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Tausendundeine Nacht

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Bei den Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht, arabisch alf laila wa-laila, handelt es sich um eine arabische Erzählsammlung von über 300 Märchen, Legenden, Anekdoten, Parabeln, Gedichten u. a., von einer Rahmenhandlung indischer Herkunft zusammengehalten: Um sich für die Untreue seiner Gattin zu rächen, nimmt sich der König von Samarkand jeden Abend eine andere Jungfrau und tötet sie am nächsten Morgen; die kluge Tochter des Wesirs, Scheherezade, hält den König durch fesselnde Erzählungen in insgesamt 1001 Nächten (entspricht 1001 Textstücken) jeweils von seinem Vorhaben ab, weil er wissen will, wie die spannende Geschichte weitergeht; schliesslich wird Scheherezade begnadigt; trotz unterschiedlicher, z. T. indischer Herkunft (8. Jahrhundert, im 10. Jahrhundert ins Persische übertragen) sind die um die Gestalt Harun Ar Raschids gerankten Märchen von arabisch-islamischem Geist durchdrungen; es gibt keinen "Urtext", sondern wechselnde Bearbeitungsstände unterschiedlicher Autoren; die bekanntesten Märchen sind Sindbad der Seefahrer, Aladin und die Wunderlampe, Ali Baba und die 40 Räuber; auch Juden kommen in den Geschichten vor, meist stereotyp gezeichnet als ehrlose, schlechte, nur auf ihren Vorteil bedachte, geldgierige Menschen; übrigens kommen auch Frauen nicht besonders gut weg

Einige ausgewählte Zitate/Inhaltswiedergaben

Einige Zitate (nach der klassischen Übersetzung von Enno Littmann unter Angabe der "Nacht"):

