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Vaterjude
Vaterjude ist die Bezeichnung für eine Person, die einen jüdischen Vater und eine nichtjüdische Mutter hat.[1]
Laut Halacha, dem jüdische Gesetz, ist Jude, wer Kind einer jüdischen Mutter oder zum Judentum konvertiert ist. Vor allem das Konservative Judentum betrachtet einen Vaterjuden als Nichtjuden.
Viele Vaterjuden begreifen sich aber selbst als Juden. In den sowjetischen Melderegistern war "Jüdisch" eine Nationalität. Bei denjenigen, die als Kontingentflüchtling nach Deutschland umsiedelten, war die Nationalität "Jüdisch". Hier wurde bei einem Kind die Nationalität des Vaters übernommen. Bei gemischtreligiösen Ehen führte es dazu, dass Personen, die laut ihren amtlichen Dokumenten Juden waren, in den jüdischen Gemeinden in der Sowjetunion als Mitglieder betrachtet wurden und unter dem Antisemitismus der Mehrheitsgesellschaft zu leiden hatten. Bei ihrer Auswanderung nach Deutschland, wurden sie vom deutschen Staat als Juden aufgenommen, von den jüdischen Kultusgemeinden aber nicht.
Laut einer Schätzung der Soziologin Ruth Zeifert wird die Hälfte der in Deutschland von einem Juden gezeugten Kinder nicht von einer jüdischen Mutter geboren, und diese sind somit Vaterjuden.
Die Allgemeine Rabbinerkonferenz Deutschland erlaubt eine vereinfachte Konversion, da Vaterjuden bereits mehr oder weniger im jüdischen Leben verwurzelt sind. Es ist aber jeweils ein individuelles Verfahren notwendig. Die Orthodoxe Rabbinerkonferenz besteht hingegen auf einer vollständigen Konversion, wie sie für andersgläubige Konvertiten notwendig ist. Teilweise wird Vaterjuden eine Fördermitgliedschaft in den Gemeinden erlaubt.[2]
In den USA wird in Teilen des Liberalen Judentum auch die patrilineare Abstammung anerkannt.
In biblischer Zeit bis in das 2. Jahrhundert wurde die Zugehörigkeit zum Volk Israel noch durch den Vater vermittelt. Die Zugehörigkeit zum Priesterstamm der Kohanim wird auch heute noch durch die väterliche Linie vermittelt. In rabbinischer Zeit rückte aber die mütterliche Abstammung in den Fokus, da die Mutter immer fest steht.[3][4][5]
Literatur
- Ruth Zeifert: Nicht ganz koscher: Vaterjuden in Deutschland. Hentrich und Hentrich Verlag, Berlin, ISBN 978-3955652081, S. 218.
Einzelnachweise
- ↑ Alina Gromova: Von Vaterjuden und anderen Bezeichnungen, auf die wir gut verzichten können | Deutscher Kulturrat. Abgerufen am 16. April 2021 (deutsch).
- ↑ Über uns – Beth Shalom - Liberale jüdische Gemeinde München Beth Shalom e.V. Abgerufen am 16. April 2021.
- ↑ Alina Gromova: Von Vaterjuden und anderen Bezeichnungen, auf die wir gut verzichten können | Deutscher Kulturrat. Abgerufen am 16. April 2021 (deutsch).
- ↑ Nicht ganz koscher? - "Vaterjuden" in Deutschland. Abgerufen am 16. April 2021 (deutsch).
- ↑ Lea Wohl Haselberg, Rabbiner Arie Folger: Mehr Rechte für »Vaterjuden«? 26. Juni 2017, abgerufen am 16. April 2021.
| Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Vaterjude aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar. |