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Zwölf Stämme Israels

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Die Zwölf Stämme Israels bilden nach der hebräischen Bibel zusammen das von JHWH erwählte Volk Israel, die Israeliten, und repräsentieren die vorstaatliche Frühzeit der Geschichte Israels (etwa 1200–1000 v. Chr.).

Etwa nach 1800 v. Chr. heiratete Jakob Leah (Lea - "Wildkuh"?) und Rachel (Rahel - "Mutterschaf"; die jüngere Tochter, Lieblingsfrau Jakobs), Töchter Labans ("der Weisse), des Bruders seiner Mutter.

Zwölf Jakobssöhne / die Stammväter Gesamtisraels, = 12 Stämme (Schewatim, Mattot) Israels, als:

1) Ruben / Reuben / Rëuben, der Erstgeborene (galt als der älteste Stamm, die Rëubeniten waren und blieben stets Hirten)
2) Schimeon/Simeon/Schimon/Simon ("Ruhmreicher") (der nächstälteste Stamm/Simeoniten; südlichstes Stammgebiet, im Süden Judas; blieb stets untergeordnet und galt nur als Anhängsel zum Stamm Jehuda),
3) Levi [Ahnherr Mosis und Aarons, der Priester und der Leviten, - ohne Stammgebiet, daher arm und wenig angesehen; "Leviten = Angehörige des Stammes Levi, Diensttuende im Heiligtum, den Priestern (Kohanim) unterstellt; - Redensart "Leviten lesen" = Strafpredigt halten, bezieht sich auf christliche Lesung des Buches Leviticus und wird uneinheitlich erklärt],
4) Jehudah /Juda (Jehuda = Juda = "Gelobter", vierter Sohn Jakobs und Leas, Held der Tamar-Erzählung, Gen 38 [Tamar = "Palme", Schwiegertochter des Juda und Mutter des Perez; nicht zu verwechseln mit der Tochter Davids, von ihrem Halbbruder Amnon verführt – II. Sam. 13], sein Wappentier ist der Löwe [Löwe = Arje, Tier des Stammes Juda; daher später die Namen Löw, Löb, Leo]; der Messias geht aus Juda hervor; Stamm Juda führender Stamm, Kern des davidischen und des Südreichs, dessen Name seit Esra das ganze Volk bezeichnet; engeres Stammgebiet westlich der Philisterstädte, im Osten vom Toten Meer begrenzt; Hauptstadt Hebron; Juda und Benjamin bilden – mit Jerusalem als Hauptstadt – das Reich Juda, das unter den davidischen Königen 930-586 v. besteht; die Landschaft Juda heisst zur Zeit des Zweiten Tempels Judäa und umfasst ausser Juda die ehemaligen Stammgebiete Efraim, Benjamin und Simeon, das philistäische und edomitische Gebiet
5) Issachar/Isaschar/Issaschar (Stamm im Gebiet der Ebene Jesreel [Jesreel, Jisreel = "Gott sät" = Emek Jesreel oder nur Emek, grosse Ebene im Süden Galiläas]),
6) Sebulun / Sebulon / Zebulon (Sewulun, "Geschenkter"; sein Stammgebiet in West-Galiläa), diese alle (1-6) von Lea (mit Lea hatte Jakob noch die Tochter Dina);
7) Dan (am kümmerlichsten bedachter Stamm; Graetz: "er schwebte gewissermassen in der Luft") und
8) Naftali / Naphtali von Bilha(h), Rachels Magd [Naftali, isr. Stamm im Norden Galiläas];
9) Gad (ein Hirtenstamm) und
10) Ascher / Asser von Silpa(h), Leas Magd;
11) Josef (mit Rahel) [Josefs Söhne: Efraim und Manasse] – Josef der Lieblingssohn Jakobs, bekommt kostbare Geschenke; das ruft den Neid seiner Brüder hervor
12) Benjamin (mit Rahel – die bei Benjamins Geburt stirbt)

Esau, Bruder Jakobs, bewohnt Seir in Edom = Idumäa = südlichster Teil von Palästina. Später verteilt Josua Kanaan an die 12 Stämme (zwei Josef-Stämme, Efraim und Manasse [Manasse wiederum teilte sich in Machir und Gilead]. Kein Erbe Levis, da Priesterstamm.