  • "Glaube den Frauen nicht; / Trau ihren Schwüren nicht! / Ihr Zorn und ihre Gunst / Hängen an ihrer Brunst. / Lieb zeigen sie zum Schein: / Trug hüllt sie ganz und gar ein. / Joseph nimm dir zur Lehr; / Findst ihrer List immer mehr. / Schon Vater Adam, schau, / Ward verjagt wegen der Frau" (Einleitungstext vor der 1. Nacht)
  • [über einen "schwarzen Sklaven":] " ... dessen eine Lippe wie ein Topfdeckel und dessen andere Lippe wie eine Schuhsohle war; ja, seine Lippe war so lang, dass er mit ihr den Sand vom Kiesflur der Hütte hätte auflesen können. Er war aussätzig und lag auf einer Streu vom Abfall des Zuckerrohrs, gehüllt in ein altes Laken und in Lumpen und Fetzen" (7. Nacht)
  • "Denn du weisst gar wohl, dass der männliche Spross wertvoller ist als der weibliche; mein Kind ist ein männliches, und unser Gedächtnis wird durch ihn fortgepflanzt, nicht durch deine Tochter ..." (20. Nacht)
  • [Geschichte des jüdischen Arztes: 29. Nacht] – "Weh dir, verfluchter Schurke, willst du mir jetzt noch meine Frau verführen? Und er zog ein Messer hervor und schnitt meinem Bruder die Rute ab" (33. Nacht)
  • "Da ragten ihre Beine hoch in die Luft, und deutlich waren ihre Haare im Mondenschein zu sehen; und sie liess zwei gewaltige Winde fahren, von denen der eine den Staub auf der Erde aufwirbelte, während der andere bis zum Himmel dampfte" (47. Nacht)
  • "er sprach: Du elende Dirne, wagst du es, mir Widerworte zu geben? Sofort nahm er die Peitsche und schlug sie damit auf den Rücken, bis sie fast ohnmächtig wurde. Nun neigte sie sich über seine Füsse und küsste sie; da liess er ab, sie zu schlagen, und schmähte sie und sprach: Bei meiner Kappe, wenn ich dich wieder heulen sehe oder höre, so schneide ich dir die Zunge ab und stopfe sie in dein Loch, du Dirne aus der Stadt! Da verstummte sie und gab ihm keine Antwort mehr ... " (55. Nacht)
  • [eine Sklavin kann vor dem Kauf "geprüft" werden:] "mit deiner Erlaubnis, sagte der Händler, will ich ihr Gesicht entschleiern und sie untersuchen, wie man Sklavinnen untersucht, die man zu kaufen gedenkt. Jener erwiderte: Nur zu, tu, was du willst! Allah wird deine Jugend behüten! Untersuche sie von aussen und von innen, und wenn du willst, zieh ihr die Kleider aus und sieh sie an, wenn sie nackt ist" (56. Nacht)
  • "Nehmt euch in acht vor den Tücken der Weiber und seid auf der Hut vor ihnen; fragt sie nie um Rat; aber karget nicht mit Gefälligkeiten gegen sie, auf dass sie nicht nach Listen trachten" (61. Nacht)
  • "Doch bei Allah, ich will nicht eher fortziehen, als bis ich ihr geschmolzenes Blei in die Scheide gegossen und sie wie einen Vogel im Käfig eingeschlossen! Darauf will ich sie bei ihrem Schopfe fassen und am Tor von Konstantinopel kreuzigen lassen" (105. Nacht)
  • "Du bist noch unerfahren und kennst die Falschheit und List der Frauen nicht" (120. Nacht)
  • "Danach trat sie wieder auf mich zu, löste mir die Hosen und band einen Strick um meine Hoden; die Enden des Stricks nahm sie in die Hand, reichte sie zwei Sklavinnen und befahl ihnen, daran zu ziehen. Als sie das taten, sank ich wieder in Ohnmacht, und vor Übermass der Schmerzen war es mir, als versänke ich in eine andere Welt. Nun trat sie mit einem scharfen Rasiermesser an mich heran und schnitt mir das Glied ab, so dass ich nunmehr wie ein Weib war. Dann brannte sie mir die Wunde mit dem siedenden Öl aus und rieb sie mit einem Pulver ein, während ich in Ohnmacht dalag ... Und dann sprach sie zu mir: Nun geh hin zu ihr, mit der du dich vermählt hast, zu ihr, die dich mir nicht einmal eine einzige Nacht gönnte! ... Geh in diesem Augenblick fort, zu wem du willst! Ich wollte von dir nur das, was ich dir abgeschnitten habe; jetzt brauche ich nichts mehr von dir. Ich habe auch keinerlei Verlangen mehr nach dir ... Darauf gab sie mir einen Tritt mit ihrem Fusse" (126. Nacht)
  • "Da erblickte sie seine ebenmässige Gestalt und seiner Schönheit liebliche Gewalt, und vor lauter Erstaunen über sein herrliches Aussehen nässte sie ihre Hose und rief aus: Preis sei ihm, der dich aus verächtlichem Wasser hervorgebracht und dich zu einer Versuchung für das Auge gemacht ..." (130. Nacht)
  • "Wenn ihr mich nach den Frauen fragt, so wisset: / Ich kenn die Art der Frauen alleweil. / Ergraut des Mannes Haupt und schmilzt sein Geld, / Hat er an ihrer Liebe keinen Teil" ... "Den Frauen leiste nicht Folge; das ist der schönste Gehorsam. / Ein Mann, der seinen Halfter den Frauen gibt, hat kein Glück. / Wenn er auch tausend Jahre sich um das Wissen bemühet - / Sie halten ihn vor Vollendung des hohen Zieles zurück" (170. Nacht)
