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Terroranschläge vom 13. November 2015 in Paris
Die Terroranschläge in Paris vom 13. November 2015, zu denen sich der Islamische Staat bekannt hat,[1] waren koordinierte, islamistisch motivierte Attentate und Geiselnahmen an sechs verschiedenen Stellen in und um Paris. Die französische Regierung zählte bisher mindestens 129 Todesopfer und mehr als 350 Verletzte. Es war der zweite Terroranschlag in Frankreich innerhalb von zehn Monaten nach den Angriffen auf Charlie Hebdo am 7. Januar 2015 und der opferreichste Terroranschlag in Europa nach den Anschlägen in Madrid am 11. März 2004.
Die Angriffe begannen am Freitagabend um 21:16 Uhr MEZ im 10. und 11. Arrondissement von Paris. Es kam zu mindestens drei Explosionen und sechs Schießereien sowie zur Geiselnahme einer größeren Menschenmenge in der Bataclan-Konzerthalle. Die Explosionen ereigneten sich unter anderem in unmittelbarer Nähe des Stade de France in Saint-Denis, wo zu diesem Zeitpunkt ein Freundschaftsspiel zwischen der französischen und der deutschen Fußballnationalmannschaft stattfand.[2]
Infolge der Anschläge wurde in Frankreich der Ausnahmezustand ausgerufen.[3] Dies geschah zuvor zuletzt 2005 bei den Unruhen der Banlieue.[4] Präsident Hollande sprach von einem kriegerischen Akt und kündigte dem Terror einen erbarmungslosen Kampf an.
Einzelne Tatorte
10. Arrondissement
Rue Alibert / Canal Saint-Martin
Die Angreifer erschossen Menschen außerhalb einer Bar namens Le Carillon in der 18 Rue Alibert, 10. Arrondissement, und in der Nähe des Canal Saint-Martin.[5][6] Insgesamt starben an diesem Ort mindestens zwölf Personen.[7]
Bei einem Angriff mit Schusswaffen auf das kambodschanische Restaurant Le Petit Cambodge in der 20 Rue Alibert wurden vier Personen getötet.
11. Arrondissement
Massaker und Geiselnahme im Bataclan-Theater
Ein halbstündiger Angriff begann gegen 21:30 Uhr auf das Bataclan-Theater im 11. Arrondissement.[8] Dort spielte die US-amerikanische Rockband Eagles of Death Metal vor etwa 1500 Konzertbesuchern. Bei dem Angriff sollen mindestens 87 Menschen getötet worden sein.[9] Im Theater gab es laut Augenzeugenberichten schon zu Beginn des Anschlags mindestens 20 Todesopfer, nachdem die vier Attentäter das Feuer eröffnet hatten und Garben aus Kalaschnikow-Sturmgewehren in die Menge abgaben.[10] Gegen 22:00 Uhr begannen die Attentäter Geiseln zu nehmen.[8] Laut Medienberichten meldeten einige der Geiseln regelrechte Hinrichtungen. Dabei sollen einige Attentäter „Allahu Akbar“ gerufen haben.[11] Andere berichten von einem wortlosen Vorgehen.[12] Augenzeugen berichteten auch von Handgranaten, die in die Konzerthalle geworfen wurden.[10] Bei der Erstürmung des Theaters ab 0:15 Uhr durch Polizeikräfte, namentlich die Brigade de recherche et d’intervention, wurde einer der Attentäter erschossen und drei der Attentäter töteten sich durch Auslösen ihrer Sprengstoffwesten.[11] Die Geiselnahme war gegen 0:50 Uhr beendet.[10] Sowohl die Mitglieder der österreichischen Vorgruppe White Miles, als auch die Eagles of Death Metal entkamen unverletzt dem Schauplatz des Terroraktes.[13][14] Des Weiteren soll es mindestens fünf Explosionen rund um das Theater gegeben haben.[15] Der Islamische Staat begründete das Attentat auf das Konzert im Bataclan mit der Formulierung, dass man diese Veranstaltung als eine „perverse Feier“ betrachte.[1] Das Theater mit jüdischen Eigentümern wurde bereits früher massiv bedroht.[16]
Unter den Besuchern des Konzertes waren auch Musiker der US-amerikanischen Metal-Band Deftones, welche ursprünglich am 14. November im Bataclan auftreten sollten. Die Musiker entgingen der Geiselnahme, weil sie kurz nach Beginn des Auftrittes der Eagles of Death Metal den Konzertsaal verließen.[17]
Boulevard Voltaire
Aus Justizkreisen verlautete, dass ein Attentäter seinen Sprengstoffgürtel zur Explosion gebracht und sich getötet habe.[18] Die Straße ist rund 900 Meter vom Konzertsaal Bataclan entfernt.
