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Wohn- und Geschäftshaus Ludwig Marx
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Relevanz des lemmagebenden Gebäudes nicht dargestellt. Die einzige bekannte Erwähnung in der Fachliteratur ist die auch im Artikel verwendete Abbildung von 1907. Sonst konnten bislang - obwohl verstreute Angaben zur Besitzerfamilie bekannt sind und im Artikel verwendet wurden - keine weiteren Informationen zum Gebäude gefunden werden. Auch im 2014 beschlossenen Bebauungsplan für das Gelände wird das Vorgängergebäude nicht erwähnt [1]. --jergen ? 15:25, 11. Feb. 2015 (CET)
Das Wohn- und Geschäftshaus Ludwig Marx (auch Wohn- und Geschäftshaus Louis Marx) in der Frankfurter Straße 18 in Heilbronn befand sich am Kaiser-Friedrich-Platz und dessen Schaufassade war zum Platz orientiert. Dort ist heute eine Baulücke, die auch das erste Rückgebäude 18/1 umfasst. Das Gebäude wurde 1906 für den 1943 in Sobibor ermordeten, jüdischen Kaufmann Ludwig Marx erbaut. Der Einkaufswert des Hauses betrug 75.000 Reichsmark, musste aber während der so genannten Arisierung im 3. Reich für 55.000 Reichsmark verkauft werden.[1] 1948 erfolgte ein Rückerstattungsverfahren für das Anwesen Frankfurter Straße 18 und 18a (Vorb.: Louis Marx), das 1966 durch Vergleich abgeschlossen wurde.
Beschreibung
Lage und Umgebung
Der repräsentative Bau am Kaiser-Friedrich-Platz bzw. Frankfurter Straße lag an einem wichtigen Platz und an einer wichtigen Hauptverkehrsachse der Stadt. Der nach Kaiser Friedrich benannte Platz war mit dem Heilbronner Kaiser-Friedrich-Denkmal geschmückt und stark frequentiert.
Die Frankfurter Straße beruht auf einem uralten Straßenzug ("Via Regis"), der in gerader Linie auf das Tor des Deutschhofes führte, wo auch das Tor der Bopponischen Grafenburg und des fränkischen Königshofes vermutet wird.[2] Die Frankfurter Straße war Teil eines alten fränkischen Königsweg, der als „Alte Hällische Straße“ bezeichnet wurde und nach Schwäbisch Hall führte.[3]
Geschichte
Vorher hatte das Anwesen an der Frankfurter Straße 18 die Adresse Frankfurter Straße Nr. 1037 getragen. Bei der Häuserzählung 1855 erhielt es die Hausnummer Nr. 16.
- Unternehmen
Der jüdische Bauherr Ludwig Marx war Gesellschafter der Emil Marx & Co. OHG, einem Betrieb für Darm- u. Gewürzgroßhandel sowie Fleischereibedarf in Heilbronn, der von 1905 bis 1964 bestand. 1938 wurde das Unternehmen Emil Marx & Co, Darmgroßhandlung mit Sortierbetrieb, Metzgerei-Einrichtungsgegenständen an der Frankfurter Straße 18 und 18a von der Huber & Bierhalter oHG (ZS 3270) übernommen (1939-1946). Benno Marx (* 15. September 1883 in Heilbronn),[4] auch Gesellschafter der Emil Marx OHG flüchtete nach Palästina, wo er als einziger Gesellschafter der OHG überlebte. 1949 war das Geschäft in der Frankfurter Straße wieder mit einem Fabrikationsbau zu finden.
- Familie
Louis Marx (* 8. September 1873 in Heilbronn; gest. 23. Juli 1943 in Sobibor)[5][6][7] war verheiratet mit Hannchen – Tochter von Simon/Sigmund Rothschild und Rosa Neuhöfer (geb. 12. Juni 1880 in Wilhelmsdorf; gest. 29. Mai 1941 in Roermond), mit der er den Sohn Walter (geb. 1926) hatte und zusammen das Haus Frankfurter Straße 18 bewohnte.[8][9] Das Leben und Sterben der jüdischen Familie Marx steht laut Jens Westemeier „exemplarisch für das Schicksal Unzähliger“.[10] Die Familie flüchtete 1939 zuerst nach Holland, dann nach Montpellier und anschließend nach Lamalou-les-Bains (Hérault), wo Louis inhaftiert, deportiert und in Sobibor ermordet wurde.[11]
Walter, der Sohn der Eheleute Marx, wusste noch von seiner Flucht zu berichten:
Auf dem jüdischen Friedhof Roermond[13] befindet sich ein Grabstein, der den Eheleuten Marx gewidmet ist. Der Text und die Übersetzung des Grabsteins mit der Widmung der Mutter lautet:
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Der Text und die Übersetzung des Grabsteins mit der Widmung des Vaters lautet:
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Architektur
Das Gebäude entstand nach Entwürfen von Beutinger & Steiner. Die Giebelfassade war zum Kaiser-Friedrich-Platz ausgerichtet und wurde von einem mittig angelegten Konsolerker mit Zwiebeldachbekrönung, der sich über zwei Geschosslagen erstreckte, wesentlich geprägt. Im Untergeschoss befanden sich Ladenräume, deren große rundbogigen Schaufenster die massive architektonische Gliederung der restlichen Architektur etwas auflockerten. Flankiert wurden die Schaufenster jeweils von einem Eingang mit Rundbogenabschluss.