  • [weiter über die "richtige Einstellung" zur Frau:] "Die Frauen sind, wenngleich man sie ob Keuschheit rühmt, / Nur Kehricht, bei dem die Geier schweben, um zu wühlen. / Zwar gestern galt noch dir allein ihr lispelnd Wort; / Doch morgen wird ihre Wade und Hand ein andrer fühlen - / Ein Gasthaus, in dem du wohnst, von dem du dich morgen trennst, / In dem nach dir ein andrer wohnt, den du nicht kennst" (171. Nacht)
  • "Was für ein Ding ist das Mädchen, von dem du sprichst? Das ist doch nur eine Topfscherbe zum Abwischen von Unrat! Pah! Pah!" (179. Nacht)
  • "Mein Herz, o liebe nicht nur eine einz'ge Schöne, / Sonst bringet sie dir Not in Liebesspiel und Pein: / Umfass mit deiner Liebe die Schönen all, du findest, / Wenn eine dich verschmäht, wird doch die andre dein!" (181. Nacht)
  • "Geh zu meinen Söhnen ..., lege ihnen starke Fesseln an, tu sie in zwei Kisten und lade sie auf ein Maultier; dann besteige ein Reittier und zieh mit ihnen mitten in die Wüste. Dort bringe sie um, fülle zwei Flaschen mit ihrem Blute und komm schnell damit zu mir zurück! Ich höre und gehorche! sprach der Schatzmeister ... " (220. Nacht)
  • "Die Weiber sind Teufel, zu unsrem Verderben erschaffen; / Ich flüchte zu Gott vor diesen teuflischen Schlingen. / Sie sind der Quell der Leiden, die unter den Menschen / Erscheinen, in Sachen der Welt und in Glaubensdingen" (221. Nacht)
  • "Der Bursche da ist so hässlich anzusehen, er hat einen so widerwärtigen Geruch, er ist so schmutzig und garstig, dass ihn keine Frau nehmen wird. Da sagte sie: Dann wollen wir ihm eine Sklavin kaufen" (262. Nacht)
  • "Du weisst wohl nicht, mein Sohn, dass bei den Juden das Gut der Muslime ... als erlaubte Beute gilt und dass sie immer die Muslime betrügen, besonders aber dieser verfluchte Jude, mit dem du verhandelt hast und dem du in die Hände gefallen bist" (269. Nacht)
  • "O unser Herr und Sultan, erwiderte der Wesir, die Frauen haben geringe Verstandeskräfte ... " (269. Nacht)
  • " ... Nachdem sie dann wieder die Segel gespannt hatten, fuhren sie weiter, bis sie zu einer Insel gelangten, deren Name die 'Insel der Neger' [gemeint ist Sansibar] ist; das sind schwarze Leute, die das Fleisch der Menschen fressen. Als die Schwarzen sie sahen, fuhren sie in Booten herbei, fielen über sie her und holten alle vom Schiffe herunter; dann fesselten sie ihnen die Hände auf dem Rücken und schleppten sie vor den König. Der befahl ihnen, eine Anzahl von den Kaufleuten zu schlachten, und nachdem sie das getan hatten, frassen sie ihr Fleisch auf. Die übrigen Kaufleute verbrachten die Nacht gefesselt und in Todesangst ... " (301. Nacht)
  • "Darauf gab die Königin Befehl, der Nazarener [Christ] solle geschunden werden, seine Haut solle mit Häcksel ausgestopft und über dem Tor zu dem Platze aufgehängt werden; ferner solle man eine Grube draussen vor der Stadt graben und darin sein Fleisch und seine Knochen verbrennen, und dann solle man Schmutz und Unrat auf ihn werfen. "Wir hören und gehorchen!" sprachen ihre Mannen, und sie taten mit dem Christen alles, was sie ihnen befohlen hatte" (321. Nacht)
  • "Du bist nur äusserlich ein Muslim; innerlich bist du ein Nazarener. Sprich die Wahrheit! ... Nun befahl sie [die Königin], ihn zu Boden zu werfen und ihm auf jede Fusssohle hundert Schläge und auf den Leib tausend Hiebe zu verabfolgen, ihn dann zu schinden und seine Haut mit Werg auszustopfen und darauf vor den Toren der Stadt eine Grube für ihn zu graben, seine Leiche darin zu verbrennen und zuletzt Schmutz und Unrat darauf zu werfen. Ihr Befehl ward ausgeführt; dann gab sie dem Volke Erlaubnis zu essen. Man begann zu speisen, und als das Mahl beendet war, gingen alle ihrer Wege ..." (323. Nacht)
  • "Alle Menschen sind sich darüber einig, dass die Schwarzen wenig Verstand haben; und im Sprichworte heisst es: Wie fände man einen Schwarzen, der Verstand hat?" (335. Nacht)
  • "Die Geschichte vom frommen Israeliten": Geschichte eines wohlanständigen, zum Bettler gewordenen Juden, der unerwartet wieder zu Geld gekommen war (348./349. Nacht)
  • [über Trunkenheit und Männer"liebe"]: "Als aber die Trunkenheit den Abu Nuwas übermannte, und er den Unterschied zwischen Hand und Haupt nicht mehr kannte, drang er mit Kuss und Umarmung auf die Jünglinge ein, legte Bein auf Bein, hatte für Sünde und Scham keinen Sinn und sprach diese Verse vor sich hin: Vollkommne Freude bringet nur ein Jüngling, / Der trinkt in schöner Zechgenossen Kreis. / Der eine singt ein Lied, der andre grüsst ihn, / Wenn er ihn mit dem Becher zu erquicken weiss. / Und hat der dann nach einem Kuss Verlangen, / So reicht ihm jener seine Lippe dar. / Gott segne sie! Schön war mein Tag bei ihnen; / Ein Wunder ist's, wie er so herrlich war! / Nun lasst uns trinken, ob gemischt, ob rein; / Und wer da schläft, soll unsre Beute sein" (382. Nacht)

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