Rue de Charonne
Nahe der Bar La Belle Équipe in der 92 Rue de Charonne sollen 18 Menschen umgekommen sein.[19]
Rue de la Fontaine au Roi / Rue du Faubourg-du-Temple
Auf der Terrasse des italienischen Restaurants La Casa Nostra in der 2 Rue de la Fontaine au Roi, nach anderen Angaben beim Café Bonne Bière in der 32 Rue du Faubourg-du-Temple, soll es fünf Tote gegeben haben.[19]
Arrondissement Saint-Denis
Angriff nahe dem Stade de France
Nach ersten Berichten sollen im Arrondissement Saint-Denis im Umfeld des Stade de France zwei Selbstmordattentäter vor Fast-Food-Restaurants Bomben gezündet haben.[20] Mindestens zehn Menschen wurden dabei verletzt oder getötet. Der französische Präsident François Hollande war im Stadion; wie der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier besuchte er ein Freundschaftsspiel zwischen der französischen und der deutschen Fußballnationalmannschaft.
Mehrere größere Explosionen während der ersten Spielhälfte waren auch im Stadion und im Fernsehen wahrnehmbar (17. und 20. Spielminute), wobei das Spiel live in 66 Länder übertragen wurde.[21] Während Hollande in der Halbzeitpause das Stadion verließ, nahm Steinmeier in der zweiten Halbzeit seinen Platz auf der Ehrentribüne wieder ein.[22] Das Spiel wurde fortgesetzt, um eine größere Panik zu vermeiden.[23] Zeitweise waren während der zweiten Spielhälfte die Ausgänge des Stadions abgeriegelt.[22] Nach Spielende wurden die Zuschauer geordnet aus dem Stadion geleitet. Da nicht alle Ausgänge geöffnet waren, strömten viele auf das Spielfeld.[22] Beide Nationalmannschaften verblieben aus Sicherheitsgründen nach dem Spiel im Stadion. Die französische Mannschaft wurde um etwa 2:55 Uhr nach Clairefontaine-en-Yvelines zum Leistungszentrum der Fédération Française de Football gefahren, wo sie um 3:45 Uhr ankam.[24] Die deutsche Mannschaft verbrachte die ganze Nacht im Stadion und wurde am Morgen direkt zum Flughafen gebracht.[25] Eine Meldung, die deutsche Mannschaft habe das Stadion gegen 2:15 Uhr in unauffälligen Kleinbussen verlassen,[26] stellte sich später als eine aus Sicherheitsgründen motivierte Desinformation heraus.[25] Die Cousine des französischen Nationalspielers Lassana Diarra, der am Abend bei dem Spiel gegen Deutschland teilnahm[27], zählt ebenfalls zu den getöteten Opfern.[28]
Bereits einige Stunden vor dem Spiel hatte die deutsche Fußballnationalmannschaft wegen einer Bombendrohung gegenüber dem Hotel Molitor Paris im 16. Arrondissement ihr Mannschaftshotel vorübergehend verlassen müssen.[26][29]
Täter
Über die Attentäter[30] ist derzeit wenig bekannt. Augenzeugenberichte liefern widersprüchliche oder großenteils unverifizierte Aussagen. Einer der Täter soll über Fingerabdrücke identifiziert worden sein, es handelt sich dabei um einen geheimdienstlich bekannten 30-Jährigen mit französischer Staatsangehörigkeit.[30] Bei einem der Täter wurde ein syrischer Pass gefunden. Bei einem weiteren Attentäter fand man einen ägyptischen Pass.[31] Das griechische Ministerium für Bürgerschutz in Athen teilte mit, dass der Inhaber des Passes am 3. Oktober 2015 als Flüchtling auf der griechischen Insel Leros registriert wurde und aus der Türkei nach Griechenland kam.[32][33][34]
Am 14. November 2015 gab der französische Präsident François Hollande bekannt, die Täter seien Anhänger des Islamischen Staates (IS) gewesen; die Taten seien außerhalb Frankreichs geplant und organisiert und mit Hilfe von Komplizen aus dem Inneren Frankreichs verübt worden.[35]
Von den bisher acht bekannten Attentätern starben sieben durch Zünden ihrer Sprengstoffwesten, einer bei einem Schusswechsel mit den Sicherheitskräften.[36] Der IS bekannte sich mittels Archive.org und Al Hayat Media Center zu den Taten,[37] Anhänger des IS bejubelten die Taten in sozialen Netzwerken wie Twitter.
Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) übernahm in einer am 14. November 2015 im Internet veröffentlichten Erklärung die Verantwortung für die Anschlagsserie von Paris. In der Erklärung hieß es, „acht Brüder“ mit Sprengstoffgürteln und Sturmgewehren hätten einen „gesegneten Angriff“ auf das „Kreuzzug-Frankreich“ verübt. „Eine treue Gruppe der Armee des Kalifats […] griff die Hauptstadt der Unzucht und Laster an.“[38] Rita Katz vom privaten Nachrichtendienst Search for International Terrorist Entities (SITE) listete eine Reihe von Sympathiekundgebungen von Anhängern des DAESH (Islamischer Staat) auf sozialen Netzwerken auf. Das Bekennerschreiben enthält jedoch – wie beim mutmaßlichen Anschlag auf Kogalymavia-Flug 9268 über der Sinai-Halbinsel – kein Täterwissen.[1][39]
Vor den Anschlägen in Paris war am 5. November 2015 ein aus Montenegro stammender 51-jähriger Mann durch Schleierfahnder der Polizeiinspektion Fahndung (PIF) Rosenheim auf der Bundesautobahn 8 bei Bad Aibling in Deutschland kontrolliert worden. Er war mit seinem VW Golf mit montenegrinischem Kennzeichen unterwegs. Bei der weiteren Kontrolle des Fahrzeugs im Gemeindebereich von Bad Feilnbach entdeckten die Fahnder in mehreren Verstecken nach Angaben des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) und der Staatsanwaltschaft Traunstein unter anderem acht Kalaschnikow-Gewehre mit Munition, zwei Pistolen, einen Revolver, zwei Handgranaten und 200 Gramm TNT-Sprengstoff. Die Durchsuchung des Navigationssystems und des Mobiltelefons ergab zudem laut Informationen aus Ermittlerkreisen, dass der Mann auf dem Weg nach Paris war. Direkt nach der Festnahme nahm das bayerische Landeskriminalamt mit den französischen Sicherheitsbehörden Kontakt auf.[40]
Am Londoner Flughafen Gatwick wurde am Morgen des 14. November 2015 ein Franzose mit Schusswaffe festgenommen. Nachdem die Polizei einen auffälligen Mann und dessen Gepäck untersuchte, fand die Polizei mindestens eine Schusswaffe. Der Flughafen wurde auch schon während des Verdachts evakuiert. Ob es sich bei dem Mann um einen der Täter handelt, ist derzeit noch nicht bekannt.[41]
Auch der Flughafen in Amsterdam musste evakuiert werden, nachdem es eine Drohung gegen einen Flug gegeben hatte.[42]
In der belgischen Gemeinde Molenbeek-Saint-Jean/Sint-Jans-Molenbeek bei Brüssel führten Sicherheitskräfte, unterstützt von Kampfmittelbeseitigern der belgischen Armee (SEDEE), eine Razzia nahe der Metro-Station Osseghem/Ossegem durch und nahmen mehrere Personen im Zusammenhang mit den Attentaten in Paris fest. Dabei soll ein Mietwagen mit belgischem Kennzeichen, der am 13. November in der Nähe des Bataclan-Theaters in Paris stand, eine Rolle spielen.[43][44] Nach einem Bericht sollen die Attentäter drei Teams gebildet haben, die sich auf die drei Tatorte – das Stadion, die Konzerthalle und die Cafès – aufgeteilt hätten. Die Stadion-Attentäter seien aber nicht eingelassen worden, weil bei der Routineüberprüfung vor dem Einlass Auffälligkeiten an ihrer Kleidung entdeckt wurden.[45]
Reaktionen in Frankreich
Regierung
Die für die gesamte Île-de-France koordinierend tätige Préfecture de Police de Paris hat die Bevölkerung aufgefordert, das Haus nicht zu verlassen und öffentliche Veranstaltungen zu unterbrechen.[46] Bis zum 19. November gilt ein öffentliches Versammlungsverbot. In der Folge wurde eine dreitägige Staatstrauer verkündet.