Rezeption
Das Gebäude wurde 1907 in der Fachzeitschrift "Der Profanbau" abgebildet. Einige Blechdosen der Fa. Emil Marx & Co, Großhandlung für Gewürze, Därme und Metzgereibedarf und Fa. Eisig & Marx werden im Haus der Stadtgeschichte (Heilbronn) ausgestellt.
Weblinks
- Daten nach Stadtarchiv Heilbronn, Signatur A034-1614, http://heuss.stadtarchiv-heilbronn.de/index.php?ID=20330 in der Datenbank HEUSS
- Daten nach Stadtarchiv Heilbronn, Signatur ZS-772, http://heuss.stadtarchiv-heilbronn.de/index.php?ID=21786 in der Datenbank HEUSS
- Daten nach Stadtarchiv Heilbronn, Signatur E003-287, http://heuss.stadtarchiv-heilbronn.de/index.php?ID=95427 in der Datenbank HEUSS
- Daten nach Stadtarchiv Heilbronn, Signatur B033-461, http://heuss.stadtarchiv-heilbronn.de/index.php?ID=61254 in der Datenbank HEUSS
- Daten nach Stadtarchiv Heilbronn, Signatur A034-1608, http://heuss.stadtarchiv-heilbronn.de/index.php?ID=97467 in der Datenbank HEUSS
- Datenbank: Jüdische Grabsteine
- The Central Database of Shoah Victims' Names: List of murdered Jews from the Netherlands Item ID: 4269959 auf db.yadvashem.org.
Einzelnachweise
- ↑ Hans Franke, Geschichte und Schicksal der Juden in Heilbronn. Vom Mittelalter bis zur Zeit der nationalsozialistischen Verfolgungen (1050–1945). Heilbronn 1963 (Veröffentlichungen des Archivs Heilbronn, Heft 11), S. 137.
- ↑ Heim: Heilbronns älteste Brücke und ältestes Tor. In: Schwaben und Franken. Heimatgeschichtliche Beilage der Heilbronner Stimme. 4, Nr. 11, Verlag Heilbronner Stimme, Heilbronn 29. November 1958, S. 2.
- ↑ Heim: Heilbronns älteste Brücke und ältestes Tor. In: Schwaben und Franken. Heimatgeschichtliche Beilage der Heilbronner Stimme. 20, Nr. 3, Verlag Heilbronner Stimme, Heilbronn 9. März 1974, S. 1.
- ↑ Hans Franke, Geschichte und Schicksal der Juden in Heilbronn. Vom Mittelalter bis zur Zeit der nationalsozialistischen Verfolgungen (1050–1945). Heilbronn 1963 (Veröffentlichungen des Archivs Heilbronn, Heft 11), S. 363: Auswanderungsliste.
- ↑ Hans Franke, Geschichte und Schicksal der Juden in Heilbronn. Vom Mittelalter bis zur Zeit der nationalsozialistischen Verfolgungen (1050–1945). Heilbronn 1963 (Veröffentlichungen des Archivs Heilbronn, Heft 11), S. 363: Auswanderungsliste.
- ↑ Datenbank: Jüdische Grabsteine auf www.steinheim-institut.de.
- ↑ The Central Database of Shoah Victims' Names: List of murdered Jews from the Netherlands Item ID: 4269959 auf db.yadvashem.org.
- ↑ Hans Franke, Geschichte und Schicksal der Juden in Heilbronn. Vom Mittelalter bis zur Zeit der nationalsozialistischen Verfolgungen (1050–1945). Heilbronn 1963 (Veröffentlichungen des Archivs Heilbronn, Heft 11), S. 363: Auswanderungsliste.
- ↑ Datenbank: Jüdische Grabsteine auf www.steinheim-institut.de.
- ↑ Jens Westemeier:Himmlers Krieger:Joachim Peiper und die Waffen-SS in Krieg und Nachkriegszeit, S. 268 online
- ↑ Susan Zuccotti:Holocaust Odysseys: The Jews of Saint-Martin-Vésubie and Their Flight through France and Italy, New York 2007, S. 229f. online
- ↑ Jens Westemeier:Himmlers Krieger:Joachim Peiper und die Waffen-SS in Krieg und Nachkriegszeit, S. 268.
- ↑ http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=e54-1033
Literatur
- Bauten der Architekten Beutinger & Steiner, B.D.A., Darmstadt–Heilbronn. In: Der Profanbau. Zeitschrift für Geschäftshaus-, Industrie- und Verkehrs-Bauten. Nr. 19, 1. Oktober 1907, S. 285ff.
- Hans Franke: Geschichte und Schicksal der Juden in Heilbronn. Vom Mittelalter bis zur Zeit der nationalsozialistischen Verfolgungen (1050–1945). Heilbronn 1963 (Veröffentlichungen des Archivs Heilbronn, Heft 11).
- Susan Zuccotti: Holocaust Odysseys: The Jews of Saint-Martin-Vésubie and Their Flight through France and Italy. New York 2007.
- Jens Westemeier: Himmlers Krieger: Joachim Peiper und die Waffen-SS in Krieg und Nachkriegszeit. Bonn 1998.