v. d. Z.: Buch Ester
  • 180 v. d. Z. bis 145 v. d. Z.: Ptolemaios VI. Philometor, begünstigte die Juden, hatte eine Reihe jüdischer Generäle in seiner Armee und war mit dem jüdischen Schriftsteller Aristobul persönlich befreundet


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