François Hollande hat kurz vor Mitternacht den Notstand ausgerufen[47] und Maßnahmen nach dem Notstandsplan Plan rouge beschlossen und verkündet.[48] An den französische Staatsgrenzen wurden Grenzkontrollen eingeführt und das Heer sowie die Antiterroreinheit RAID zu Hilfe gerufen.[49] Es wurden 1500 Reservisten einberufen.[50]
Nach den Anschlägen sagte Präsident Hollande seine Teilnahme am G-20-Gipfel ab, der am 15. November im türkischen Antalya beginnen soll.[51]
Regierungssprecher Stéphane Le Foll gab bereits am 13. November 2015 bekannt, dass ein Flugzeugträgergeschwader mit der Charles de Gaulle am 18. November 2015 den Marinestützpunkt Toulon in Richtung Persischer Golf verlässt, um sich ab Mitte Dezember 2015 am Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu beteiligen.[52] Die französische Luftwaffe fliegt seit dem 27. September 2015 Luftangriffe auf Einrichtungen des IS in Syrien; seit Oktober 2014 beteiligt sich Frankreich an Luftangriffen der von den USA geführten Allianz gegen den IS im Irak.
Präsident Hollande sprach von einem kriegerischen und barbarischen Akt des „Islamischen Staates“, den Frankreich mit allen Mitteln und im Rahmen der Verfassung entschlossen entgegnen werde. Am 16. November will Hollande vor dem Congrès du Parlement français, der Versammlung von Senat und Nationalversammlung sprechen.[53]
Wirtschaft
Der Flughafen Paris-Orly wurde in der Nacht zum Samstag geschlossen, alle Flüge storniert.[54]
Der U-Bahnverkehr auf den Linien 3, 5, 8, 9 und 11 ist zeitweise eingestellt worden. Die Schulen und Universitäten und städtischen öffentlichen Einrichtungen werden einschließlich Samstag geschlossen.
