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1726

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Ereignisse

  • 1726-1791: Jakob Frank ("Frankisten"). Der Frankismus war eine ostjüdische Variante der messianischen Bewegung des Sabbatianismus (antitalmudisch sabbatianisch-christianisierend), begründet durch den Pseudomessias Jakob Leibowicz Frank (ca. 1726-1791). Er hatte am Balkan Mitglieder der Dönmeh kennengelernt, Sabbatianer, die im osmanischen Reich formal zum Islam übergetreten waren. Er gab sich als sabbatianischer Prophet und fand dann seit ca. 1755 in seiner Heimat Podolien eine Anhängerschaft, deren Umtriebe (teils orgiastische Exzesse) die rabbinischen Autoritäten alarmierten (rabbinischer Bann), in kirchlichen Kreisen aber zum Teil positives Interesse erregten (von der Kirche geförderte Disputation zwischen Frankisten und den Rabbinen gab dann auch Anlass zu Talmudverbrennungen). Frank knüpfte darauf weitere Kontakte zum Adel und Königshaus Polens, es kam zu Disputationen und Konflikten. Schliesslich traten im Jahr 1759 gegen bestimmte Zugeständnisse Frank und auf seine Anweisung hin 500 seiner Anhänger zum Katholizismus über; aber er setzte seine sabbatianischen Aktivitäten fort. Die Behörden reagierten und verurteilten ihn zu einer Festungshaft in Tschenstochau, wo er 1772 durch die Russen befreit wurde. Über Brünn, von wo aus er Kontakte zum Kaiserhof in Wien suchte, kam er schliesslich 1786 nach Offenbach am Main. Dort erwarb er, von Anhängern in Osteuropa unterstützt, das Schloss und hielt regelrecht Hof. Nach seinem Tod (er starb in Offenbach) führten seine beiden Söhne und seine Tochter Eva die dubiose Sekte weiter, mussten aber 1803 die Hofhaltung aufgeben. 1816 verstarb Eva Frank hoch verschuldet. In bestimmten Familien Böhmens hielten sich heimliche Anhänger aber noch geraume Zeit.

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