Literatur

  • Otto Bächli: Amphiktyonie im Alten Testament. Forschungsgeschichtliche Studie zur Hypothese von Martin Noth (= Theologische Zeitschrift. Sonderband 6). Reinhardt, Basel 1977, ISBN 3-7245-0388-1.
  • Martinus Adrianus Beek: Auf den Wegen und Spuren des Alten Testaments. Mohr (Siebeck), Tübingen 1961.
  • Jan Dus: Die „Ältesten Israels“. In: Communio viatorum. Nr. 3, 1960, ISSN 0010-3713, S. 232–242.
  • Jan Dus: Die „Sufeten Israels“. In: Archiv Orientálni. Nr. 31, 1963, ISSN 0044-8699, S. 444–469.
  • Jan Dus: Die altisraelitische amphiktyonische Poesie. In: Zeitschrift für die Alttestamentliche Wissenschaft. Nr. 75, 1963, ISSN 0934-2796, S. 45–54.
  • Otto Eißfeldt: The Hebrew Kingdom. In: The Cambridge Ancient History. Bd. 2: Ch XXXIV. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1965.
  • Heinrich Ewald: Geschichte des Volkes Israel. Band 1: Einleitung in die Geschichte des Volkes Israel. 3. Auflage, Dieterich, Göttingen 1864.
  • Georg Fohrer: „Amphiktyonie“ und „Bund“? In: Theologische Literaturzeitung. Nr. 91, 1966, ISSN 0040-5671, S. 801–816 und 893–904.
  • Hermann Gunkel: Die Urgeschichte und die Patriarchen. (Das erste Buch Mosis) (= Die Schriften des Alten Testaments. Abteilung 1: Die Sagen des alten Testaments. Nr. 1). 2. unveränderte Auflage, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1920.
  • Siegfried Herrmann: Das Werden Israels. In: Theologische Literaturzeitung. Nr. 87, 1962, ISSN 0040-5671, S. 561–574.
  • Hans Wilhelm Hertzberg: Die Kleinen Richter. In: Theologische Literaturzeitung. Nr. 79 (1954), ISSN 0040-5671, S. 285–290.
  • Alfred Jepsen: Zur Überlieferungsgeschichte der Vätergestalten. In: Festschrift Albrecht Alt zum 70. Geburtstag gewidmet (Wissenschaftliche Zeitschrift – Gesellschafts- und sprachwissenschaftliche Reihe. Bd. 3, 1953/54, 1). Selbst-Verlag der Karl-Marx-Universität, Leipzig 1953/54, S. 139–153.
  • Johann Maier: Das altisraelitische Ladeheiligtum (= Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft. Beihefte 93, ISSN 0934-2575). Töpelmann, Berlin 1965.
  • Theophile James Meek: Hebrew Origins (= The Haskell Lectures. Bd. 34, 1933). Harper, New York NY u. a. 1936.
  • Kurt Möhlenbrink: Die Landnahmesagen des Buches Josua. In: Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft. Nr. 56, 1938, ISSN 0934-2796, S. 238–268.
  • Sigmund Mowinckel: Zur Frage nach dokumentarischen Quellen in Josua 13–19 (= Norske Videnskaps-Akademi – Historisk-Filosofisk Klasse. Bd. 1, Avhandlinger 1946). Dybwad, Oslo 1946.
  • Martin Noth: Das System der 12 Stämme Israels (= Beiträge zur Wissenschaft vom Alten und Neuen Testament. Bd. IV, 1). Kohlhammer, Stuttgart 1930.
  • Gerhard von Rad: Theologie des Alten Testaments (2 Bände). Kaiser, München.
    • Band 1: Die Theologie der geschichtlichen Überlieferungen Israels. 4. bearbeitete Auflage, 1962.
    • Band 2: Theologie des Alten Testaments. 2 Auflage, 1961.
  • Bruce D. Rahtjen: Philistine and Hebrew Amphictyonies. In: Journal of Near Eastern Studies. Nr. 24, 1965, S. 100–104.
  • Archibald Henry Sayce: The Cuneiform Tablets of El-Amarna, now preseved in the Boulaq Museum. In: Proceedings of the Society of Biblical Archaeology. Nr. 11, 1888/89, ZDB-ID 209191-4.
  • Klaus-Dietrich Schunck: Benjamin. Untersuchungen zur Entstehung und Geschichte eines israelitischen Stammes. (= Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft. Beihefte 86, ISSN 0934-2575). Töpelmann, Berlin 1963.
  • Rudolf Smend: Jahwekrieg und Stämmebund. Erwägungen zur ältesten Geschichte Israels (Herrn Professor D. Dr. Walter Baumgartner zum 75. Geburtstag) (= Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testamentes. Nr. 84). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1963 (zugleich: Habilitations-Schrift, Universität Bonn).
  • Max Weber: Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie. Herausgegeben von Marianne Weber. Band 3: Das antike Judentum. 2. photomechanisch gedruckte Auflage, Mohr, Tübingen 1923, (7. photomechanisch gedruckte Auflage, ebenda 1983, ISBN 3-16-544647-4), insb. S. 1–400.
  • Anton Weiser: Das Deborahlied. In: Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft. Nr. 71, 1959, ISSN 0934-2796, S. 67–97.

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