Gesellschaft
Viele Einwohner haben begonnen, sich auf sozialen Netzwerken über den Stand der Vorgänge zu informieren, und bieten auf Twitter unter dem Hashtag #porteOuverte Unterkünfte für gestrandete Reisende an.[55] Ähnlich reagierte man in New York und bot dort gestrandeten Franzosen Obdach an. Weitere Hashtags wie #peaceforparis oder #prayforparis und ein von dem französischen Grafiker Jean Jullien noch in der Nacht der Anschläge auf Twitter veröffentlichtes Symbolbild, eine Kombination aus dem CND-Friedenszeichen und der Silhouette des Eiffelturms, fand weite Verbreitung.[56]
Der islamische Dachverband Conseil français du culte musulman (CFCM) verurteilte die Attentate und appellierte an die Einigkeit und Solidarität aller Franzosen.[57]
Aus Solidarität wurden alle Sportveranstaltungen in der Region, z. B. der Boulogne-Billancourt-Halbmarathon, abgesagt.[58] In Paris wurden alle öffentlichen Einrichtungen und Veranstaltungszentren geschlossen.[59]
Internationale Reaktionen
Die Angriffe fanden ähnlich dem Anschlag auf Charlie Hebdo und weiteren Attentaten im Januar 2015 ein weltweites Echo:
- Belgien: Die belgische Regierung setzte Grenzkontrollen an den Außengrenzen sowie im Flug- und Schienenverkehr ein.[60]
- China: Staats- und Parteichef Xi Jinping hat die Anschläge in Paris als „barbarische Terrorakte“ scharf verurteilt. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums äußerte, China unterstütze Frankreich ausdrücklich beim Kampf gegen den Terror.[61][62]
- Deutschland: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck zeigten sich in ersten Stellungnahmen schockiert und erschüttert.[63][64] Bundesinnenminister Thomas de Maizière bot der französischen Regierung Unterstützung durch deutsche Spezialkräfte an. In Deutschland wurden zudem ebenfalls die Sicherheitskräfte verstärkt. In Berlin ist die Französische Botschaft von Sicherheitskräften umstellt worden.[65] Die deutsche Bundespolizei verstärkte nach den Terroranschlägen die Einsatzkräfte an der deutsch-französischen Grenze und konzentrierte sich insbesondere auf die Überwachung der Zugverbindungen und des Flugverkehrs.[66]
- EU: Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärte nach den Anschlägen: „Wir sind solidarisch an der Seite der Franzosen.“ Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlamentes, schrieb: „Unsere Gedanken sind bei den Familien der Opfer, unsere Unterstützung gilt den Behörden.“[67]
- Golfstaaten: Regierungsmitglieder der Golfstaaten verurteilten die Anschläge. Man werde keine Mühen scheuen, „den Terrorismus in all seinen Formen zu bekämpfen“, äußerte Chalifa bin Zayid Al Nahyan, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate. Der saudi-arabische Außenminister Adel al-Dschubeir betonte, „die abscheulichen Terroranschläge“ widersprächen „jeglicher Ethik, Moral und Religion“.[68]
- Iran: Präsident Hassan Rohani sagte seinen für den 16. November geplanten Frankreichbesuch ab. Er nannte die Anschläge ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und sprach im Namen des iranischen Volkes sein Beileid aus. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif bot Frankreich die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus an, da dieser keine Grenzen kenne.[69]
- Israel: Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte in einer Erklärung: „Im Namen aller israelischen Bürger spreche ich dem Präsidenten von Frankreich, den Familien der Opfer und den französischen Menschen mein Beileid aus.“ Zu den Motiven der Terroristen gehöre es, „bestehende Gesellschaften und Nationen zu zerstören und eine humanistische Kultur zu entwurzeln, die auf Freiheit basiert“. Wie Ägypten forderte er, dass sich „freie Gesellschaften“ verbinden sollten, um gegen den Terrorismus vorzugehen.[70]
- Japan: Premierminister Shinzō Abe und Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga verurteilten die Anschläge.[71][72]
- Kanada: Premierminister Justin Trudeau drückte seine Solidarität aus und verurteilte die Anschläge.[73][74]
- Österreich: Bundespräsident Heinz Fischer zeigte sich „tief erschüttert und entsetzt“. Bundeskanzler Werner Faymann bemerkte: „Diese Morde zeigen, dass wir gemeinsam agieren müssen, um diesen Terror konsequent und auf allen Ebenen zu bekämpfen.“ Beide sprachen den Opfern ihr Mitgefühl aus.[75]
