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Synagoge (Lübeck)
Die Synagoge Lübeck liegt in der Lübecker Altstadt, St.-Annen-Straße 13, zwischen der evangelisch-lutherischen Aegidienkirche und dem benachbarten St.-Annen-Kloster, das heute ein städtisches Museum ist.
Geschichte
Die einst maurische Synagoge mit Kuppel wurde 1880 während des Rabbinats von Salomon Carlebach (1845-1919) fertiggestellt. 1904 bereicherte das Israelitische Heim in unmittelbarer Nachbarschaft die Stadt.[1] 1919 folgte sein Sohn Joseph Carlebach (1883-1942) als Rabbiner der Stadt. Letzter Gemeinderabbiner war von 1921 bis 1938 David Alexander Winter (1878-1953). Die Synagoge wurde während der Reichspogromnacht 1938 nur in ihrem Inneren zerstört. Aufgrund der dichten Bebauung der Innenstadt war sie eine der wenigen Synagogen, die in jener Nacht nicht in Flammen aufgingen. Stattdessen wurde sie in eine Sporthalle umgewandelt. Sie zeigt sich nach den Umbauten der NS-Zeit (1939–1941) heute als äußerlich unscheinbarer Backsteinbau, der auf seiner Stirnseite in hebräischer Sprache den Psalm 67,4 trägt: Es danken dir, Gott, die Völker. (Ps 67,4 EU) Der Innenraum wurde entsprechend dem früheren Zustand wiederhergestellt. Am 25. März 1994 wurde auf die Synagoge ein Brandanschlag mit einem Molotowcocktail verübt – der erste Brandanschlag auf eine Synagoge in Deutschland seit der Pogromnacht im Jahr 1938. Am 7. Mai 1995 kam es zu einem weiteren Brandanschlag auf die Synagoge. Ein angrenzender Schuppen brannte aus. Die Ermittlungen erbrachten keine Hinweise auf mögliche Täter und wurden im August 1997 eingestellt.[2]
Die Jüdische Gemeinde Lübeck e.V. ist seit dem 1. Januar 2005 selbstständig und gehört der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein K.d.ö.R. - Landesverband der Jüdischen Gemeinden Lübeck, Kiel und Region sowie Flensburg an. Seit dem 20. November 2005 gehört der Landesverband dem Zentralrat der Juden in Deutschland an. Siehe auch: Liste alter Synagogen in Schleswig-Holstein.
Literatur
- Peter Guttkuhn: Als eine Welt zerbrach. Erinnerungen an die "Reichskristallnacht" in Lübeck. In: Lübecker Nachrichten. Sonntagmorgen. Lübeck 6. November 1988.
- Peter Guttkuhn: Lübecks jüdische Gemeinde gewinnt einen Rechtsstreit. Intoleranz „Im Weinrancken“. In: Schleswig-Holsteinische Anzeigen 1996, S. 98-100, ISSN 1860-9643
- Peter Guttkuhn: Hansestadt Lübeck. 125 Jahre Synagoge. Lübeck 2005, ISBN 978-3-7950-4818-1.
- Peter Guttkuhn: Bei Kaiserwetter wurde die Synagoge eingeweiht. In: Lübeckische Blätter, 2005, Heft 11, S. 157-162, ISSN 0344-5216
- Albrecht Schreiber: Wegweiser durch die Geschichte der Juden in Moisling und Lübeck Lübecker Nachrichten GmbH, Lübeck 1984
Einzelnachweise
- ↑ Einweihung des israelitischen Heims In: Vaterstädtische Blätter vom 16. Oktober 1904
- ↑ Berliner Zeitung: Anschlagserie in Lübeck noch unaufgeklärt, Artikel vom 25. März 1999, abgerufen am 25. Oktober 2012
Weblinks
| Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Synagoge (Lübeck) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar. |