- Philippinen: Die Sicherheitskräfte vor dem in Manila anstehenden Gipfeltreffen der APEC-Staaten werden in volle Alarmbereitschaft versetzt.[76]
- Polen: Der designierte Europaminister Konrad Szymański erklärte, dass sein Land die Quoten für die Flüchtlingsverteilung in der EU nicht mehr erfüllen werde.[77]
- Russland: Präsident Wladimir Putin sprach in einem Telegramm Staatspräsident Hollande und dem französischen Volk sein tiefstes Beileid aus. Die Tragödie sei „ein weiterer Beweis für das barbarische Wesen des Terrorismus“. Ferner bot Putin Russlands Unterstützung bei der Untersuchung der Anschläge an.[78][79]
- Schweiz: Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga wertete die Anschläge als „menschenverachtende Attacke auf die Grundwerte unserer Gesellschaft“. Es mache sie traurig und wütend.[80]
- Spanien: Ministerpräsident Mariano Rajoy drückte sein Beileid aus.[81] Das spanische Konsulat richtete eine Notfallnummer ein.[81]
- Syrien: Staatspräsident Baschar al-Assad machte den Westen für die Terroranschläge mitverantwortlich. „Die fehlgeleitete Politik der westlichen Staaten, vor allem Frankreichs (…) haben zur Expansion des Terrorismus beigetragen“, so Assad.[82][83]
- USA: Präsident Barack Obama versicherte Frankreich die Unterstützung der Vereinigten Staaten.[73] Die New Yorker Polizei hat verschiedene Antiterrorpläne aktiviert.[81]
Beileidsbekundungen kamen unter anderem auch von der NATO, aus Ägypten, Israel, dem Heiligen Stuhl,[84] Osttimor und der Türkei.[69][85]
Eine ganze Reihe von markanten öffentlichen Gebäuden weltweit wurden als Solidaritätsbekundung in den Farben der Trikolore illuminiert. Darunter das One World Trade Center in New York City, der CN Tower in Toronto, das Brandenburger Tor, das Sydney Opera House, das Oriental Pearl Tower in Shanghai und das Wembley Stadium in London.[86]
Auch die Videoplattform YouTube hat ihr Logo der Französischen Flagge angepasst.
Einschätzung von Sicherheitsexperten
Michael Leiter, ehemaliger Direktor des United States National Counterterrorism Center (NCTC), sprach von einem „game-changer“ für die westliche Welt. Die Attacken seien in ihrem Komplexitätsniveau nur mit den Anschlägen vom 26. November 2008 in Mumbai vergleichbar.[87]
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Terror in Paris: IS bekennt sich zu Anschlägen von Paris. In: Spiegel Online, 14. November 2015.
- ↑ Terror in Paris. In: Spiegel Online. 13. November 2015. Abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ At least 120 dead in Paris attacks, Hollande declares emergency (Memento vom 14. November 2015 auf WebCite) (englisch), Reuters US, 14. November 2015, von Ingrid Melander und Marine Pennetier.
- ↑ Wikisource: Décret n°2005-1386 du 8 novembre 2005 portant application de la loi n°55-385 du 3 avril 1955 – Quellen und Volltexte (Französisch)
- ↑ 40 confirmed dead in Paris attacks, 100 held hostage. 13. November 2015. Abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ At least 46 dead in attacks in Paris; 100 taken hostage. In: USA Today. 13. November 2015. Abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Attaques terroristes: la guerre en plein Paris, Les six lieux des attaques (7:47 Uhr), lefigaro.fr, 14. November
- ↑ 8,0 8,1 The Attacks in Paris: What Happened at Each Location. nytimes.com, 13. November 2015, abgerufen am 14. November 2015
- ↑ Was Freitagnacht in Paris geschah. 14. November 2015. Abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ 10,0 10,1 10,2 Adam Nossiter, Rick Gladstone: Paris Attacks Kill More Than 100, Police Say; Border Controls Tightened. nytimes.com, 13. November 2015, abgerufen am 14. November 2015
- ↑ 11,0 11,1 Adam Nossiter, Andrew Higgins: ‘Scene of Carnage’ Inside Sold-Out Paris Concert Hall. nytimes.com, 13. November 2015, abgerufen am 14. November 2015
- ↑ "Es war ein Blutbad". In: Spiegel Online. 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Kilka Chatterjee: Hostages taken at Eagles Of Death Metal show after terrorist attacks, Alternative Press
- ↑ BBC: Paris attacks: Eagles of Death Metal safe after fans killed at gig, 14. November 2015
- ↑ Explosionen und Schießereien in Pariser Innenstadt – 60 Tote. In: Focus Online. 13. November 2015. Abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Pourquoi le Bataclan est-il régulièrement visé ? In: Le Point. 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015 (français).
- ↑ Joe Lynch: Billboard: Deftones Left Eagles of Death Metal Paris Concert Just Before Shootings
- ↑ Terror in Paris: Was Sie über die Terrorwelle wissen müssen, Die Welt, 14. November 2015
- ↑ 19,0 19,1 Anschläge fast gleichzeitig an sechs Orten. In: Spiegel Online, 14. November 2015.
- ↑ Polizei beendet Geiselnahme im Konzertsaal. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. November 2015.
- ↑ Übertragung des Fußball-Länderspiels. livesoccertv.com, 14. November 2015, abgerufen am 15. November 2015.
- ↑ 22,0 22,1 22,2 Explosionen und Schießereien: Paris während Länderspiel Frankreich – Deutschland unter Terror. Eurosport, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Etat d’urgence en France après des attaques terroristes en série à Paris, au moins 42 morts. In: Libération.fr. Abgerufen am 13. November 2015.
- ↑ Markus Wanderl: Frankreichs Nationalspieler «schockiert», in Tages-Anzeiger, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015
- ↑ 25,0 25,1 Terror in Paris – Nationalelf verbrachte die ganze Nacht im Stadion. Die Welt, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ 26,0 26,1 Anschläge in Paris: Deutsche Nationalelf hat Stadion verlassen. Spiegel Online, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ http://www.kicker.de/news/fussball/nationalelf/startseite/fussball-nationalteams-freundschaftsspiele/2015/6/2856069/spielvorschau_frankreich_deutschland.html
- ↑ http://www.sport1.de/fussball/em-2016/2015/11/cousine-von-lassana-diarra-gehoert-zu-opfern-der-attentate-von-paris
- ↑ Vor Testspiel: Bombendrohung gegen Hotel der DFB-Elf in Paris. Spiegel Online, 13. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ 30,0 30,1 Tagesschau vom 14. November 2014, 14:30 Uhr meldet 8 Attentäter und die Identifizierung eines Attentäter mittels Fingerabdrücken
- ↑ paris-terror-attacks-syrian-passport-found-on-body-of-suicide-bomber-at-stade-de-france. Independent, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Laut Ministerium in Athen - Terror in Paris: Täter war als Flüchtling registriert. Merkur Online, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Sueddeutsche Online, Details über die Täter sickern durch, 14.11.2015
- ↑ FAZ, Die Attentäter von Paris, 14.11.2015
- ↑ Terror in Paris – Hollande macht IS für Anschlagsserie verantwortlich, auf: Spiegel Online, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Adam Nossiter, Aurelien Breeden: Hollande Blames ISIS for ‘Act of War’ on Paris. nytimes.com, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015
- ↑ Rukmini Callimachi: ISIS Claims Responsibility for Paris Attacks, Calling Them ‘Miracles’. nytimes.com, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015
- ↑ Attentäter wollte offenbar mit Ticket ins Stadion. In: Welt Online, 14. November 2015.
- ↑ Was wir bisher über die Anschlagsserie in Paris wissen. In: www.abendblatt.de. Abgerufen am 14. November 2015 (deutsch).
- ↑ Waffen und Sprengstoff sichergestellt. Polizei Bayern, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ http://www.bbc.com/news/uk-england-sussex-34821392
- ↑ http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/11/14/franzoesischer-airbus-auf-flughafen-schiphol-geraeumt/ Französischer Airbus auf Flughafen Schiphol geräumt
- ↑ Attentate von Paris: Wohnungen in Belgien durchsucht - mehrere Festnahmen. Spiegel Online, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Plusieurs arrestations à Molenbeek en lien avec les attentats de Paris. rtbf.be, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Raniah Salloum: Attentäter von Paris: Drei Teams, drei Tatorte, eine Strategie Spiegel-Online, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015
- ↑ Alerte fusillade à Paris (französisch) 13. November 2015. Abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Décret n° 2015-1475 du 14 novembre 2015 portant application de la loi n° 55-385 du 3 avril 1955, Journal officiel de la République française n° 264 vom 14. November 2015, S. 21297, Text 44.
- ↑ Série de fusillades à Paris: au moins 60 morts. lepoint.fr, 13. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ EN DIRECT. Fusillades à Paris: au moins 60 morts. In: Le Point. https://plus.google.com/+LePointfr, abgerufen am 13. November 2015 (fr-FR).
- ↑ Live updates: Attacks in Paris (englisch) In: The Washington Post. 13. November 2015. Abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Hollande sagt Teilnahme am G20-Gipfel ab. FAZ.net, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Französischer Flugzeugträger bricht kommende Woche Richtung Golf auf. Zeit Online, 13. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ François Hollande : "C’est un acte de guerre". In: L'Humanité. Abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Minuit 40: [… L'aéroport d'Orly est fermé. tous les vols suspendus.]
- ↑ Fusillades et explosions à Paris: au moins 30 morts. 13. November 2015. Abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ #peaceforparis auf Instagram; Artist Jean Jullien’s Eiffel Tower Peace Sign Goes Viral After Paris Terror Attacks, Yahoo-News, 14. November 2015
- ↑ Stellungnahme nach dem Webticker von 20minutes.fr
- ↑ Absagen und Solidarität nach Terror in Paris. 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Joe Lynch: Billboard: Paris Shuts Down All Public Spaces, Including Concerts Halls, Movie Theaters & Museums
- ↑ Belgien Attaques à Paris: la Belgique instaure le contrôle aux frontières avec la France. Le Soir, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Terror in Paris – Liveticker: Einer der Attentäter ist identifiziert – N24.de. In: n24.de. 13. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Reaktionen auf Terror in Paris: „Wir wissen, dass unser freies Leben stärker ist als jeder Terror“. In: Spiegel Online. 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Merkel tief erschüttert über Anschläge in Paris. Bundesregierung, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Merkel, Gauck und andere Politiker erschüttert über Attacken in Paris. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ De Maizière bietet Paris Hilfe durch Spezialkräfte an. europe online, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Nach Paris-Anschlägen: Bundespolizei verstärkt Kräfte an der Grenze. Berliner Kurier, 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Reaktionen auf Gewalt in Paris: „Beispielloser Terror“, tagesschau.de
- ↑ Kingdom leads GCC in condemning Paris attacks. In: Arab News. 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015 (english).
- ↑ 69,0 69,1 ZDF Liveblog: 07:40 Rohani sagt Europareise ab, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ http://www.welt.de/politik/ausland/article136191659/Arabische-Staaten-verurteilen-Pariser-Anschlag.html
- ↑ Foreign Ministry, companies try to confirm safety of Japanese in Paris – The Japan Times. In: japantimes.co.jp. 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015 (english).
- ↑ Nhk (Japan Broadcasting Corporation): Abe denounces Paris attacks – News – NHK WORLD – English. In: www3.nhk.or.jp. 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015 (english).
- ↑ 73,0 73,1 Fusillades et explosions à Paris: au moins 30 morts. leprogres.fr, 13. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
- ↑ Attentats à Paris: Justin Trudeau dénonce des actes «terribles et insensés». Radio-Canada.ca, 13. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
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- ↑ Terroranschläge in Paris: Bis anhin keine Schweizer Opfer in Paris. In: Neue Zürcher Zeitung. 14. November 2015, abgerufen am 14. November 2015.
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- ↑ Fernando, Gavin: Famous world landmarks are being lit up in red, white and blue in solidarity with France. In: Herald Sun, 14 November 2015.
- ↑ Richard Engel, Jon Schuppe: Responsibility For Paris Terror Attacks Remains Unclear. NBC News. Abgerufen im 14 November 2015.
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